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  • Diversität ist uns wichtig: Gender und Diversity Online-Workshop

    Diversität ist uns wichtig: Gender und Diversity Online-Workshop

    Der FernFH ist Diversität wichtig. Dies ist fest in unseren Werten und der Satzung verankert. Daher sind auch alle Mitarbeiter_innen angehalten, einen Online-Workshop zum Erwerb von Gender- und Diversitätskompetenzen zu besuchen. Nicht nur für unsere Mitarbeiter_innen gibt es dieses Angebot, auch für unsere Studierenden und Absolvent_innen haben wir einen Online-Workshop zur Steigerung der Gender- und Diversitätskompetenz entwickelt. Dies soll uns allen helfen, ein offenes und diversitätsgerechtes Klima an den FernFH zu etablieren.

    Was passiert im Online-Workshop?

    Natürlich findet dieser Workshop – wie an der FernFH üblich – online statt. Es gibt ein Online-Kick-off-Meeting und danach können die Teilnehmer_innen völlig orts- und zeitunabhängig teilnehmen. Das hat den Vorteil, dass alle in ihrem eigenen Tempo lernen und Aufgaben abgeben können. Ganz wie unsere Studierenden in den Studien- und Lehrgängen.

    Im Online-Workshop werden grundlegende Kenntnisse zu Gender und Diversität vermittelt. Im Prinzip geht es darum, dass mehr Wissen im Bereich Gender und Diversität auch das Verständnis und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Gruppen fördert. Daher werden zu Beginn Begriffe zum Thema erklärt, wie zum Beispiel was „gender“ im Gegensatz zu „sex“ bedeutet oder was unter Intergeschlechtlichkeit verstanden wird. Dann werden Zahlen und Fakten zu den verschiedenen Diversitätsdimensionen berichtet und diskutiert. Auch rechtliche Grundlagen in Bezug auf Diversität werden erläutert, aber auch wünschenswerte rechtliche Änderungen wie das „Levelling-up“ haben ihren Platz. Im Anschluss werden historische und aktuelle Aspekte vorgestellt und theoretische Konzepte bleiben nicht nur in der Theorie, sondern werden in die Praxis überführt. Abschließend wird die Anwendung der erlernten Gender- und Diversitätskompetenz im Arbeitsalltag diskutiert und trainiert.

    Während der 6-wöchigen Laufzeit wird jede Woche ein Modul bearbeitet. Jedem Modul liegt ein Kapitel des Studienhefts zu Grunde. Das Wissen wird außerdem über vielfältige Methoden im Online Campus (z.B. Diskussion, Reflexionen, Rechercheaufgaben, Videos, Selbsttests, usw.) vermittelt. So reflektieren die Teilnehmer_innen zum Beispiel über ihre eigene Diversität und was diese für sie bedeutet. Je nachdem wie viele Aufgaben und Übungen erbracht werden, erhalten die Teilnehmer_innen eine Teilnahmebestätigung oder ein Zertifikat. Für den Erhalt eines Zertifikats liegt der Arbeitsaufwand bei 22 Stunden.

    Manchmal sind Diskussionen zu Gender und Diversität sehr emotional und wertgeladen. Hier heißt es in der Moderation mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. Daher wird der Online-Workshop von unserer Lehrenden Roswitha Hofmann, die auch eine erfahrene Trainerin in Sachen Gender und Diversität ist, geleitet. Ich unterstütze sie bei der Moderation.

    Welche Erfahrungen wurden mit dem Online-Workshop schon gemacht?

    Durch den Online-Workshop erwerben die Mitarbeiter_innen der FernFH Gender- und Diversitätskompetenz. Und ein positiver Nebeneffekt ist, dass sie auf diese Weise Fernlehre am eigenen Leib erfahren. Sie übernehmen also einmal die Perspektive unserer Studierenden und erhalten einen Einblick, wie es Fernstudierenden so geht. Nicht selten wird von den Neo-Fernstudierenden um die Verlängerung einer Deadline oder um eine weitere Abgabemöglichkeit gebeten. 😊 Der Online-Workshop fördert also auch das Verständnis unserer Mitarbeiter_innen für die Situation unserer Studierenden.

    Was sagen die Teilnehmer_innen?

    Die zeitlichen Ressourcen waren für mich ein großes Thema. Neben der Arbeit noch Zeit zu finden und in das Thema einzutauchen war für mich sehr schwierig. Meine Bewunderung für unsere Studierenden steigt noch mehr.

    Die Übungen waren sehr praxisorientiert und lehrreich. Man konnte auch sehr viel über sich selbst erfahren und seine eigenen Einstellungen reflektieren.

    Wann finden die nächsten Online-Workshops statt?

    Bisher wurde der Online-Workshop insgesamt fünf Mal für unsere Mitarbeiter_innen durchgeführt, wobei bei den letzten Durchgängen auch Mitarbeiter_innen anderer österreichischer FHs teilnehmen durften. Letzten Herbst ist der erste Online-Workshop für unsere Studierenden und Absolvent_innen veranstaltet worden. Auch diesen Herbst gibt es für unsere Studierenden und Absolvent_innen wieder die Möglichkeit, ihre Gender- und Diversitätskompetenz in einem Workshop zu erweitern. Für unsere Mitarbeiter_innen findet im Frühjahr 2021 der nächste Online-Workshop zur Steigerung der Gender- und Diversitätskompetenz statt. Als Gender- und Diversitätsbeauftragte der FernFH würde ich mich natürlich sehr freuen, auch heuer wieder viele Teilnehmer_innen bei den Online-Workshops begrüßen zu dürfen.

    Weiterführende Links

    Blogbeitrag: Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

  • Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

    Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

    Die Antwort auf diese Frage ist kurz: Niemanden! Niemanden geht es etwas an, was unsere Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen zu Hause machen und mit wem sie es machen! Und dennoch ist es wichtig, dass alle Lebens- und Liebensformen akzeptiert und anerkannt werden – auch an der Hochschule. Dazu gehört auch, dass sich niemand vor einem (unbeabsichtigten) Outing fürchten muss, weil zum Beispiel Partner_innen bei einer Videokonferenz durchs Bild laufen oder man in der Präsenzphase nicht erzählt, welches einschlägige tolle Buch man gerade gelesen hat (Warum sollte man das kennen? Warum interessiert einen das Thema überhaupt? usw.). Diese Angst haben die 28 % der in Ausbildung befindlichen queeren Jugendlichen (großteils Studierende; IHS, 2015), die in einer Umfrage angeben, dass sie in ihrer Ausbildung nicht geoutet sind.

    Wie ist das an der FernFH?

    Auch Angehörige der FernFH haben neben einer unterschiedlichen Herkunft, eines unterschiedlichen Alters, einer unterschiedlichen Religion usw. eben auch unterschiedliche Geschlechtsidentitäten und eine unterschiedliche sexuelle Orientierung. Das ist Teil unseres Fernstudienalltags und soll nicht tabuisiert werden, weil angenommen wird, dass Sexualität und Geschlecht im (Fern-)Studium nicht relevant sind und man darüber generell nicht redet. Wie schon in den Werten der FernFH nachzulesen ist, sehen wir „Diversität als Bereicherung und Inklusion als unseren Auftrag“.

    Was kann ich tun?

    Auch wenn es niemanden an der FernFH etwas angeht, gibt es bei uns Lesbische, schwule (Gay), Bi, Trans, Inter, Queere und alle anderen (*)(LGBTIQ*)-Identitäten. Wenn sich Studierende in ihrer Haut mit ihren unterschiedlichen Identitäten wohlfühlen und diese an ihrer Hochschule leben können, entfalten sie sich viel besser, können auch besser studieren und müssen sich nicht ständig Gedanken über ein Outing machen. Das gilt natürlich auch für Mitarbeiter_innen. Daher ist es einerseits wichtig, dass Angehörige der FernFH out & proud sein können und andererseits sehr hilfreich, wenn sie viele Verbündete, sogenannte Allies finden, die – ob queer oder nicht – für LGBTIQ*-Rechte einstehen. Das kann schon im Kleinen geschehen, indem man beim Sprechen und Schreiben nicht gleich davon ausgeht, dass alle ein eindeutiges Geschlecht haben oder heterosexuell sind. Oder indem in der Lehre Beispiele mit eindeutigem LGBTIQ*-Kontext verwendet werden. Oder indem man einfach mal einen Regenbogen-Ally-Button trägt oder bei der Fensterlparade am 13.6.2020 eine Regenbogenfahne aus dem Fenster hängt!

    Was gibt es zu queeren Themen an der FernFH?

    Letztes Jahr habe ich als Gender- und Diversity-Beauftragte der FernFH, gemeinsam mit meiner Kollegin Julia Nowotny und dem Gender und Diversity Ausschuss des Kollegiums, den Schwerpunkt LGBTIQ*-friendly FernFH gesetzt. In diesem Zusammenhang sind wir dem Netzwerk queer@hochschulen beigetreten, bei dem sich unterschiedliche LGBTIQ*-Hochschulgruppen gegenseitig unterstützen und gemeinsam Veranstaltungen organisieren (z.B. Filmabende, Workshops, PrideVillage, EuroPride, Global Pride). Zur Steigerung der Sichtbarkeit an der FernFH und als Zeichen der Solidarität wurde im Juni 2019 zum ersten Mal die Regenbogenfahne an unserem Standort Ferdinand Porsche Ring 3 gehisst und unser Social Media Auftritt wird heuer im Juni im Regenbogen-Design erstrahlen. Außerdem beantwortete Prof. (FH) Mag. Dr. Martin Gössl, der zu Inklusion und Diversität forscht, im Herbst 2019 die Frage „Warum ist die Sichtbarkeit von LGBTIQ* an Hochschulen wichtig?“ in einem Vortrag, den man jetzt noch online ansehen kann.

    Was ist die Quintessenz?

    Es geht zwar niemanden etwas an, was wir zu Hause machen und mit wem wir es machen, aber uns alle geht es etwas an, eine offene und tolerante Gesellschaft zu gestalten. So dass wir uns über alle tollen Bücher unterhalten können und es egal ist, wenn Partner_innen bei der Videokonferenz reinplatzen.