Schlagwort: Themenfindung

  • Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    So, im letzten Blogbeitrag haben wir mal mein persönliches Forschungsinteresse („Warum schenken mir eigentlich meine Eltern kein Geld mehr?“) in ein Thema für eine Abschlussarbeit („Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“) überführt. Wie geht es jetzt weiter? Man braucht für die Einleitung der Abschlussarbeit ein Problem, oder besser gesagt eine Problemstellung. Diese soll angeben, warum das Thema überhaupt wichtig und interessant ist und steht gleich zu Beginn der Abschlussarbeit.

    Das Problem

    Gehen wir zurück zu meinen Eltern, die mir leider kein Geld mehr schenken. 😭 Hier könnte das Problem natürlich sein, dass ich zu wenig Geld habe, aber das ist kein wissenschaftliches Problem, das in eine Einleitung gehört, weil das ist ja nur mein Problem. Man muss das Problem also aus wissenschaftlicher Sicht aufbereiten. Zum Beispiel kann man mit Daten und Fakten zeigen, dass es sich um ein relevantes Thema handelt und viele Personen davon betroffen sind oder, dass es ein gesamtwirtschaftliches finanzielles Interesse gibt.

    Interesse für das Problem wecken!

    Also wieder zurück zu meinem Problem und wie ich bei Anderen – meinen zukünftigen Leser_innen – das Interesse dafür wecken kann: Es gibt bestimmt Statistiken dazu, wie viel Geld für Geschenke ausgegeben wird. Vielleicht finden sich sogar Statistiken dazu, wie viele Geldgeschenke in Österreich gemacht werden, um wie viel Geld es sich dabei durchschnittlich handelt und vielleicht auch noch in welcher Form (z.B. Gold- und Silbermünzen, Banknoten) diese gemacht werden. Findet man nichts österreichspezifisches oder zu wenig, sollte man nach internationalen Statistiken suchen. Meistens ist Österreich nicht viel anders als andere westliche Staaten, auch wenn wir das oft glauben wollen. Also auch aus internationalen Statistiken kann man die Wichtigkeit eines Themas für Österreich ableiten.

    Hm, wie könnte man das Interesse noch heben, ohne gleich die Forschungsfrage zu beantworten? Vielleicht gibt es auch Informationen zu anderen verwandten Themen. Gutscheine als Geschenke, Erben, ein kleiner historischer Abriss zur Entwicklung von Geldgeschenken, haben sich Geschenke über die Jahrhunderte geändert? usw. Oder vielleicht gibt es auch eine andere Perspektive auf das Thema (z.B. Erbschafts- und Schenkungssteuer). Da muss man manchmal etwas kreativ sein und kann auch auf Zeitungsartikel und ähnliches zurückgreifen!

    Nicht die Forschungsfrage beantworten!

    Aber Achtung, bei der Problemstellung wird das Problem aufgetan und auf eine Forschungsfrage hingearbeitet. Das heißt, dass Antworten auf die Forschungsfrage nichts in der Problemstellung zu suchen haben, sondern erst im Theorieteil der Arbeit aufgegriffen werden. Also Informationen, zu welchen Anlässen innerhalb der Familie Geschenke gemacht werden und warum, haben in der Problemstellung nichts zu suchen, das würde schon die Forschungsfrage beantworten.

    Auf jeden Fall komme ich auf Grund der berichteten Zahlen, Daten und Fakten in meiner Problemstellung auf meine Forschungsfrage, die ich auch am Ende der Problemstellung der Bachelorarbeit konkret ausformuliere: z.B. „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“ Und ja, die Forschungsfrage ist eine richtige Frage mit einem W-Fragewort und hat am Ende ein Fragezeichen! Diese Frage benötigt eine längere Antwort als „ja“ oder „nein“ und wird anschließend mit wissenschaftlicher Literatur beantwortet.

    Und wie man das mit der Literatursuche bei einer Abschlussarbeit am besten anstellt, darauf komme ich im nächsten Blogbeitrag zu sprechen.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Aller Anfang ist schwer, das gilt für Abschlussarbeiten, aber auch für Blogbeiträge wie diesen hier! ☺ Wie kann man sich hier helfen, dass das leichter geht? Naja, es hilft nix, man muss sich hinsetzen und es einfach tun. Es ist tatsächlich harte Arbeit, so eine Abschlussarbeit zu schreiben und alle die behaupten, die eigene Arbeit in 2-3 Tagen geschrieben zu haben, lügen. Zumindest meiner Erfahrung nach!

    Nach diesen wohl kaum aufbauenden Worten soll die Hoffnung auf eine fertige Abschlussarbeit nicht aufgegeben werden. Eines der ersten Dinge, die man angehen muss, ist das Thema der Arbeit. Man sollte sich auf jeden Fall etwas aussuchen, das einen interessiert, weil sich 9 Monate oder länger mit etwas zu beschäftigen was uninteressant ist, ist echt zach. Obwohl teilweise kommt das Interesse auch mit der Beschäftigung. Oder hätte ich mir träumen lassen, dass mich das soziale Dilemma Steuern interessieren und ich sogar eine Dissertation dazu schreiben würde? Ein verwandtes soziales Dilemma – Schwarzfahren – war da schon eher in meinem Interessensgebiet. 😊

    Aber ich schweife vom Thema ab. Wenn man mal weiß was einen interessiert, sollte man zu lesen beginnen. Einfach mal ein paar zufällig im Internet gefundene (aktuelle) Fachartikel zum Thema durchstöbern. Google Scholar hilft da ungemein. Vielleicht wird in den Diskussionen schon eine Frage vorgeschlagen, die interessant klingt. Oder beim Lesen fällt einem selbst auf, dass da noch ein Aspekt fehlt oder bisher vernachlässigt wurde.

    Zu einem Thema kann man auch kommen, wenn man das eigene Tun bzw. das eigene Umfeld beobachtet. Gibt es da irgendwelche Auffälligkeiten, die mich näher interessieren und denen ich auf den Grund gehen möchte? Mich interessiert zum Beispiel, warum mir meine Eltern kein Geld mehr schenken 😊 (Memo an mich selbst: neues Abschlussarbeitsthema zur „Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“ ausschreiben).

    Das bringt mich schon zum nächsten Tipp: Nicht zu verachten sind natürlich die von den Betreuer_innen ausgeschrieben Themen. Es kann wohl kaum ein Fehler sein, wenn das eigene Interesse und das Interesse der Betreuung zusammenpassen. Vielleicht entsteht am Ende aus der Arbeit sogar ein wissenschaftlicher Artikel, wie das ein paar meiner Studierenden schon vorgemacht haben (z.B. Erich Neuwirth, Ursula Höllhumer, Manuel Brugger, Christoph Högl).

    Wobei … wirklich wichtig ist, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Klar sind tausend Dinge interessant, aber nicht alles passt in eine einzige Abschlussarbeit. Da muss man sich unbedingt einschränken und sich den kleinen Fragen des Lebens stellen. Das sind dann auch die Fragen, die man in der gesetzten Zeit und im vorgegebenen Umfang beantworten kann.

    So, der Anfang ist mit der Fixierung des Themas gemacht. Leichter wird es jetzt vermutlich nicht, aber vielleicht kann mein nächster Blogbeitrag weiterhelfen.