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Warum (in der Fernlehre) physische Begegnungen wichtig sind

Studierendengruppe arbeitet Face2Face

Die Auswirkungen der aktuellen „Corona-Krise“ werden zunehmend in allen (Lebens-) Bereichen sichtbar und spürbar. Kaum eine Frage kann sich dem Kontext der „aktuellen Situation“ entziehen. So auch die Frage, ob dieser seit längerer Zeit fertige Beitrag gerade jetzt veröffentlicht werden sollte?

Als Antwort reifte in den letzten Wochen ein zunehmend deutlicher werdendes JA heran. Denn die aktuelle Situation zeigt – ähnlich wie dieser Beitrag – auf, was im virtuellen Raum alles möglich ist und wie wichtig physische Begegnungen trotzdem oder gerade deshalb sind.

Fernlehre & physische Begegnungen, das klingt eigentlich nach einem Widerspruch …

.. und zum Teil ist es das auch. Fernstudienangebote bieten (berufstätigen) Menschen mit eingeschränkten zeitlichen Ressourcen oder fehlender zeitlicher Flexibilität bzw. Menschen aus Regionen mit eingeschränktem Zugang zu Hochschulbildung die Möglichkeit einer akademischen Ausbildung.
Als FernFH wollen wir gemäß unseren Werten „individuelle und strukturelle Bildungsbarrieren abbauen“ und ich denke, das gelingt uns auch.

Aber bauen wir nicht durch unsere Präsenzveranstaltungen, unseren physischen Begegnungen erst recht wieder Barrieren auf? Oft wird in diesem Zusammenhang vom sogenannten Community-Building gesprochen, der sozialen Komponente oder dem „Kitt“, der ein soziales Gefüge, eine Gruppe Studierender, einen Jahrgang zusammenhält.

Aber braucht es dafür wirklich physische Begegnungen?

Nein, aber diese Begegnungen beschleunigen den Gruppenfindungsprozess und erleichtern vieles. Eine gemeinsame Anreise, das gemeinsame Ankommen, das sich gemeinsam auf Vorlesungen und Prüfungen einstimmen, gemeinsam im Hörsaal sitzen, eine Gruppe mit allen Sinnen wahrnehmen, das hat der physische dem virtuellen Raum (noch) voraus.
Wichtiger als man denkt ist dabei auch noch, wo man nicht ist. Man ist nicht im privaten, familiären oder beruflichen Umfeld. Man ist an der Hochschule weitgehend ungestört den Studienkolleg_innen, den Lehrenden, dem Studium „ausgeliefert“.

Was ist das richtige Maß?

Wie oft soll oder muss man einander physisch begegnen, was ist das richtige Maß, damit es funktioniert? Ein Mal pro Woche / Monat / Semester? Das hängt von Rahmenbedingungen und Bedürfnissen ab. An der FernFH ist das richtige Maß drei Mal pro Semester oder man könnte auch sagen (weil das weitgehend zutrifft) 2 Mal pro Lehrveranstaltung. Jeweils am Beginn und am Ende, bei der Einführungsvorlesung und der abschließenden Prüfung.

Die physische Begegnung mit den Lehrenden am Beginn gibt den Studierenden einen ersten Eindruck, mit wem man es zu tun hat, woher die Expertise und die Leidenschaft für das Thema kommt, mit wem man interagieren wird, wer begleiten, prüfen und beurteilen wird.
Die Lehrenden bekommen durch diese Begegnung mit den Studierenden einen Eindruck von der Dynamik in der Gruppe, der Kommunikationskompetenz, der Vorerfahrung bzw. dem Interesse an den Inhalten.

Das ist unserer Erfahrung nach für beide Seiten wichtig. Und funktioniert.

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2 thoughts on “Warum (in der Fernlehre) physische Begegnungen wichtig sind

  1. Stimmt, mir geht eindeutig auch etwas ab, obwohl der Kontakt grade jetzt sehr intensiv ist. Wäre interessant, wie das unsere Studierenden sehen…

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