Kategorie: Online Studieren

  • Über Fernstudieren, Deep-Thinking und Entscheidungsprozesse

    Über Fernstudieren, Deep-Thinking und Entscheidungsprozesse

    Jede Veränderung, jeder Schritt in die Zukunft birgt etwas Unbekanntes, etwas oft nicht Berechenbares. So auch unsere selbstgeschaffenen technologischen Neuerungen, von denen wir als potenzielle Nutzer:innen bei ihrer Erfindung oder Einführung mitunter nicht sofort wissen, wie wir damit umgehen sollen, entweder auf der Ebene des Individuums, der Organisation oder der Gesellschaft.

    Wie mag es dem Schachweltmeister Garry Kasparov gegangen sein, als er seinen intellektuellen Wettstreit gegen das Schachprogramm Deep Blue austrug? Schach ist eine Sportart, die wohl am besten symbolisiert, wie sich ein komplexe, ungewisse und variantenreiche Zukunft – Zug um Zug – darstellen kann. Laien kalkulieren in Anbetracht der Möglichkeiten hier eventuell einen Zug im Voraus, Amateur:innen eventuell ein paar mehr, ja und Schachweltmeister:innen oder Profi-Schachspieler:innen, „who knows“. Jedenfalls sind all jene Menschen, die versuchen den Schacholymp zu besteigen, für das Schlagwort Deep-Thinking im Rahmen des 64-Felderspiels der lebende Beweis. Im Falle Kasparov´s  obsiegte 1996 am Ende noch der Mensch gegen die Maschine (Endstand 4:2)1.

    Aus Science-Fiction wurde teilweise Ernst und Realität.

    Eine Maschine konnte konstruiert werden, die erfolgreich auch menschliches Verhalten nachstellt und sich mit dem menschlichen Intellekt auf Schach-Großmeister:innen-Level messen kann. Zum Glück müssen wir nicht fürchten, dass der Terminator, iRobot, die Matrix und Co. jetzt aber baldige Realität werden, auch wenn Hollywood uns das manchmal eindrucksvoll und visuell ansprechend weißmachen möchte.

    Künstliche Intelligenz als die nächste logische Etappe?

    Der Reiz, sich mit dem Thema der Künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens auseinander zu setzen, mag vielfältig sein. Fest steht, dass dieses Thema die logische nächste Etappe der Informations- und Digitalgesellschaft sein muss. Wie anders sollen die Menschen dem durch die Digitalisierung verursachten Datenreichtum – manche sagen Datenflut – begegnen oder zumindest lernen, damit umzugehen? Wie sollen wir im Rahmen der Allgegenwärtigkeit unzähliger Informationen sinnvoll und rational Entscheidungen fällen? Wie eruiert ein Schachweltmeister:innen den besten nächsten Zug? Fragen, deren Beantwortung wir erst finden müssen. Fest steht, dass der Mensch mit seinen kognitiven Mitteln nur sehr eingeschränkt zu sogenanntem Deep-Thinking fähig ist. Eine genaue Definition für den Begriff Deep-Thinking existiert noch nicht, aber halten wir einmal fest, dass all jene die zu tiefem Denken neigen, alles bis ins mögliche Detail analysieren. Diese Menschen wollen den Sinn hinter den Dingen verstehen und nehmen sich gerne Zeit für die Verarbeitung von Informationen (auch wenn es große Datenmengen sind).

    Die klaglosen Maschinen

    Im Bereich des Deep-Thinking sind Computer und Algorithmen aufgrund ihrer Rechenleistungen und klaglosen, nie ermüdenden datenwühlenden Prozedurabarbeitung die wohl besseren Kandidat:innen. Künstliche-Intelligenz, maschinelles Lernen und Deep-Thinking sind also nicht nur Buzzwords oder temporäre Hypes, sondern wie schon erwähnt höchstwahrscheinlich die nächste Stufe der Digitalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft. Die Digitalisierung kennzeichnet sich derzeit schon auffällig durch User:innen-verursachte und automatisierte Erstellung, Verarbeitung und Weiterleitung von digitalen Daten. Dabei werden große Datenmengen angehäuft, die wir als Menschen ohne Hilfsmittel gar nicht mehr bewältigen oder bearbeiten können. Um es mit den Worten von Paul Watzlawick (1987) zu formulieren und zu karikieren: Die Lösung ist gleichzeitig das Problem.

    Fernstudieren als organisatorische Herausforderung

    Es ist aber nur insofern ein Problem, als dass wir wohl einfach noch nicht so recht herausgefunden haben, was in Anbetracht der Informationsfülle zu tun ist. Auch im Rahmen eines digitalen Fernstudiums liegt zunächst eine unüberschaubare Datenlage vor. Dies kann man sowohl aus organisatorischer als auch inhaltlicher Perspektive betrachten. Daher experimentieren die Studierenden zu Beginn ihres Studiums mit diversen Zeitmanagement- und Organisationsmethoden. Sie versuchen sich Listen zu erstellen, wann etwas zu bearbeiten, zu erledigen oder abzugeben ist. Es werden Lern-, Dokumenten- und Wissensverwaltungssysteme geprüft und organisiert. Das ganze manchmal bis an die Grenzen der eigenen Informationsbelastbarkeit in der jeweils beruflichen, privaten und studientechnischen Konstellation. Letztlich finden die erfolgreich Studierenden eine Strategie in Abwägung aller persönlicher Faktoren, die ihnen hilft für jeden Zug oder Schritt die richtige Entscheidung zu treffen. Interessant dazu ist auch der Beitrag meiner Kollegin Tanja Adamcik (Link).

    Fernstudieren mal kontrafaktisch und futuristisch gedacht

    Denken wir jetzt aber einmal bewusst kontrafaktisch: Was wäre, wenn … den Studierenden zu Beginn des FernFH-Studium nicht nur ein Studierendenausweis und ihre Zugangsdaten zum Online-Campus ausgehändigt würden, sondern auch ein maschineller Assistent. Über die kommenden Semester könnte sich ein Mensch-Maschine-Team entwickeln, das sich gegenseitig bereichert und voneinander lernt, z.B. im Kontext von Lernorganisation, Wissensorganisation oder Zeitmanagement. Das Maschinen-System hätte Zugriff zu einem großen Datenschatz aus vorangegangenen Semestern und Absolvent:innen. Es hätte Analysen zu erfolgreichen und weniger erfolgreichen Lern- und Organisationsstrategien bereits getätigt und könnte auf Basis dessen Entscheidungsfindungsprozesse, in denen sich die Studierenden laufend befinden, begleiten. Das Maschinenassistenzsystem könnte die Studierenden beraten, ob ein baldiger Meilenstein zügig zu bearbeiten ist oder ob man in Anbetracht anderer Prioritäten eventuell noch eine Fertigstellung hintenanstellen könnte. Es könnte auf Basis des Lernverhaltens und Lernerfolgs Tipps und Trick für zukünftige Prüfungssituationen vorschlagen. Es könnte sprachgesteuert das Studierenden-e-Portfolio pflegen und Zusammenfassungen schreiben, ähnlich wie uns Apple-Geräte automatisch unsere Urlaubsvideo zusammenschneiden. Und noch vieles mehr, der Fantasie sind hier sicherlich keine Grenzen gesetzt.

    Nicht den Kopf in den Sand stecken

    In einer von Komplexität und Informationsfülle geprägten Zeit sollte man Künstliche-Intelligenz-System auf dem Radar haben und diese eventuell als Möglichkeit einer nicht so fernen Zukunft betrachten. Sowohl aus der Datenbewältigungs- als auch Entscheidungs-Perspektive können neue Mensch-Maschine-Teams entstehen, in denen Deep-Thinking beide Parteien begleitet. Praktische Implikationen dieser neuen Technologie – egal in welchem Kontext – werden sich aus unseren Problemen als auch neuen Anforderungen ergeben. In diesem Sinne lohnt sich eine Reflexion, wie wir derzeit unsere Entscheidungsprozesse gestalten und dies zukünftig zu tun gedenken.

    Heute schon eine Runde Schach2 gespielt? Gegen einen Menschen oder gar eine Maschine? 😊


    1) Garry Kasparov versus Deep Thought Documentary – abgerufen 09.11.2022 Link

    2) Gratis Schachplattform – www.lichess.org


  • Das Internet ist kein Zweitgedächtnis

    Das Internet ist kein Zweitgedächtnis

    Über 8 Millionen Menschen in Österreich haben Zugang zum Internet. Dort wartet eine nahezu unendliche – und vor allem auch unordentliche – Menge an Informationen. Doch wie nähern wir uns diesen Informationen und sind diese uns wirklich so nützlich? Wie können wir sinnvoll mit dieser Informationsfülle umgehen? In Gesprächen mit Freunden und Bekannten lässt sich für mich ein Informationsverwaltungstrend erkennen: in unserer modernen, vom Internet und von Mobile Devices geprägten Gesellschaft muss man nur noch wissen, wo man etwas findet und den entsprechenden Zugang zu Text, Bild und Ton haben. Doch was passiert hier mit unserem Denken oder unserer Gesprächskultur? Laufend bekomme ich Smarte Devices unter die Nase gehalten. Selten ist ein/e Gesprächspartner_in in der Lage eine selbstformulierte Beschreibung zum Sachverhalt zu liefern.

    Agieren via Suchmaschinen

    Selbstverständlich, wir müssen alle persönlich selektieren und filtern, was uns interessiert und bewegt. Wir legen uns dabei Routinen zu. Im Kontext des Internets agieren wir digital gern via Suchmaschinen. Schlagwort getippt, Treffer reflektiert, zwei oder drei Seiten überflogen und dann … Dann wenden wir uns womöglich wieder einfach anderen Dingen zu oder verlieren uns im Hyperraum der Hyperlinks.

    Unsere Alltagsmethodik im Umgang mit dem Internet ist denkfeindlich

    Obwohl oder besser gesagt, gerade weil uns das Internet doch alle Informationen dieser Welt bietet und bequem serviert, möchte ich die These aufstellen, dass unsere Alltagsmethodik, mit dem Internet umzugehen, regelrecht denkfeindlich ist. Für uns als Informationskonsument_innen führen die Struktur, die Virtualität und eben die Fülle an Einträgen im World Wide Web dazu, dass wir uns nur auf Suchmaschinen verlassen und womöglich dazu verleitet werden, das aktive Denken an das Netz outzusourcen. Wem wiederum diese Suchmaschinen gehören und nach welchen Grundsätzen oder Interessen diese betrieben werden, ist noch ein ganz anderes Thema. Auch der Autor und Wirtschaftsjournalist Nicholas Carr diagnostizierte an sich selbst bereits 2008 die Minderung seiner „Deep Reading“ Fähigkeit und machte seinen übermäßigen Internet- und Suchmaschinen-Gebrauch dafür verantwortlich, der seinem Geist die Web-Informationsverarbeitung antrainiert habe, welche sich wiederum vor allem durch schnelles und oberflächliches Lesen und Selektieren auszeichnet (Carr 2008).

    Wie können wir Informationen langfristig in das eigene Gedächtnis bringen?

    Heute soll es eher darum gehen, wie man, statt kognitives Cloud-Sourcing zu betreiben, gesammelte und selektierte Informationen langfristig in das eigene Gedächtnis bringen kann. Erst durch diesen Ansatz lassen sich über Zeit Wissen oder so etwas wie Erkenntnisse generieren. Erst aus gesammelten Informationen – nennen wir sie Notizen – lassen sich Themen, Probleme und Gedanken clustern, identifizieren und verknüpfen. Denken ist ein kreativer wie auch analytischer Prozess, keine Suchmaschine der Welt kann mir persönlich diese Denk- und Kreativarbeit abnehmen.

    Keine Suchmaschine der Welt kann mir diese Denk- und Kreativarbeit abnehmen

    Was also tun? Die Wissenschaft hat bereits erkannt: schematisches Denken geht nicht ohne externe Hilfsmittel. Denn unsere kognitiven Fähigkeiten und speziell unsere Erinnerungsfähigkeiten sind begrenzt. Unser Kopf ist so gut wie unfähig, verschiedene Dinge gleichzeitig präsent zu halten. Zumindest in diesem Punkt sind uns die Server und Festplatten dieser Welt weit überlegen. Und so empfiehlt der Bildungs- und Sozialwissenschaftler Sönke Ahrens den Aufbau einer Informationsverarbeitungsroutine gekoppelt mit dem Anlegen eines notizbasierten persönlichen Zweitgedächtnisses, mit dem man regelmäßig kommuniziert (Ahrens 2017).

    Notizen sammeln

    Wenn man also im Internet eine Informationssuche durchführt oder vielleicht einfach nur ein spannendes (Fach-)buch liest, dann muss man sich zu den persönlich für wesentlich erachteten Informationen Notizen machen, direkt beim Lesen oder Hören. Im Idealfall geschieht dies durch umformulierendes Schreiben des Gelesenen oder Gehörten. Eine solche Sammlung an Notizen kann dann über Zeit zu einem großen Vorrat an Themen und Gedanken anwachsen. Man beginnt in Hinblick auf seine Notizsammlung zu lesen, zu recherchieren und womöglich zu schreiben. Gleichzeitig trainiert man den bewussten Umgang mit Informationen, Begriffen und Argumenten, sowie die Unterscheidungsfähigkeit und Informationskompetenz. Und so ganz nebenbei praktiziert man die Kunst, sich einfach und verständlich auszudrücken. Gott oder ihre Mitmenschen werden es Ihnen vergelten.

    Eine unschätzbare Ressource

    Das Internet ist ein gigantischer Wissensspeicher und wird diese Rolle bzw. Funktion wohl noch eine Weile ausfüllen. Aber eine durchgeführte Suchmaschinenanfrage – rein in Request-Response-Manier – ohne persönliche Aufbereitung und Ablage der gefundenen und für wertvoll eingeschätzten Informationen führen nicht zum Aufbau eines persönlichen Wissensschatzes oder Zweitgedächtnisses. Persönliches analytisches und kreatives Denken kann uns das Internet nicht abnehmen und funktioniert nur mit Hilfsmitteln wie einer Notizsammlung. Intelligent und durchdacht verknüpfte Notizen liegen dann für Außenstehende womöglich wieder in einer Form der Unordnung vor – wie ja auch das Internet. Für uns persönlich ist diese Form der Sammlung aber eine unschätzbare Ressource der Themenfindung, Problemidentifikation und einfach auch Spielwiese, um mit den eigenen Gedanken kreativ zu werden. Für den weiterführenden Prozess des Schreibdenkens hat übrigens die Psychologin Barbara Scheuermann ein gutes und kurzgehaltenes Büchlein verfasst (Scheuermann 2016). Wer auch hier mehr erfahren möchte, nimmt sich am besten die Zeit für eine konzentrierte Kontemplation dieser Lektüre. Aber bitte das Notieren nicht vergessen. 😊

    Empfehlenswerte Literatur zum Weiterlesen

    Ahrens, Sönke. 2017. Das Zettelkasten-Prinzip – Erfolgreich wissenschaftlich Schreiben und Studieren mit effektiven Notizen. 1. Auflage. Norderstedt: BoD (Books on Demand).

    Carr, Nicholas. 2008. „Is Google Making Us Stupid?“ Teachers College Record 110 (14): 89–94. https://doi.org/10.1177/016146810811001427.

    Scheuermann, Ulrike. 2016. Schreibdenken – Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln. 3. Auflage. Opladen & Toronto: Verlag Barbara Budrich.

  • Mut zur Lücke – ist das die Lösung?

    Mut zur Lücke – ist das die Lösung?

    In meinen zwei vorigen Artikeln zur Pomodoro-Technik und zur Eisenhower-Technik habe ich beschrieben, wie man diese beiden Zeitmanagement-Methoden dafür nutzen kann, Zeit für Aufgaben, Lernen, Vorbereitungen effektiv zu nutzen bzw. auch wie man Prioritäten setzen und Aufgaben nach seiner Wichtigkeit reihen kann. Was ist aber, wenn einfach viel zu viel auf der To-Do-Liste steht?

    Viel zu viel auf der To-Do-Liste?

    Mut zur Lücke wäre hier eine Möglichkeit. Sie fragen sich „einfach etwas weglassen?“. Ja genau, das wäre der Plan. Und das geht nicht nur in Bezug auf das Studium, sondern auch im Job, bei Freunden oder bei der Familie!

    Mut zur Lücke – aber wie?

    Wie finde ich aber heraus, welche Aufgaben, Treffen, Meetings, Lernstoff ich „weglassen“ kann? Das ist wohl der Knackpunkt. Manche Dinge fallen Ihnen sicher sofort ein, die man ohne größere Konsequenzen weglassen kann, damit man sich auf wesentliche, wichtige oder auch sehr dringende Aufgaben fokussieren kann. Damit meine ich aber nicht, keinen Sport mehr zu machen, auf gesundes Essen zu verzichten oder sich keine Zeit für sich selbst zu nehmen! Das wäre wohl der falsche Weg!

    Eine Möglichkeit wäre hier eine Risikoanalyse zu machen und mit einer Risikomatrix zu arbeiten. Diese Methode wird häufig im Projektmanagement angewendet und soll Risiken sowie Auswirkungen im Projekt beschreiben und deren Eintrittswahrscheinlichkeit abschätzen. Die bildliche Darstellung in einer Matrix kann bei der Einschätzung helfen, welche Aufgaben, Tätigkeiten, etc. Priorität haben und unbedingt erledigt werden sollten und welche vielleicht nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit auftreten und auch mit keinem großen Risiko verbunden sind. Genau hier wäre in Bezug auf „Mut zur Lücke“ sinnvoll anzusetzen.

    Risikoanalyse mittels Ampelsystem

    Vielleicht noch kurz zur Erklärung: Die Risikomatrix folgt im Normalfall einem Ampelsystem:

    • Grün bedeutet ein geringes Risiko für das Auftreten von schwerwiegenden Konsequenzen oder keine hohe Auftrittswahrscheinlichkeit. Das könnte zum Beispiel sein, wenn Sie beim Lernen für eine Prüfung zwei Unterkapitel weglassen, sonst aber alles können.
    • Gelb heißt, dass Konsequenzen auftreten könnten, bzw. die Wahrscheinlichkeit dazu steigt. Das könnte der Fall sein, wenn Sie von acht Kapiteln, die zu einer Prüfung kommen, drei bis vier nicht besonders gut gelernt haben, aber die anderen gut vorbereitet haben.
    • Rot ist gleich zu setzen mit hohem Risiko sowohl, dass „es“ passiert als auch dass mit negativen Konsequenzen gerechnet werden muss. Ja, das Risiko würde ziemlich stark steigen, wenn Sie gar nichts für eine Prüfung gelernt haben, oder den Stoff nur kurz überfolgen haben.

    Was ist auf jeden Fall bei dieser Methode zu berücksichtigen? Es sollte immer wieder kontrolliert werden, ob sich an der Auftrittswahrscheinlichkeit oder den zu erwartenden Konsequenzen etwas geändert hat, damit es dann nicht zu bösen Überraschungen kommt.

    Mehr Luft zum Atmen

    Verstehen Sie mich nicht falsch, grundsätzlich bin ich dafür, Aufgaben, Tätigkeiten, etc., die zu tun sind auch zu erledigen, aber wenn es nicht anders geht und einfach für zu viel zu wenig Zeit ist, dann einfach einmal ein Risiko eingehen und etwas mit geringer Auftrittswahrscheinlichkeit bzw. keinen schlimmen zu erwartenden Konsequenzen weglassen und überraschen lassen, ob dadurch die Welt untergeht oder vielleicht doch eher mehr Luft zum Atmen übrig bleibt.

    Für die, die diese Matrix einmal ausprobieren möchten, hier eine Vorlage.

  • Rechnungswesen – Alte Materie, neue Ein- und Ausblicke

    Rechnungswesen – Alte Materie, neue Ein- und Ausblicke

    Fad, langweilig, verstaubt?

    Die Vorurteile und Klischees zum Rechnungswesen reichen von fad, langweilig, verstaubt, hemdsärmelig bis hin zu lauter Erbsenzähler_innen (siehe auch: Rechnungswesen – langweilig und fad – was haben Sie davon?). Ich könnte Ihnen jetzt sagen „Nein, das Rechnungswesen ist spannend, aufregend, vielfältig, modern und so aktivierend“, würden Sie mir glauben? Wohl eher nicht, aber sehen Sie selbst: Wir befinden uns in einem riesigen Entwicklungsschritt der Digitalisierung und Automatisierung in den meisten Unternehmen und das, auch im Rechnungswesen. Die „verstaubten“ Belege sind Vergangenheit und die manuelle Vorkontierung von Buchungen ist obsolet. Im Rechnungswesen hält nun ein Workflow Einzug, der oft schon vollautomatisiert abläuft.

    Zahlen und Daten verstehen muss jede/r!

    Jetzt ist es ok, wenn Sie sagen, Sie arbeiten nicht im Rechnungswesen, aber darum geht es gar nicht. In jeder Abteilung und Organisationseinheit eines Unternehmens gibt es Zahlen, Daten und Fakten. Diese Zahlen und Daten zu erstellen ist eine Sache, diese Zahlen und Daten aber zu verstehen und korrekt zu interpretieren eine andere.

    Das Rechnungswesen eines Unternehmens hat viele Schnittstellen innerhalb und auch außerhalb des Unternehmens. Diese Schnittstellen haben nicht unbedingt mehr nur mit Buchungssätzen oder Belegen zu tun. Abläufe, Prozesse und Datenmengen kommen und gehen vom Rechnungswesen in alle Abteilungen. Früher manuell durchgeführte Buchungen oder Analysen werden zunehmend durch automatisierte Prozesse und Workflows abgelöst.

    90 % der Arbeitsabläufe könnten automatisiert ablaufen

    So ist es mittlerweile Fakt, dass bereits 90 % der Arbeitsabläufe in einer Buchhaltung automatisiert laufen können (KPMG, 2021). Begriffe wie Robotics, Künstliche Intelligenz und Artificial Intelligence, Big Data oder Business Process Management gehören dadurch ebenso zur Fachsprache im Rechnungswesen, wie Bilanz, Buchung oder Gewinn- und Verlustrechnung.

    Neue Karrierewege

    Neue Karrierewege eröffnen neue Perspektiven: für die Fachexpert_innen im Rechnungswesen ebenso, wie für Datenexpert_innen, die für die fehlerfreie Verarbeitung und sichere Datenschnittstellen verantwortlich sind (BÖB, 2022). Das bringt eine Veränderung der Rollen im Unternehmen mit sich, aber ebenso eine Veränderung der Kompetenzen im Rechnungswesen und in den anderen Fachabteilungen.

    Die Fachexpert_innen werden sich Aufgaben wie Planung, Budgetierung oder Controlling widmen, die manuellen Tätigkeiten werden verschwinden (König, 2020). Fachliche Kompetenzen und die Soft-Skills wie Empathie, Kreativität oder Flexibilität bleiben wichtig wie eh und je. Durch den Fortschritt der Digitalisierung werden aber Kompetenzen wie Problemlösung, Selbstmanagement, Kollaboration oder Technikanwendung und -entwicklung auch im Bereich Rechnungswesen immer wichtiger (Weforum, 2020). Diese neuen Anforderungen gibt es aber nicht nur direkt im Rechnungswesen, sondern auch in den „belieferten“ Abteilungen. Neue Berufsbilder, wie eben Datenexpert_innen, Business Partner_innen oder Digital Translators erobern den „eingestaubten“ Fachbereich der klassischen Buchhaltung und der Kostenrechnung. Was alle gemeinsam haben, ist das Wissen über die Grundlagen im Rechnungswesen. Auch digitale Expert_innen müssen die Hintergründe verstehen und bei Anwendungsfällen die Korrektheit erkennen.

    Und genau hier kommen Sie ins Spiel: Als zukünftige Absolvent_innen werden Sie Positionen innehaben, wo genau diese Grundlagen Ihre Expertise darstellen, auf die Sie aufbauen können. Ganz egal in welchem Tätigkeitsbereich eines Unternehmens Sie ankommen, Sie werden die Kompetenz im Rechnungswesen gewinnbringend einsetzen und immer zu Ihrem Vorteil nutzen können.

    Viel Freude beim Entdecken der Zahlenwelt!

    Literatur:

    KPMG AG, 2021, Digitalisierung im Rechnungswesen 2021

    BÖB, 2022, Wissensnetzwerk für Rechnungswesen in KMU, Ausgabe 89/22, Traisen

    https://www.weforum.org/agenda/2020/10/top-10-work-skills-of-tomorrow-how-long-it-takes-to-learn-them/ (Abruf am 28.7.22, 12:58)

    König Nicole, 2020, Vom Hochschulstudium in die Praxis der Buchhaltung, FH Wien der WKW, Wien.

  • Motivationsförderung an der FernFH – ein Beitrag zu den Homeoffice Debatten in Unternehmen

    Motivationsförderung an der FernFH – ein Beitrag zu den Homeoffice Debatten in Unternehmen

    Immer wenn die persönlichen Aufnahmegespräche im Studiengang laufen, erfahre ich vieles über die maßgeblichen Beweggründe, ein Fernstudium anzugehen. Heuer hatte ich den Eindruck Corona hat einen Aspekt unseres Studienangebotes besonders prägnant zum Leuchten gebracht. Die verpflichtenden Präsenztage vor Ort, zwischen den betreuten Onlinephasen, werden fast von allen erstmals – nicht nur als etwas Notwendiges, sondern als etwas ganz Positives angesprochen.

    Präsenzphasen als „soziale Klammer“

    Bei der Fülle an Angeboten am privaten und freien Bildungsmarkt, welche die totale Flexibilität als USP (unique selling proposition – Alleinstellungsmerkmal) hervorheben, ist das für mich bemerkenswert. Wir pflegen in unserem Blended Learning Konzept konsequent drei Präsenzphasen im Semester, wo alle zusammenkommen. Wir sehen darin auch den Wert als „soziale Klammer“ in unserer didaktischen Konzeption (siehe dazu auch Blogbeitrag Herbert Schwarzenberger). Denn es geht eben nicht mehr vorrangig darum, mit der größten Freiheit zu entscheiden, ob man ein Studium jederzeit allein starten kann, oder wie, wann und wo man täglich lernt. Vielmehr haben zwischenzeitlich viele erkannt, wie sehr sie es brauchen zu einer Gruppe, einem Team, einem Jahrgang zu gehören, Leute kennenzulernen, sich auszutauschen, sich selten aber doch persönlich physisch treffen zu dürfen. Die fixen und damit gut planbaren Face2Face-Tage sind also ein großes Thema, ein entscheidendes Motiv für ein Studium an der FernFH.

    Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit

    Als Psychologin weiß ich: Hier geht es um das zentrale Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit. Das Gefühl ein Teil einer Community zu sein, Ansprechpersonen zu haben, die man kennt, denen man vertrauen kann, ein Team zu haben – nicht nur für fachliche Fragen, sondern auch um über Lernprobleme und -techniken, über scheinbar Unwichtiges, Nebensächliches, vielleicht Alltägliches reden zu können. Die Möglichkeit zu haben, sich auch mal vergleichen zu können, denn daraus leiten wir alle Informationen über den eigenen Selbstwert ab. Das sind nicht nur „private“ Bedürfnisse – es sind nicht nur profane Wünsche, nein, es sind fundamentale Voraussetzungen für Motivation und Erfolg.

    Die Selbstbestimmungstheorie von Deci & Ryan

    Als Lehrende und Wissenschaftlerin stelle ich daher den neuen Studierenden schon zu Beginn die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan (2008) vor, die – wie kaum eine andere Motivationstheorie – überzeugende und praktisch nutzbare Hinweise darauf gibt, worauf es ankommt, damit wir motiviert lernen und arbeiten können. Im Prinzip gilt das für das Studieren ebenso wie für unsere Motivation am Arbeitsplatz.

    Wir alle streben nach der Befriedigung dreier psychologischer Grundbedürfnisse:

    • Autonomie (ich kann selbst bestimmen, wann und insbesondere wie ich eine Aufgabe erledige),
    • Kompetenz (ich kann erkennen, was ich kann und dass ich erfolgreich bin und neues Wissen praktisch anwenden kann) und die
    • soziale Eingebundenheit (ich bin Teil einer Community, kann Beziehungen pflegen, kann mich auf andere verlassen, wenn ich Hilfe und Unterstützung brauche, wenn ich einmal „down“ bin, weil mir alles zu anstrengend wird).

    Auf Basis dieser Erkenntnisse gestalten wir unser Studienangebot, unser Blended Learning Konzept. Es umfasst in der Planung und Umsetzung immer genug Angebote zur Befriedigung der „basic needs“: Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit.

    Ein Modell auch für Unternehmen

    Eigentlich ein Modell, das auch in den Managementebenen von Unternehmen viel mehr Verbreitung finden sollte. Dort scheinen so manche jetzt leider wieder retour zu rudern, das Distance-Remote-Homeoffice-Arbeiten gern wieder möglichst eindämmen zu wollen, so erzählen mir das zumindest meine Bewerber_innen, die in vielfältigen Branchen arbeiten. In Zeiten des Fachkräftemangels und der „händeringenden Suche“ nach gutem Personal ist das keine gute Idee.

    Soziale Eingebundenheit im Unternehmen – wenn man sie lässt

    Die heurigen Studienbewerber_innen haben jedenfalls sehr viel für Ihre berufliche Arbeit durch Corona gelernt und sind perfekt vorbereitet auf ein Fernstudium mit möglichst „kleinem, aber feinem“ vor-Ort Präsenzanteil. Sie sind imstande remote zu arbeiten, sie können virtuell Besprechungen leiten und Projekte im Team abwickeln, sie können Weiterbildungen ohne Probleme online absolvieren, selbständig lernen und übernehmen Verantwortung für ihre beruflichen Aufgaben und Ziele. Sie sind fleißig. Sie wissen mehr denn je um die Bedeutung der Freiheit und Autonomie, die notwendig ist um motiviert an Aufgaben dranzubleiben. Sie brauchen und schätzen die soziale Eingebundenheit in ein Unternehmen, in ihr Team mehr denn je, können aber sehr gut selber einschätzen, wann ein Vor-Ort Treffen erforderlich ist und wann Sie besser im Homeoffice arbeiten – „wenn man sie lässt“.

    Egoistisches Kontrollbedürfnis?

    Bleibt zu hoffen, dass auch die Manager_innen gelernt haben und nicht auf die Idee kommen, die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten und zum Homeoffice aus einem egoistischen Kontrollbedürfnis heraus, wieder rigoros einzuschränken und auf überholte Konzepte wie der Karotte vor der Nase zu setzen, wenn es um Motivationsförderung geht.

    Unsere Alumnis der Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie werden dieses Wissen und ihre Erfahrungen mit dem selbstregulierten Distance-Learning jedenfalls in die Arbeitswelt hinaustragen, hinein in die Unternehmensleitungen, in denen sie hoffentlich bald selbst sitzen.

    Viel Erfolg dabei an alle heurigen Absolvent_innen 2022 und herzlich willkommen an den neuen Jahrgang!

    Referenzen:

     Edward L. Deci, & Richard M. Ryan (2008): Self-Determination Theory: A Macrotheory of Human Motivation, Development, and Health, S. 183. In: Canadian Psychology 49, 182–185

    oder auch https://www.researchgate.net/publication/284515746_Deci_and_Ryan’s_self-determination_theory_A_view_from_the_hierarchical_model_of_intrinsic_and_extrinsic_motivation

  • Von der Blockade zum Flow: So können auch Sie Ihre Abschlussarbeit fertigstellen!

    Von der Blockade zum Flow: So können auch Sie Ihre Abschlussarbeit fertigstellen!

    Das Studienjahr geht dem Ende zu und das bedeutet für viele von Ihnen, dass Sie Ihr Studium bald abschließen werden. Sie haben Ihre Bachelor- und Masterarbeiten fertigstellen können und werden diese in den nächsten Wochen vor einer Prüfungskommission präsentieren und verteidigen. Dafür gebührt Ihnen die höchste Anerkennung und Gratulation!

    Für manche geht sich der Studienabschluss im Juni nicht aus

    Manchen allerdings ist es aufgrund beruflicher, familiärer, privater und/oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen, zum Juni-Termin ihre Abschlussarbeit fertigzustellen. All jenen Studierenden ist dieser Blogartikel gewidmet. Ich erzähle Ihnen meinen Geschichte zum Fertigstellen meiner Abschlussarbeiten gebe abschließend noch ein paar Tipps für Ihre nächsten Schritte.

    Meine Geschichte zu Abschlussarbeiten

    In meinem Diplomstudium Betriebswirtschaft an der WU Wien bin ich gut vorangekommen, bis kurz vorm Abschluss. Was passierte dann? Mitten in meinem Diplomarbeitsprojekt bin ich steckengeblieben. Nichts ging mehr. Die Gründe dafür waren vielfältig: Ich habe plötzlich mehr Stunden gearbeitet, intensivst für die letzten LVs und Abschlussprüfungen gelernt, Wohnung aufgeräumt usw. usf. Sie kennen das sicher alle! Aber Prokrastination hilft nix, wenn das Studium endlich abgeschlossen werden muss. (Hilfreiche Tipps gegen Prokrastination finden Sie in unserem Blog von Tanja Adamcik: https://wissblog.fernfh.ac.at/was-eisenhower-konnte-kann-ich-schon-lange/ und https://wissblog.fernfh.ac.at/was-hat-eine-tomate-mit-zeitmanagement-zu-tun/)

    Mir war klar, um aus diesem Loch wieder rauszukommen, benötige ich Hilfe von außen. In der Universitätsbibliothek zwischen den Ratgeberbücher „So schließe ich mein Studium ab“ und  „Wissenschaftliches Schreiben für Dummies“ fand ich jenes Buch, das mir den entscheidenden Impuls zum Fertigschreiben meiner Diplomarbeit und damit Abschluss des Diplomstudiums gab: „Keine Angst vorm leeren Blatt“ von Otto Kruse.

    Schreiben ist Denken

    Ein wichtiges Learning für mich aus dem Buch war, dass Schreiben auch Denken ist. Was bedeutet das?

    Schreiben ist die aktive Auseinandersetzung mit einem fachlichen Thema. Deshalb blockiert mich die Erwartung, gleich korrekte und verständliche Texte zu schreiben. Zuerst nutze ich also das Schreiben, um meine Gedankengänge deutlich zu machen. Ich formuliere Argumente und dadurch lassen sich dann oft Lücken in meinen Überlegungen finden. Gerade auch bei inhaltlichen oder konzeptionellen Problemen wird durch das Niederschreiben der Probleme die Lösung jener viel klarer.

    Ein Beispiel: Mein zentraler Begriff in meiner Forschungsarbeit wird von namhaften Autor_innen unterschiedlich definiert und ich kann mich nicht entscheiden, welcher Definition ich folgen soll. Ich beschreibe also in eigenen Worten die beiden Definitionen und formuliere dabei auch, welches Problem ich mit der einen bzw. der anderen Definition habe. Schwarz auf weiß in eigenen Worten niedergeschrieben wird mir deutlich welche Definition für mich besser passt (oder auch eine Kombination aus beiden).

    Weitere Tipps von Otto Kruse z.B. zur Zeitplanung halfen mir schlussendlich, die Arbeit fertigzuschreiben und mein Studium abzuschließen.

    Die Geschichte wiederholt sich

    Fast 10 Jahre später wiederholte sich die Geschichte allerdings für mich: wieder blieb ich stecken, diesmal allerdings mitten in meiner Doktorarbeit. Auch hier hatte ein Buch entscheidenden Einfluss, dass ich auch dieses Projekt erfolgreich beenden konnte: „Frei geschrieben. Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ von Judith Wolfsberger.

    Schreiben ist erlernbar

    Aus diesem Buch konnte ich mir mitnehmen, dass Schreiben erlernbar ist.

    Die meisten von uns glauben, dass gutes Schreiben ein Talent ist. Tatsächlich ist Schreiben eine Fertigkeit, die wir erlernen können und üben müssen, um sie weiterzuentwickeln (Vedral, 2012, S. 484). Dazu gibt es einfach einzusetzende Methoden und Ideen. Mir beispielsweise hilft die Idee der „shitty first version“: Für einen Teil oder ein Kapitel einen Rohtext in einem Guss – im Flow – runterschreiben. Alle Formalia wie Zitate, Rechtschreibung, Layout kommen erst später dazu. Wichtig ist es, einfach einmal etwas auf dem Papier zu haben. Dann lass ich den Text eine Weile liegen, am besten über Nacht oder noch länger und dann erst überarbeite ich den Text, dabei behandle ich ihn aber wie „rohe Eier“ (Wolfsberger, 2021): ich muss mich loben, nett zu meiner Leistung sein. Ein Text wird nach und nach schlüssig und stimmig als ein Ergebnis mehrerer Überarbeitungen.

    So habe ich nach vielen Jahren neben Berufstätigkeit und Familie meine Dissertation fertiggeschrieben.

    Bleiben Sie dran!

    Zur Fertigstellung Ihrer Abschlussarbeit habe ich noch diese letzten Tipps für Sie:

    1. Dranbleiben: Ja, es war ein anstrengendes Studienjahr und ja, Sie haben sich Urlaub und Erholung mehr als verdient. Trotzdem: bleiben Sie dran an Ihrer Abschlussarbeit. Im besten Fall haben Sie ein approbiertes Proposal auf dessen Basis Sie weiterschreiben können. Wenn nicht, dann schauen Sie so schnell wie möglich, dass Sie das Proposal fertigstellen.
    2. Kleine Portionen: Nehmen Sie sich vor, jeden Tag 15 Minuten in Ihre Abschlussarbeit zu investieren: eine Mindmap zu einem Unterpunkt erstellen, oder zwei Absätze schreiben, oder zumindest bibliografieren (also Publikationen in Ihre Literaturdatenbank eintragen). Dadurch bekommen Sie eine Schreib- und Arbeitsroutine und die Abschlussarbeit wird von einem großen, angstmachenden Brocken zu kleinen machbaren Arbeitsschritten. Eines der Lieblingsbücher von Ingrid Wahl, die effizienteste Schreiberin, die ich kenne, ist übrigens: „Writing your Dissertation in 15 Minutes a Day“ von Joan Bolker. Hier ist diese Strategie genau beschrieben.
    3. Auch wenn es noch nicht Ihr persönlicher Studienabschluss ist: Feiern Sie mit Ihren Studienkolleg_innen deren Sponsion. Freuen Sie sich mit ihnen mit und formen Sie aus diesen Momenten Ihre persönliche Vision von Ihrem Studienabschluss, die Sie als Motivation nutzen können. Erstmals seit 2019 kann die Sponsion an der FernFH wieder vor Ort stattfinden, und gemeinsam gefeiert werden.

    Sie schaffen das!

    Damit hoffe ich, Ihnen auf Ihrem Weg zum Abschluss zu helfen, egal ob dieser im Oktober, März oder Juni erfolgt. Halten Sie durch, Sie schaffen das!

    PS: Und noch etwas, damit Sie sich besser fühlen, wenn Sie erst zum Oktober- oder März-Termin antreten: Ich habe für meine Diplomarbeit fast 2 Jahre benötigt und für meine Dissertation 11 Jahre 😊.

    Weiterführende Hinweise

    Was für eine Abschlussarbeit noch alles wichtig ist, hat Ingrid Wahl in mehreren Blogartikel prägnant auf den Punkt gebracht:

    Schreibprobleme lösen: Hier habe ich ein paar Erklärvideos zum Schreiben gemacht (Zugriff leider nur für FernFH-Studierende).

    Quellen

    Bolker, Joan. (2002). Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day. McMillan. New York.

    Kruse, Otto. (2007). Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. (12. Aufl.). Campus. Frankfurt [u.a.].

    Vedral, Johanna. (2012). Welche Leistungen müssen Studierende beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten aus psychologischer Perspektive erbringen? Psychologie in Österreich, 5, 10.

    Wolfsberger, Judith. (2021). Frei geschrieben: Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. (5., bearbeitete Aufl.). UTB-Taschenbuch. Stuttgart.

  • Analog/Digital – das Beste aus zwei Welten

    Analog/Digital – das Beste aus zwei Welten

    „Digitalisierung in Lehre und Studium bedeutet weit mehr als Vorlesungen zu streamen, Seminare im Netz abzuhalten oder Lehrveranstaltungsunterlagen herunterladen zu können…“

    Mit diesen Worten leitet das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung den Menüpunkt Digitalisierung von Studium und Lehre ein.

    Die Coronapandemie hat der Digitalisierung einen enormen Schub verliehen und mancherorts kann man lesen:

    „Wenn man sich nicht selbst neu erfindet, wird man verdrängt.“

    An der FernFH sind digitale Elemente im hybriden Lernsetting seit Bestehen der Bildungseinrichtung ein fester Bestandteil in unseren Lehr- und Lernsettings. Wir haben Follower bekommen. Viele Fachhochschulen und Universitäten mussten von heute auf morgen ihren Betrieb auf Onlinelehre umstellen, um einen möglichst friktionsfreien Unterricht zu gewährleisten. Nicht immer zur Freude aller Beteiligten. Neues schafft Unsicherheit und Arbeit, Routinen müssen aufgegeben werden, es dauert, bis man sich in einer neuen Umgebung eingewöhnt hat. Und: es geschah nicht ganz freiwillig, das schafft schnell mal Reaktanz. Doch die eingeschränkte Freiheit durch die Pandemie wurde an den Fachhochschulen und Universitäten durch eine neue ersetzt: Anfahrtswege und Wartezeiten fielen weg, die Annehmlichkeiten des Home- oder Mobile Working-Settings wurden gern akzeptiert. Unsere Studierenden kennen diese Form des Lehr-und Lernsettings schon von Studienbeginn an.

    Digitale Elemente in der Lehre überwinden Distanz, schaffen (oft) eine 24/7 Zugriffsmöglichkeit auf Unterlagen und Lerninhalte und ermöglichen Kollaboration ungeachtet des Wohn- und Arbeitsorts und weitgehende Flexibilität in der Selbstorganisation. Im Studium ist es Wissenserwerb auf einer Ebene, die im Arbeitsleben in vielen Branchen längst Einzug gehalten hat.

    Nicht mehr als ein Werkzeug

    Ich möchte der Digitalisierung nicht absprechen, einen enormen Anteil in unserer Arbeits- und Lebenswelt zu haben. Vieles ändert sich schneller als wir selbst. Innovationen, Adaptionen, Neuerungen, Verbesserungen sind uns immer ein Stück voraus. Das Leben ist dadurch einfacher geworden, auch wenn es im ersten Moment komplex erscheint. Dennoch meine ich, Digitalisierung ist ein „Werkzeug“ aber keine Philosophie, es ist plakativ gesprochen vielmehr ein „Transportmittel“ für Austausch, Ideenfindung, Erneuerung, Transfer und vor allem Organisation in seiner Vielschichtigkeit. Dabei ist es für alle Akteur:innen notwendig, sich digitale Kompetenzen anzueignen und entsprechendes didaktisches Know-how und Medienkompetenz aufzubauen um sich gut im digitalen Setting bewegen zu können.

    Und darüber hinaus ist es unerlässlich, OFF-Line Settings beizubehalten, so wie in unserem Blended Learning Format an der FernFH umgesetzt, um Social Distancing, wie wir es aus Pandemiezeiten zur Genüge kennen, zu vermeiden. Denn genau die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, was wir unabhängig von den digitalen Möglichkeiten ebenso brauchen, um ein freudvolles und sinnerfülltes Arbeits-, Studien-, und Privatleben zu führen: soziale Nähe.

  • Studieren ohne Matura – geht das überhaupt?

    Studieren ohne Matura – geht das überhaupt?

    Gleich vorweggenommen, ja das geht!

    Ich spreche oft mit Studien-Interessent_innen und häufig ist die Überraschung sehr groß, wenn sie hören, dass es möglich ist ein FH-Studium zu starten, ohne die Matura nachzuholen.

    Natürlich stimmt es, dass die „normale“ Voraussetzung, um ein Studium beginnen zu können, die Matura bzw. das Reifeprüfungszeugnis ist, bei manchen auch die Berufsreifeprüfung oder auch ein Studienberechtigungszeugnis, aber warum nicht einfach „nicht-typisch“ mit einem Studium beginnen, also mit einer facheinschlägigen beruflichen Qualifikation und Zusatzprüfungen.

    Es gibt viele Gründe, warum man die Schulzeit nicht mit der Matura abgeschlossen hat.

    Vielleicht weil man gerne eine Ausbildung machen wollte, wo am Ende keine Matura vorgesehen ist, oder weil man sich gar nicht vorstellen konnte, dass man später einmal studieren möchte, oder weil man auch einfach nicht die Möglichkeit dazu hatte zu studieren, egal ob aus familiären, finanziellen oder persönlichen Gründen. Oder, einfach weil man genug von der Schule hatte! Das sind sicher nicht alle möglichen Gründe, aber das ist ja auch egal. Manchmal im Leben gibt es einfach einen späteren Zeitpunkt, wo es passt die Voraussetzung für ein Studium zu erlangen. Für viele unserer Studierenden ist das zu einem Zeitpunkt, wo sie schon mehrere Jahre gearbeitet haben, sich Verschiedenes angesehen und ausprobiert haben, oder auch eine Familie gegründet haben.

    Manche stehen an einem Punkt, wo es heißt „Wie soll es weitergehen?“, „Wie kann ich eine Position mit mehr Verantwortung und mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhalten?“, „Wo kann ich mich hin entwickeln?“ oder auch „Ich möchte noch etwas ganz anderes in meinem Leben machen!“. In vielen solchen Situationen taucht dann häufig auch der Gedanke an ein Studium auf.

    Wie soll ich es schaffen, ohne Matura ein Studium zu beginnen oder auch zu absolvieren?

    • Denken Sie daran wie viele Potenziale und Kompetenzen Sie durch Ihre Lebens- und Berufserfahrung bereits erlangen konnten – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Wenn Sie nun endlich das passende Studium gefunden haben, werden Sie das Ziel vor Augen sehen und Ihre Motivation wird enorm sein – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Sie haben Familie und Kinder denen Sie die Freude am Lernen, am Weiterentwickeln vorleben möchten und die Sie immer wieder motivieren und zum Durchhalten animieren werden – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Sie haben den einen oder anderen Kommentar einer Lehrerin oder eines Lehrers aus der Schulzeit im Kopf, der Sie an sich zweifeln lässt, vergessen Sie ihn. Sie sind reifer geworden, haben sich entwickelt, haben viel Neues dazu gelernt und auch Lehrer_innen haben nicht immer recht – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?

    Die Frage sollte lauten: Wie kann ich mich vorbereiten?

    Glauben Sie an sich und an Ihre Kompetenzen und starten Sie durch! Zur Vorbereitung auf die Zusatzprüfungen für die Bachelorstudiengänge an der FernFH gibt es kostenlose Online Kurse für Mathematik und Englisch, mit denen Sie jederzeit starten können. Mit etwas Vorlaufzeit und einem konzentrierten Durcharbeiten der Inhalte und Absolvieren verschiedener Übungen klappen auch die kostenlosen Zusatzprüfungen.

    Das Motto heißt einfach drüber trauen und die Zukunft neu für sich entdecken. Und zusätzlich gibt es noch einen Bonus obendrauf. Durch die Vorbereitungskurse lernen Sie so einige Tools kennen, die an der FernFH auch während des Studiums verwendet werden und Sie sind auch schon im Lernen und Erarbeiten von Inhalten geübt. Hier nehmen Sie also auch einen Vorsprung für den Studienstart mit!

    Sehen Sie noch ein Gegenargument, warum Studierenden ohne Matura nicht funktionieren sollte? Also ich nicht!

  • Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Aller Anfang ist schwer, das gilt für Abschlussarbeiten, aber auch für Blogbeiträge wie diesen hier! ☺ Wie kann man sich hier helfen, dass das leichter geht? Naja, es hilft nix, man muss sich hinsetzen und es einfach tun. Es ist tatsächlich harte Arbeit, so eine Abschlussarbeit zu schreiben und alle die behaupten, die eigene Arbeit in 2-3 Tagen geschrieben zu haben, lügen. Zumindest meiner Erfahrung nach!

    Nach diesen wohl kaum aufbauenden Worten soll die Hoffnung auf eine fertige Abschlussarbeit nicht aufgegeben werden. Eines der ersten Dinge, die man angehen muss, ist das Thema der Arbeit. Man sollte sich auf jeden Fall etwas aussuchen, das einen interessiert, weil sich 9 Monate oder länger mit etwas zu beschäftigen was uninteressant ist, ist echt zach. Obwohl teilweise kommt das Interesse auch mit der Beschäftigung. Oder hätte ich mir träumen lassen, dass mich das soziale Dilemma Steuern interessieren und ich sogar eine Dissertation dazu schreiben würde? Ein verwandtes soziales Dilemma – Schwarzfahren – war da schon eher in meinem Interessensgebiet. 😊

    Aber ich schweife vom Thema ab. Wenn man mal weiß was einen interessiert, sollte man zu lesen beginnen. Einfach mal ein paar zufällig im Internet gefundene (aktuelle) Fachartikel zum Thema durchstöbern. Google Scholar hilft da ungemein. Vielleicht wird in den Diskussionen schon eine Frage vorgeschlagen, die interessant klingt. Oder beim Lesen fällt einem selbst auf, dass da noch ein Aspekt fehlt oder bisher vernachlässigt wurde.

    Zu einem Thema kann man auch kommen, wenn man das eigene Tun bzw. das eigene Umfeld beobachtet. Gibt es da irgendwelche Auffälligkeiten, die mich näher interessieren und denen ich auf den Grund gehen möchte? Mich interessiert zum Beispiel, warum mir meine Eltern kein Geld mehr schenken 😊 (Memo an mich selbst: neues Abschlussarbeitsthema zur „Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“ ausschreiben).

    Das bringt mich schon zum nächsten Tipp: Nicht zu verachten sind natürlich die von den Betreuer_innen ausgeschrieben Themen. Es kann wohl kaum ein Fehler sein, wenn das eigene Interesse und das Interesse der Betreuung zusammenpassen. Vielleicht entsteht am Ende aus der Arbeit sogar ein wissenschaftlicher Artikel, wie das ein paar meiner Studierenden schon vorgemacht haben (z.B. Erich Neuwirth, Ursula Höllhumer, Manuel Brugger, Christoph Högl).

    Wobei … wirklich wichtig ist, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Klar sind tausend Dinge interessant, aber nicht alles passt in eine einzige Abschlussarbeit. Da muss man sich unbedingt einschränken und sich den kleinen Fragen des Lebens stellen. Das sind dann auch die Fragen, die man in der gesetzten Zeit und im vorgegebenen Umfang beantworten kann.

    So, der Anfang ist mit der Fixierung des Themas gemacht. Leichter wird es jetzt vermutlich nicht, aber vielleicht kann mein nächster Blogbeitrag weiterhelfen.

  • Netiquette – was liegt das pickt! Über den Umgang miteinander im virtuellen Raum

    Netiquette – was liegt das pickt! Über den Umgang miteinander im virtuellen Raum

    Die Kommunikation in virtuellen Lehr- und Arbeitsräumen ist schon eine besondere. Vielfältige Regelwerke für verantwortungsvolles Verhalten in digitalen Welten existieren bereits. Während die analog gesprochene Sprache synchron mit der Gestik und Mimik Gestalt annimmt, ist das geschriebene Wort asynchron. Verbale Kommunikation ist Dialog, geschriebene Kommunikation ist Monolog. Aber auch wenn man in einer Videokonferenz mit Bild und Ton teilnimmt, entsteht eine Form von Verzerrung, die das Gegenüber manchmal als nicht real wahrnimmt. In rein textuellen Online Kommunikationen fehlt auch das. Wenn wir schreiben, erhalten die anderen unsere Gedanken und Meinungen quasi Second Hand über die Hand.

    Wie aber bringt man zum Ausdruck, dass etwas verstanden wurde oder aber, dass etwas nicht in Ordnung ist? Der Verlust von Stimmlage und Gestik und Mimik wird zum Teil durch Emojis wettgemacht. Im wissenschaftlichen Kontext ist dies allerdings schwieriger. Was darf, kann oder soll sein? Was geht gar nicht? Wie schaffen wir es als Initiator_in virtueller Kommunikation auch Feedback zu erhalten? Wie wissen wir, ob wir richtig gehört und verstanden wurden?

    Is anybody out there?

    Es gelingt vielen von uns manchmal ungleich schwerer, sich im Rahmen einer Online Diskussion oder eines Chats oder in Foren zu melden. Um Reaktion und Interaktion im virtuellen Raum möglich zu machen, sollte eine angenehme Atmosphäre für alle geschaffen werden. Eventuell ist ein spielerischer Zugang ein Türöffner, um in weiterer Folge die Kommunikation anzukurbeln. Ein kurzer aktivierender Film kann den Einstieg erleichtern.  Virtuelle Kommunikation erleichtert aber auch den Drift in die Anonymität, macht das Vis-à-Vis oft unsichtbar oder auch unbekannt. Dies kann schnell zu Missverständnissen führen.

    Regeln – der Haltegriff zum Umgang miteinander

    Damit virtuelle Kommunikation Fahrt aufnehmen kann, sind Vertrauen und klare Regeln wichtige Grundlagen. Ein achtsamer Umgang fördert das Gelingen von Kommunikation und so kann ein virtueller Austausch auch friktionsfrei gestaltet werden.

    An der FernFH leben wir diesen respektvollen Umgang miteinander. Wir kommunizieren diese Netiquette auch an unsere Studierenden. In jeglicher Form der Kommunikation sollten wir bedenken, dass auf der anderen Seite auch ein Mensch sitzt. Der 3-Sprung „erst denken, dann schreiben, dann posten“ ist die Grundlage. Diskussion ja, Konflikt nein. Wir freuen uns über den Diskurs zu unterschiedlichen Thematiken, sind jedoch vorsichtig mit Humor und Sarkasmus. Wir sind große Freunde des Urheberrechts. Zitate sowie Quellen von Video- und Bildmaterial sind ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Kommunikation. Wir achten das geistige Eigentum anderer.

    Folgen wir diesen einfachen Regeln, schaffen wir einen Kommunikationsraum, der für alle angenehm ist und werden der Netiquette gerecht. Denn was liegt, das pickt. Diese österreichische Grundregel beim Kartenspiel, dass eine abgelegte Karte nicht wieder retour genommen werden kann, hat in der virtuellen Kommunikation durchaus auch seine Berechtigung. Play fair! Fair Play!