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  • Fragebogen, Experiment, Vignettenstudie…. Ein Plädoyer für das quantitative Forschen ❤

    Fragebogen, Experiment, Vignettenstudie…. Ein Plädoyer für das quantitative Forschen ❤

    (Bild ist AI-generiert)

    In den Sozialwissenschaften bedienen wir uns qualitativer als auch quantitativer Methoden. Durch qualitative Methoden wie die offene Befragung (Interviews), die Beobachtung und die Inhaltsanalyse kann die Welt ergebnisoffen betrachtet und möglichst vollständig beschrieben und verstanden werden. Diese sind also vor allem dann geeignet, wenn wir noch wenig Ahnung von einem bestimmten Phänomen oder einer bestimmten Situation haben und eine (erste) Theorie gebildet werden soll. Quantitative Methoden (z.B. Fragebogen, strukturierte Beobachtung, Experiment) sind wiederum dafür geeignet, wenn Sie einzelne Phänomene und Zusammenhänge auf der Welt offenlegen und erklären wollen.

    Sie sehen also: Beide Methodenansätze sind wichtig um die Welt, die Menschen und ihre Inter­aktionen besser verstehen zu können. Es scheinen sich jedoch einige Mythen und Vorurteile um beide Arten der Forschung zu ranken. Qualitative Forschung gilt oft als „einfacher“ und quantitative Forschung als überaus schwierig, weil hierfür statistische Grundkenntnisse notwendig sind. Tatsächlich haben beide Forschungsansätze ihre Vor- und Nachteile. Ich möchte Ihnen nun die quantitative Sozialforschung ein bisschen näherbringen und ihr Image durch ein paar Fakten verbessern.

    Wann quantitativ arbeiten?

    Welche Methode für ein Forschungsvorhaben geeignet ist, ergibt sich aus dem Vorwissen und der Forschungsfrage. Weiterführende Informationen zur Wahl der geeigneten Methode finden Sie in unserem Kurs „Vom Forschungsinteresse zum empirischen Forschungsdesign“.

    Quantitative Methoden haben immer mit Messen, Zählen und Berechnen zu tun. Wer quantitativ arbeitet, bedient sich Theorien und Vorannahmen, auf Basis derer sogenannte Hypothesen formuliert werden, welche dann durch die quantitativen Daten bestätigt oder verworfen werden. Im Gegensatz zu den qualitativen Methoden wird dabei nicht die Lebensrealität weniger Personen möglichst vollständig betrachtet, sondern ein kleiner Teil der Lebensrealität bei möglichst vielen Personen. Es wird quasi ins Leben „hineingezoomt“ und das wenige, das betrachtet wird, wird dabei möglichst genau erfasst. Zudem können nur mittels quantitativer Methoden systematische Unterschiede zwischen Personen, Unternehmen, Kulturen etc. sowie Zusammenhänge (z.B. zwischen äußeren Umständen, Wahrnehmungen, Motiven, Einstellungen, Verhaltensweisen etc.) offengelegt werden.

    Quantitative Forschung ist also v.a. dann geeignet, …

    • wenn wir bereits eine Vorahnung von einem Phänomen oder einem Sachverhalt haben und diese theoretischen Vorannahmen empirisch geprüft werden sollen,
    • wenn Regelhaftigkeiten für eine breite Grundgesamtheit identifiziert werden sollen,
    • wenn es um Unterschiede zwischen und innerhalb von Personen (z.B. über die Zeit) geht und
    • wenn es um den Zusammenhang zwischen einer Ursache und einer Wirkung geht.

    Vorteile quantitativer Forschung

    Ich sehe in der quantitativen Forschung viele Vorteile. Hier möchte ich auf zwei davon eingehen (weitere erfahren Sie im FERNFH Podcast „Der ganz normale Wahnsinn“). Erstens können durch quantitative Methoden gewisse Mechanismen und Phänomene sehr präzise erklärt werden. Dabei können Unterschiede zwischen Menschen/Unternehmen/Kulturen etc. getestet werden und es können – bei den richtigen Verfahren – Ursache und Wirkung relativ sauber auseinandergehalten werden. Das ist sehr wichtig, um praktische Maßnahmen zur Veränderung/Verbesserung abzuleiten. Auf Kausalität kann zum Beispiel mittels Experiment oder Längsschnitterhebungen, bei welchen dieselben Personen in gewissen Abständen immer wieder befragt werden, geschlossen werden.

    Zweitens sind quantitative Methoden – im Vergleich zu qualitativen Methoden – weniger aufwendig in der Datenanalyse. Die geeignete Analysemethode wird eigentlich schon mit der Formulierung der Hypothesen bestimmt und diese ist dann nach der Datenaufbereitung relativ schnell in einem Statistikprogramm (z.B. SPSS oder JASP) passiert. Dadurch können Sie Ablauf und Zeitplan Ihrer Abschlussarbeit relativ genau durchplanen. Zudem passt die relativ kurze Auswertungszeit quantitativer Daten gut zum Zeitplan einer Abschlussarbeit bei uns an der FERNFH, da so mehr Zeit für das eigentliche Schreiben der Arbeit bleibt.

    Quantitativ ist nicht nur der Fragebogen

    Bei Gedanken an quantitative Forschung denken die meisten an die standardisierte Befragung mittels Fragebogen. Das ist natürlich zu Recht eine beliebte Methode mit wenig Aufwand für Forscher*innen als auch für Versuchspersonen. Es gibt jedoch weit mehr quantitative Methoden, die angewendet werden können, um Hypothesen zu prüfen. Auch im Zuge einer Abschlussarbeit! Hier möchte ich drei kurz vorstellen.

    Inhaltsanalyse

    Zuallererst lege ich Ihnen die strukturierte Inhaltsanalyse nahe, denn mit ihr können Sie die Inhalte aus social media, Film und Fernsehen, Nachrichten etc. mit dem Erleben und Verhalten von Individuen und Gruppen verbinden.  Dabei analysieren Sie Text- und Multimediadaten auf Basis vorher definierter Kriterien, die dann in ihrer Häufigkeit gezählt werden. So können z.B. Werbevideos oder Chatverläufe innerhalb von Unternehmen hinsichtlich der von Ihnen vermittelten Emotionen untersucht werden oder Jobausschreibungen auf Phrasen geprüft werden, welche klassische Geschlechterrollen unterstreichen. Die Inhaltsanalyse ist insofern eine spezielle Methode, da hier oft kein persönlicher Kontakt zu den Versuchspersonen notwendig ist.

    Experiment

    Das Experiment ist der Ursprung aller quantitativen Forschung. Experimente können nicht nur klassisch „im Labor“ durchgeführt werden, gerade im Marketing finden oft Experimente im Feld statt, zum Beispiel werden Werbevideos gezeigt und ihre Wirkung verglichen oder Räume manipuliert, um zu prüfen, welcher Raumduft zu mehr Käufen anregt. Es gibt auch in Unternehmen Experimente, z.B. wenn ein neues Raumdesign oder die Viertagewoche ausprobiert wird. Alle Experimente haben dabei eines gemeinsam: Es gibt jeweils (mindestens) eine Experimentalgruppe, bei der etwas verändert (manipuliert) wird, und eine Vergleichsgruppe, bei der nichts verändert wird. Diese Gruppen werden dann verglichen. Einzigartig wertvoll macht diese Methode, dass durch die künstliche Manipulation recht deutlich zwischen Ursache und Wirkung unterschieden werden kann.

    Vignettenstudie

    Wenn ein Experiment auf einer hypothetischen Ebene durchgeführt wird, dann spricht man von einer Vignettenstudie. Dies klingt komplizierter als es ist. Vignetten sind kurze Texte oder Videos mit Anleitungen für die Versuchspersonen, sich in gewisse Situationen reinzudenken. Dabei werden die Vorteile von Experiment und Fragebogen kombiniert, d.h. dass die Studie mit relativ wenig Aufwand durchgeführt, jedoch relativ gut zwischen Ursache und Wirkung unterschieden werden kann. Nähere Informationen zu dieser und anderen quantitativen Methoden finden Sie in unserem Kurs „Quantitative Forschungsdesigns und -methoden“.

    Trauen Sie sich drüber und forschen Sie quantitativ, denn es hat sehr viele Vorteile! Um diese auch alle auskosten zu können empfehlen wir:

    Haben Sie Mut zur Lücke und keinen allzu hohen Anspruch auf Ihre Ergebnisse! Das ist nun mal so in der quantitativen Forschung: Man kann nicht die ganze Welt mit einer Studie erklären, im Gegenteil, man fokussiert auf einen sehr kleinen Teil der Welt, aber auf diesen möglichst detailliert.

    Stressen Sie sich nicht, wenn Ihre Hypothesen nicht bestätigt werden! Es kann natürlich immer vorkommen, dass Sie Ihre Hypothese(n) nach der Datenanalyse verwerfen müssen – aber das ist auch ein wichtiger Befund! Und jedenfalls haben Sie gelernt, wie der Forschungsprozess abläuft und können diesen dann in Ihrem Beruf auch einsetzen.

    Haben Sie keine Angst vor Statistik (sie hat wahrscheinlich mehr Angst vor Ihnen 😜)! Sie haben die Basis in Ihrem Studium gelernt, aber so wirklich vertiefen werden Sie Ihr Wissen dann erst im Zuge Ihrer tatsächlichen empirischen Arbeit – das ist der ganz normale Prozess. Dafür steht Ihnen an der FERNFH der begleitende Methodenkurs zur Verfügung, in dem Sie Hilfestellungen zur statistischen Auswertung Ihrer Studien finden (v.a. viele Video-Tutorials 😊). Wir haben seit kurzem übrigens auch einen Kurs zum Suchen und Finden von Versuchspersonen!

    Viel Erfolg beim quantitativen Forschen! … Spaß darf das übrigens auch machen ❤

  • Von der Blockade zum Flow: So können auch Sie Ihre Abschlussarbeit fertigstellen!

    Von der Blockade zum Flow: So können auch Sie Ihre Abschlussarbeit fertigstellen!

    Das Studienjahr geht dem Ende zu und das bedeutet für viele von Ihnen, dass Sie Ihr Studium bald abschließen werden. Sie haben Ihre Bachelor- und Masterarbeiten fertigstellen können und werden diese in den nächsten Wochen vor einer Prüfungskommission präsentieren und verteidigen. Dafür gebührt Ihnen die höchste Anerkennung und Gratulation!

    Für manche geht sich der Studienabschluss im Juni nicht aus

    Manchen allerdings ist es aufgrund beruflicher, familiärer, privater und/oder gesundheitlichen Gründen nicht möglich gewesen, zum Juni-Termin ihre Abschlussarbeit fertigzustellen. All jenen Studierenden ist dieser Blogartikel gewidmet. Ich erzähle Ihnen meinen Geschichte zum Fertigstellen meiner Abschlussarbeiten gebe abschließend noch ein paar Tipps für Ihre nächsten Schritte.

    Meine Geschichte zu Abschlussarbeiten

    In meinem Diplomstudium Betriebswirtschaft an der WU Wien bin ich gut vorangekommen, bis kurz vorm Abschluss. Was passierte dann? Mitten in meinem Diplomarbeitsprojekt bin ich steckengeblieben. Nichts ging mehr. Die Gründe dafür waren vielfältig: Ich habe plötzlich mehr Stunden gearbeitet, intensivst für die letzten LVs und Abschlussprüfungen gelernt, Wohnung aufgeräumt usw. usf. Sie kennen das sicher alle! Aber Prokrastination hilft nix, wenn das Studium endlich abgeschlossen werden muss. (Hilfreiche Tipps gegen Prokrastination finden Sie in unserem Blog von Tanja Adamcik: https://wissblog.fernfh.ac.at/was-eisenhower-konnte-kann-ich-schon-lange/ und https://wissblog.fernfh.ac.at/was-hat-eine-tomate-mit-zeitmanagement-zu-tun/)

    Mir war klar, um aus diesem Loch wieder rauszukommen, benötige ich Hilfe von außen. In der Universitätsbibliothek zwischen den Ratgeberbücher „So schließe ich mein Studium ab“ und  „Wissenschaftliches Schreiben für Dummies“ fand ich jenes Buch, das mir den entscheidenden Impuls zum Fertigschreiben meiner Diplomarbeit und damit Abschluss des Diplomstudiums gab: „Keine Angst vorm leeren Blatt“ von Otto Kruse.

    Schreiben ist Denken

    Ein wichtiges Learning für mich aus dem Buch war, dass Schreiben auch Denken ist. Was bedeutet das?

    Schreiben ist die aktive Auseinandersetzung mit einem fachlichen Thema. Deshalb blockiert mich die Erwartung, gleich korrekte und verständliche Texte zu schreiben. Zuerst nutze ich also das Schreiben, um meine Gedankengänge deutlich zu machen. Ich formuliere Argumente und dadurch lassen sich dann oft Lücken in meinen Überlegungen finden. Gerade auch bei inhaltlichen oder konzeptionellen Problemen wird durch das Niederschreiben der Probleme die Lösung jener viel klarer.

    Ein Beispiel: Mein zentraler Begriff in meiner Forschungsarbeit wird von namhaften Autor_innen unterschiedlich definiert und ich kann mich nicht entscheiden, welcher Definition ich folgen soll. Ich beschreibe also in eigenen Worten die beiden Definitionen und formuliere dabei auch, welches Problem ich mit der einen bzw. der anderen Definition habe. Schwarz auf weiß in eigenen Worten niedergeschrieben wird mir deutlich welche Definition für mich besser passt (oder auch eine Kombination aus beiden).

    Weitere Tipps von Otto Kruse z.B. zur Zeitplanung halfen mir schlussendlich, die Arbeit fertigzuschreiben und mein Studium abzuschließen.

    Die Geschichte wiederholt sich

    Fast 10 Jahre später wiederholte sich die Geschichte allerdings für mich: wieder blieb ich stecken, diesmal allerdings mitten in meiner Doktorarbeit. Auch hier hatte ein Buch entscheidenden Einfluss, dass ich auch dieses Projekt erfolgreich beenden konnte: „Frei geschrieben. Mut, Freiheit und Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten“ von Judith Wolfsberger.

    Schreiben ist erlernbar

    Aus diesem Buch konnte ich mir mitnehmen, dass Schreiben erlernbar ist.

    Die meisten von uns glauben, dass gutes Schreiben ein Talent ist. Tatsächlich ist Schreiben eine Fertigkeit, die wir erlernen können und üben müssen, um sie weiterzuentwickeln (Vedral, 2012, S. 484). Dazu gibt es einfach einzusetzende Methoden und Ideen. Mir beispielsweise hilft die Idee der „shitty first version“: Für einen Teil oder ein Kapitel einen Rohtext in einem Guss – im Flow – runterschreiben. Alle Formalia wie Zitate, Rechtschreibung, Layout kommen erst später dazu. Wichtig ist es, einfach einmal etwas auf dem Papier zu haben. Dann lass ich den Text eine Weile liegen, am besten über Nacht oder noch länger und dann erst überarbeite ich den Text, dabei behandle ich ihn aber wie „rohe Eier“ (Wolfsberger, 2021): ich muss mich loben, nett zu meiner Leistung sein. Ein Text wird nach und nach schlüssig und stimmig als ein Ergebnis mehrerer Überarbeitungen.

    So habe ich nach vielen Jahren neben Berufstätigkeit und Familie meine Dissertation fertiggeschrieben.

    Bleiben Sie dran!

    Zur Fertigstellung Ihrer Abschlussarbeit habe ich noch diese letzten Tipps für Sie:

    1. Dranbleiben: Ja, es war ein anstrengendes Studienjahr und ja, Sie haben sich Urlaub und Erholung mehr als verdient. Trotzdem: bleiben Sie dran an Ihrer Abschlussarbeit. Im besten Fall haben Sie ein approbiertes Proposal auf dessen Basis Sie weiterschreiben können. Wenn nicht, dann schauen Sie so schnell wie möglich, dass Sie das Proposal fertigstellen.
    2. Kleine Portionen: Nehmen Sie sich vor, jeden Tag 15 Minuten in Ihre Abschlussarbeit zu investieren: eine Mindmap zu einem Unterpunkt erstellen, oder zwei Absätze schreiben, oder zumindest bibliografieren (also Publikationen in Ihre Literaturdatenbank eintragen). Dadurch bekommen Sie eine Schreib- und Arbeitsroutine und die Abschlussarbeit wird von einem großen, angstmachenden Brocken zu kleinen machbaren Arbeitsschritten. Eines der Lieblingsbücher von Ingrid Wahl, die effizienteste Schreiberin, die ich kenne, ist übrigens: „Writing your Dissertation in 15 Minutes a Day“ von Joan Bolker. Hier ist diese Strategie genau beschrieben.
    3. Auch wenn es noch nicht Ihr persönlicher Studienabschluss ist: Feiern Sie mit Ihren Studienkolleg_innen deren Sponsion. Freuen Sie sich mit ihnen mit und formen Sie aus diesen Momenten Ihre persönliche Vision von Ihrem Studienabschluss, die Sie als Motivation nutzen können. Erstmals seit 2019 kann die Sponsion an der FernFH wieder vor Ort stattfinden, und gemeinsam gefeiert werden.

    Sie schaffen das!

    Damit hoffe ich, Ihnen auf Ihrem Weg zum Abschluss zu helfen, egal ob dieser im Oktober, März oder Juni erfolgt. Halten Sie durch, Sie schaffen das!

    PS: Und noch etwas, damit Sie sich besser fühlen, wenn Sie erst zum Oktober- oder März-Termin antreten: Ich habe für meine Diplomarbeit fast 2 Jahre benötigt und für meine Dissertation 11 Jahre 😊.

    Weiterführende Hinweise

    Was für eine Abschlussarbeit noch alles wichtig ist, hat Ingrid Wahl in mehreren Blogartikel prägnant auf den Punkt gebracht:

    Schreibprobleme lösen: Hier habe ich ein paar Erklärvideos zum Schreiben gemacht (Zugriff leider nur für FernFH-Studierende).

    Quellen

    Bolker, Joan. (2002). Writing Your Dissertation in Fifteen Minutes a Day. McMillan. New York.

    Kruse, Otto. (2007). Keine Angst vor dem leeren Blatt. Ohne Schreibblockaden durchs Studium. (12. Aufl.). Campus. Frankfurt [u.a.].

    Vedral, Johanna. (2012). Welche Leistungen müssen Studierende beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten aus psychologischer Perspektive erbringen? Psychologie in Österreich, 5, 10.

    Wolfsberger, Judith. (2021). Frei geschrieben: Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. (5., bearbeitete Aufl.). UTB-Taschenbuch. Stuttgart.

  • Abschlussarbeiten schreiben – auch ein nicht signifikantes Ergebnis ist ein Ergebnis

    Abschlussarbeiten schreiben – auch ein nicht signifikantes Ergebnis ist ein Ergebnis

    Nach mühevoller Arbeit mit Themenfindung, der Problemstellung, der Literatur, dem Theoriekapitel, den Hypothesen und der Fragebogenerstellung hat man endlich die Daten vorliegen. Seien wir uns einmal ganz ehrlich, da hat jetzt niemand großartig Lust systematisch vorzugehen. Man will doch wissen was rausgekommen ist. Also kurz mal das Statistikprogramm anwerfen und analysieren was das Zeug hält. 🤓 Wenn dann die erste Neugierde gestillt ist, sieht man sich die Daten natürlich gründlich der Reihe nach an.

    Was sehe ich mir zuerst an?

    Zuerst sichtet man die Daten und sieht nach, ob die Daten plausibel sind (z.B. hat eine 15jährige 6 Kinder, usw.). Solche Datensätze sollten gelöscht werden, weil man hier nicht sagen kann, wie ernsthaft der Fragebogen ausgefüllt wurde. Man sollte sich auch ansehen, ob es Fragen gibt, die viele Personen nicht beantwortet haben oder ob es an einer bestimmten Stelle im Fragebogen viele Abbrüche gegeben hat. Das gibt schon Aufschluss darüber, wie gut der Fragebogen bei den Teilnehmer_innen angekommen ist und wie brauchbar die Daten sind.

    Dann sieht man sich die soziodemographischen Daten der Stichprobe an. Hier wird oft davon gesprochen, ob die Stichprobe repräsentativ ist, aber das ist ein Blödsinn. Repräsentativ heißt, dass alle Personen, die der untersuchten Grundgesamtheit angehören (z.B. alle österreichischen Eltern), die gleiche Chance haben in die Stichprobe zu kommen. Das schafft eigentlich nur die Statistik Austria bei der Mikrozensuserhebung und die zwingen die Leute per Gesetz. 😊 Auf jeden Fall kommt in die Abschlussarbeit das Kapitel „Stichprobe“ in welchem beschrieben wird, wer die Personen waren, die an der Befragung teilgenommen haben (z.B. Alter, höchster Schulabschluss, Erwerbstätigkeit, usw.).

    Wie bilde ich meine Skalen?

    Als nächstes sieht man sich an, ob die verwendeten Skalen – egal ob selbst gemacht oder aus der Literatur – auch gut passen. Wie das geht, zeigen verschiedene schlaue Videos. 😊 Auf jeden Fall wird die Skalenbildung in der Abschlussarbeit entweder im Materialkapitel oder in einem eigenen Kapitel mit Namen „Vorbereitende Analysen“ berichtet. Dort wird dann auch alles im Text beschrieben (d.h. Itemanalyse, Ergebnis verwendeten Faktorenanalyse, Ergebnis Reliabilitätsanalyse, Name der gebildeten Skala und deren deskriptive Statistiken). Alle diese Daten werden auch in einer Tabelle zusammengefasst dargestellt, die nach der Beschreibung abgebildet wird. Bei der Beschreibung und der Tabelle muss man nicht kreativ sein, sondern man sucht sich eine gute Abschlussarbeit raus und orientiert sich daran. Achtung, nicht abschreiben, nur orientieren! 🤓

    Was wird im Ergebnisteil berichtet?

    Jetzt geht es daran, im Ergebniskapitel die Hypothesen zu beantworten. Dazu gibt man nochmal an was man untersuchen möchte, und zwar ausformuliert und ohne Angabe der Hypothesennummer. Nur Faule schreiben hier tatsächlich H1 usw. hin. Dann gibt man an welches Verfahren herangezogen wurde, welche Variablen die unabhängigen und welche die abhängigen waren, was dabei rausgekommen ist (inkl. Angabe Mittelwerte, Standardabweichung, Mediane, Korrelationskoeffizienten, F-Werte, Freiheitsgrade, p-Wert, usw.) und wie das Ganze zu interpretieren ist. Das liest sich dann zum Beispiel so: „Um zu analysieren, inwieweit das Alter mit der Höhe von Geldgeschenken zusammenhängt, wurde eine Korrelationsanalyse nach Spearman mit den Variablen „Alter“ und „HöheGeldgeschenk“ durchgeführt. Es zeigte sich eine signifikante negative Korrelation (rsp = -0.35, p < 0.01) welche bedeutet, dass sich mit zunehmenden Alter die Geldgeschenke der Eltern verringern.“

    Wie man die Ergebnisse genau angibt, ist meist in den zur Verfügung gestellten Leitfäden beschrieben. Also ist auch hier nie Kreativität sondern immer nur pure Genauigkeit gefragt. Steht in den Leitfäden wider Erwarten nichts zur Ergebnisdarstellung, dann sieht man sich am besten an, wie das in den gelesenen Artikeln gemacht wurde.

    Wie sehen Tabellen aus?

    Nach der Beschreibung kommt die Ergebnistabelle, in der die schon weiter oben berichteten Mittelwerte (inkl. Standardabweichung) der Gruppen, die Mediane der Gruppen oder die Korrelationen übersichtlich dargestellt werden. Es ist hier ziemlich verlockend, einfach die Ergebnistabelle aus dem Statistikprogramm reinzukopieren. Aber das sieht scheußlich aus und sollte daher auf keinen Fall – ich wiederhole – auf gar keinen Fall gemacht werden! Auch hier kann man sich an guten bestehenden Abschlussarbeiten und gelesenen Artikeln orientieren. Ebenfalls unbedingt zu beachten ist, dass im Text immer die ganze Information, die auch in der Tabelle steht, berichtet werden sollte und dass auf die jeweilige Tabelle verwiesen wird.

    Wo bringe ich zusätzliche Ergebnisse unter?

    Hat man mehrere Hypothesen, dann analysiert man diese der Reihe nach und berichtet die dazugehörigen Ergebnisse. Manchmal hat man noch nicht für alles eine Hypothese aufgestellt und trotzdem so richtig Lust auch nach der Beantwortung der Hypothesen weiter zu analysieren. Meist hat man ja viel mehr erhoben und möchte genau wissen, was hinter den ganzen Daten liegt. Kein Problem, Analysen, zu denen es keine Hypothesen gibt, werden im Kapitel „Weiterführende Analysen“ berichtet und zwar genau so wie ich das vorher beschrieben habe.

    Wie schlimm ist es, wenn nichts signifikant ist?

    Manchmal sind Studierende sehr enttäuscht, wenn sie ihre Nullhypothesen beibehalten müssen und ihre Alternativhypothesen nicht zutreffen. Das ist natürlich ein bisschen blöd, weil man ja gute Gründe für die Hypothesen hatte. Aber für die Abschlussarbeit ist das überhaupt kein Problem. Für eine gute Abschlussarbeit ist es nicht nötig, dass die Ergebnisse signifikant sind. Immerhin ist irren menschlich, das gilt auch in der Wissenschaft. Vielmehr ist es wichtig, dass in der Abschlussarbeit korrekt ausgewertet wird und alles nachvollziehbar dargestellt wird. Wenn man das schafft, dann bekommt man bestimmt auch eine gute Note. 🤓

    Wo hole ich mir Hilfe?

    Klar muss man erst mal wissen, wie das mit der Statistik funktioniert und was man wie auswertet. Das ist immer sehr individuell und kann daher nicht so locker und lässig in einem Blogbeitrag erklärt werden. Wenn man mit der Statistik Probleme hat, dann gibt es im Internet unzählige Videos und Erklärungen, die sich ganz leicht Googlen lassen. Für die Studierenden der FernFH habe ich im Statistik Austausch viele Informationen zusammengetragen und unterstütze auch wo es nur geht im Forum.

    Bald ist die Abschlussarbeit zu Ende. Leider‼ Aber das wichtigste Kapitel – die Diskussion – fehlt noch. Um die geht es in meinem nächsten Beitrag.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Give me the Fragebogen and nobody gets hurt!

    Abschlussarbeiten schreiben – Give me the Fragebogen and nobody gets hurt!

    Endlich kann man kreativ werden und Daten erheben! Immerhin hat man sich bisher schon mit der Themenfindung, der Problemstellung, der Literatur, dem Theoriekapitel und den Hypothesen abgemüht! Jetzt ist es Zeit, dass man sich mal selbst an die Arbeit begibt und die Erhebung gestaltet und nicht immer nur das zusammenfasst was andere gemacht haben. 😉 Bei Erhebungen gibt es wieder einiges zu beachten, weil wenn man einen Blödsinn erhoben hat, bringt einem die beste Auswertungsmethode nix mehr.

    Wie kann ich meine Hypothesen beantworten?

    Meine Forschungsfrage ist: „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“. Und meine Hypothesen sind: H1: „Je älter die Kinder sind, desto weniger finanzielle Unterstützung erhalten sie von ihren Eltern.“; H2: „Personen, die ein eigenes Einkommen haben, erhalten weniger finanzielle Unterstützung von ihren Eltern, als Personen, die kein eigenes Einkommen haben.“. Da habe ich mich ja schon entschieden, dass ich diese quantitativ, also mit einem Experiment oder einem Fragebogen untersuche. Bei einem Experiment werden Personen zufällig zu Experimentalbedingungen zugewiesen. Auch wenn ich das gerne möchte, aber leider kann ich nicht manipulieren, ob mir meine Eltern Geld geben oder nicht. Daher kann ich hier auch kein Experiment durchführen. Aber ich kann Leute mit einem Fragebogen befragen und damit meine Hypothesen beantworten.

    Konstrukte getrennt voneinander erheben

    Um Hypothesen mit einem Fragebogen zu beantworten, muss man die Dinge (auf g’scheit: Konstrukte), die in den Hypothesen vorkommen, getrennt voneinander erheben. Ich will wissen, ob das Alter negativ mit der finanziellen Unterstützung durch die Eltern zusammenhängt. Daher muss ich im Fragebogen einerseits erheben, wie alt meine Teilnehmer_innen sind und andererseits wieviel finanzielle Unterstützung (z.B. Höhe, Häufigkeit) sie von ihren Eltern erhalten. Vergisst man hier auf einen Teil, dann kann die Hypothese nicht beantwortet werden. Das ist klar. Aber auch wenn man beide Teile auf einmal erhebt (also zum Beispiel mit der Frage: „Wie sehr haben Sie das Gefühl, dass sie mit zunehmendem Alter weniger finanzielle Unterstützung Ihrer Eltern erhalten“), kann man keine Korrelation berechnen und somit die Hypothese ebenfalls nicht beantworten. Damit die Hypothesen am Schluss gut beantwortet werden können, muss man sich schon bei der Gestaltung des Fragebogens überlegen, wie man das anschließend auswertet.

    Wie komme ich zu guten Fragen?

    Oft sollen in Fragebögen auch Konstrukte erhoben werden, die in der Literatur schon untersucht wurden (z.B. Arbeitszufriedenheit, Persönlichkeitseigenschaften). Da braucht man sich selbst nicht mehr den Kopf zu zerbrechen, wie man das am besten erhebt, sondern man sucht am besten in den Material- und Ergebniskapiteln der gelesenen Artikel, wie das dort erhoben wurde. Das sind dann meist schon getestete Fragenbatterien (auf g’scheit: Skalen), die man dann im eigenen Fragebogen übernehmen kann. Außerdem gibt es auch Datenbanken, die alle möglichen Skalen sammeln (siehe Links unten). Zuerst sollte man sich aber noch genau überlegen, ob das zu erhebende Konstrukt aus den Hypothesen auch gut zu den ausgewählten Skalen passt. Nur weil irgendwer das mal verwendet hat, heißt das noch lange nicht, dass das eine super Skala ist! Da muss man sich auch ein wenig auf das eigene Gefühl verlassen, um zu beurteilen, ob die Skala was taugt. Einzelne Wörter und das Antwortformat kann man auch bei schon gut geprüften (auf g’scheit: validierten) Skalen natürlich ohne weiteres anpassen.

    Die Intervallskala

    Am besten erhebt man immer alles auf dem höchstmöglichen Skalenniveau. Bei Skalen sollte das also Intervallskalenniveau sein. So kann man die besten Analysen durchführen bzw. wenn man es dann doch nicht so genau braucht, kann man das noch umkodieren. Was ganz grauslich zum Auswerten geht, sind Mehrfachantworten (d.h. Wählen Sie alles aus was auf Sie zutrifft.) und Reihungsfragen (d.h. Ordnen Sie die folgenden Aussagen danach, wie diese auf Sie zutreffen.). Besser ist es immer die Alternativen vorzugeben und für jede auf einer 7stufigen Antwortskala abzufragen, wie sehr diese zutrifft und zwar mit den Endpolen „trifft gar nicht zu“ bis „trifft völlig zu“.

    Was muss man noch beachten?

    Wenn sich Personen in einem Fragebogen nicht wiederfinden oder dieser sie nervt, dann brechen sie die Befragung ab. Niemand hat Zeit für und Lust auf einen schlechten Fragebogen. Daher sollte man immer überlegen, ob auch alle Personen eine passende Antwortalternative haben. Auch sollte man immer die Möglichkeit geben, dass eine Frage nicht beantwortet werden muss. Da verzichtet man lieber mal auf eine einzelne Antwort, als auf den ganzen Fragebogen.

    Natürlich knallt man den Fragebogen den Teilnehmer_innen nicht einfach hin, sondern man schreibt eine kurze Einleitung. In dieser stellt man sich vor, gibt an wozu die Untersuchung durchgeführt wird, gibt grob an worum es im Fragebogen gehen wird – aber nicht zu genau, um niemanden zu beeinflussen –, sichert die Anonymität zu, schreibt, dass es keine richtigen und falschen Antworten gibt, führt die ungefähr benötigte Zeit zum Ausfüllen an und stellt Kontaktdaten für Nachfragen zur Verfügung. Am Ende des Fragebogens bedankt man sich für die Teilnahme – man will ja nicht unhöflich sein, oder? – und gibt nochmals Kontaktinformationen an.

    Wie sieht das dann in der Abschlussarbeit aus?

    In jeder Abschlussarbeit aber auch in jedem Artikel mit einer empirischen Studie gibt es ein Materialkapitel in welchem der Fragebogen von Anfang bis Ende, also von der Einleitung bis zur Danksagung, beschrieben wird. Also genau was wurde als Thema angegeben, auf wie lange wurde die ungefähre Bearbeitungsdauer geschätzt usw. Dann wird angegeben worauf mit welchen Fragen abgezielt wurde, welches Antwortformat verwendet wurde und man gibt eine Beispielfrage an. Für die Fragen und Skalen, die aus der Literatur stammen, wird hier die Quelle zitiert. So weiß eine Person, die den Fragebogen nicht vor sich hat, genau wie dieser ausgesehen hat und woher die Fragen stammen und was wie abgeändert wurde. Außerdem wird der Fragebogen im Anhang der Abschlussarbeit abgebildet.

    Wie lerne ich gute Fragebögen zu gestalten?

    Gute Fragebögen zu gestalten hat viel mit Erfahrung zu tun. Diese Erfahrung kann man sammeln, indem man einfach jeden Fragebogen, der einem in die Quere kommt, beantwortet. Dabei überlegt man am besten immer gleich mit, was gefällt, was nicht gefällt, fühlt man sich angesprochen, was würde man selbst anders und damit hoffentlich besser machen. So kann man dann schon beim eigenen Fragebogen gut abschätzen, wie man diesen gestalten könnte.

    Ist der Fragebogen einmal fertig, dann geht es los mit der Erhebung! Das erledigt sich meist wie von selbst. Sind die Daten einmal da, dann wird ausgewertet und darum geht es auch in meinem nächsten Blogbeitrag. Versprochen!

    Weiterführende Links

    https://www.zpid.de/index.php?wahl=products&uwahl=frei&uuwahl=testarchiveintro
    http://www.scalesandmeasures.net/
    https://www.testarchiv.eu/
    https://en.wikibooks.org/wiki/Handbook_of_Management_Scales
    http://zis.gesis.org/

  • Abschlussarbeiten schreiben – Jetzt wird’s hypothetisch

    Abschlussarbeiten schreiben – Jetzt wird’s hypothetisch

    Jetzt wo mit allen vorangegangen Blogbeiträgen das Thema, die Forschungsfrage und der Theorieteil stehen, gehts bei empirischen Arbeiten um eine weitere wichtige Entscheidung: Soll qualitativ oder quantitativ geforscht werden? Ich bin ganz klar in der quantitativen Forschung beheimatet, und schlage daher, wo es nur irgendwie sinnvoll ist, Forschung mit Experimenten und Fragebögen vor. Das mit dem qualitativen Forschen, also Interviews, Dokumentenanalysen usw. überlasse ich lieber unserer Spezialistin Anahid Aghamanoukjan. Ich werde mal bei ihr nachfragen, ob sie hier vielleicht einspringen und den einen oder anderen Blogbeitrag dazu schreiben mag. 😊

    Also, entschieden für quantitative Forschung und raus mit dem Fragebogen! So ist oft der Zugang von Studierenden. Das kann ganz schnell nach hinten los gehen. Zuerst muss man sich überlegen, was man überhaupt wissen will und das muss natürlich gut überlegt sein. Weil der beste Fragebogen bringt nichts, wenn er nicht erhebt, was man überhaupt wissen will.

    Um zu wissen, was man überhaupt wissen will, werden Hypothesen aufgestellt. Hypothesen fallen dabei nicht einfach vom Himmel, sondern sie werden in einem eigenen Kapitel der quantitativen empirischen Arbeit abgeleitet. Und das macht man so, dass man nochmal grob die Literatur aus dem Theorieteil wiederholt und dann Vermutungen ableitet, wie sich auf Grund des Zusammengefassten Zusammenhänge oder Unterschiede darstellen könnten. Studierende finden das manchmal komisch, noch mal die Literatur zu berichten oder vergessen dabei sogar darauf, zu zitieren. Es ist aber für die Klarheit des Forschungsprozesses wichtig, noch mal anhand der Literatur diese Vermutungen explizit aus der Theorie abzuleiten und darauf aufbauend die Hypothesen aufzustellen. Und wichtiger Merksatz zum Zitieren: „Zitiere, was ist nicht von dire!“ 🤣

    Wie schaut das jetzt praktisch aus?

    Meine Vermutung zu dem Problem, dass mir meine Eltern kein Geld mehr schenken, ist, dass ich wohl durch mein Alter (41 Jahre) und dadurch, dass ich arbeite und Geld verdiene (sorry, hierzu gibt es keine näheren Auskünfte, außer dass es natürlich gerne mehr sein darf! 😉) schlechte Karten habe, um hier auf Geld hoffen zu können. Um jetzt Hypothesen aufzustellen, muss ich in der Theorie auf jeden Fall zum Zusammenhang von Geschenken mit Alter und finanzielle Selbstständigkeit berichtet haben. Um die Hypothesen aufzustellen, muss ich nun diese im Theorieteil berichtete Literatur nochmal grob darstellen und komme zu dem Schluss, dass mit zunehmendem Alter und zunehmender Selbstständigkeit von Kindern die finanzielle Unterstützung durch die Eltern abnimmt.

    Wie werden jetzt Hypothesen formuliert?

    Meine Vermutung, dass mein Alter und mein Gehalt der elterlichen Unterstützung entgegenwirken, ist natürlich recht unfein formuliert und entspricht nicht dem, wie Hypothesen formuliert werden sollten. Hypothesen nehmen entweder einen Zusammenhang oder einen Unterschied an.

    Zusammenhangshypothesen haben immer die Form „je…, desto…“ Die obige Vermutung zum Alter wäre also: „Je älter die Kinder sind, desto weniger finanzielle Unterstützung erhalten sie von ihren Eltern.“ Dahingegen geben Unterschiedshypothesen immer an, zwischen welchen Gruppen eben ein Unterschied besteht. Für meine obige Vermutung zum Gehalt wäre das dann: „Personen, die ein eigenes Einkommen haben, erhalten weniger finanzielle Unterstützung von ihren Eltern, als Personen, die kein eigenes Einkommen haben.“ Achtung, bei Unterschiedshypothesen muss immer angegeben werden, welche Gruppen sich unterscheiden, leider wird oft die Vergleichsgruppe – also das was nach „als“ kommt – vergessen. Zur Info: Die hier aufgestellten Hypothesen sind gerichtet, das heißt es wird schon angenommen in welche Richtung der Zusammenhang oder Unterschied geht. Also ob der Zusammenhang positiv oder negativ ist bzw. welche Gruppe von den Eltern weniger Kohle bekommt.

    Wenn man aus der Literatur noch nicht ablesen kann, in welche Richtung der Zusammenhang oder der Unterschied geht, dann werden ungerichtete Hypothesen aufgestellt. Also: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Alter der Kinder und der erhaltenen finanziellen Unterstützung durch die Eltern.“ bzw. „Zwischen Personen mit und ohne Gehalt besteht ein Unterschied in der Höhe der finanziellen Unterstützung der Eltern.“

    Kann man auch hypothetisieren, dass es keinen Zusammenhang oder Unterschied gibt?

    Immer wieder kommt es vor, dass Studierende Hypothesen aufstellen wollen, dass es keinen Zusammenhang oder Unterschied gibt. Das ist auf jeden Fall manchmal berechtigt, aber die Denkrichtung der Falsifikation in der wir uns befinden, lässt solche Annahmen leider nicht zu. Das heißt Hypothesen können immer nur annehmen, dass etwas zusammenhängt oder sich unterscheidet aber niemals, dass etwas nicht zusammenhängt oder gleich ist. Solche Annahmen können mit den statistischen Standardtests nämlich nicht falsifiziert werden.

    Puh, endlich sind die Hypothesen aus der Literatur abgeleitet! Jetzt kann es losgehen mit dem Fragebogen bzw. dem Experiment. Um hier mehr zu erfahren müsst ihr aber auf die nächsten Blogbeiträge warten.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Schreib deinen Theorieteil für intelligente Dummies!

    Abschlussarbeiten schreiben – Schreib deinen Theorieteil für intelligente Dummies!

    Also ich beschäftige mich in meinen Blogbeiträgen noch immer mit dem Verfassen meiner Abschlussarbeit. Mittlerweile habe ich ein Thema, eine Fragestellung und nach dem letzten Beitrag auch noch genügend Literatur für mein Problem, dass mir meine Eltern kein Geld mehr schenken. Jetzt kann es so richtig los gehen mit dem Schreiben. An diesem Punkt habe ich schon öfters von Studierenden gehört, dass sie eine Schreibblockade haben. Aber eigentlich gibt es das nicht. Wie in meinem Lieblingsbuch zu wissenschaftlichem Schreiben und Publizieren steht, ist wissenschaftliches Schreiben kein kreativer Schreibprozess, bei dem man sich etwas ausdenken muss. Also kann es hier auch keine Schreibblockaden geben (Silvia, 2007). Man muss sich einfach hinsetzen und die gelesenen Dinge in eigenen Worten zusammenfassen und das dann richtig zitieren. Das sollte echt keine Hexerei sein. Und wenn man ein Literaturverwaltungsprogramm verwendet – hab ich eigentlich schon mal Zotero erwähnt? 😉 – und dort schon kurze Zusammenfassungen verfasst hat, hat man schon viel geleistet. Super, wenn man da nicht nochmal alles lesen und ganz von vorne beginnen muss!

    Wos woa mei Leistung?

    Dadurch, dass in Theorieteilen immer „nur“ Sachen von anderen zusammengefasst werden, haben Studierende hier oft das Gefühl, dass das alles gar nicht von ihnen ist. Das stimmt so aber natürlich überhaupt nicht. Immerhin wird Literatur zu einem spezifischen, oft sogar selbst gewählten Thema zusammengetragen und dann sinnvoll zu einem eigenen Werk zusammengestellt. Außerdem liegt die wissenschaftliche Leistung auch darin die eigene Meinung zurückzunehmen und sich fakten- und wissenschaftsbasiert einem Thema zu nähern. Jetzt brauchen wir wirklich nicht so zu tun als wär‘ das nix! Da ist auf jeden Fall einiges an Leistung dahinter und die Meischberger-Frage muss sich hier niemand stellen!

    Wie baut man einen Literaturteil auf?

    Die Gliederung gibt eine (veränderbare) grobe Struktur vor, die hilft, die gefundene Literatur in Kapitel und Unterkapitel einzuteilen. In diesen Unterkapiteln werden zusammenpassende Inhalte in einzelnen Absätzen sinnvoll dargestellt. Das ist oft leichter gesagt als getan. Am besten sortiert man vor dem Schreiben die Artikel oder noch besser gleich die Zusammenfassungen so wie sie der Reihe nach berichtet werden sollen. Das heißt man überlegt welche Themen oder Artikel zusammengehören und welche aufeinander aufbauen und daher in einer bestimmten Reihenfolge berichtet werden müssen, damit das Geschriebene im Anschluss gut verständlich ist.

    Texte die nicht strukturiert sind, sind leider wenig verständlich. Mit der Struktur passt etwas nicht, wenn auf das gleiche Thema an verschiedenen Stellen der Abschlussarbeit eingegangen oder wenn auf vergangene oder kommende Kapitel verwiesen wird.

    Bei Abschlussarbeiten und auch wenn man einfach mal so einen Blogbeitrag schreibt, sollten sich die Themen nacheinander ergeben und sich nicht wiederholen. Bei meiner eigenen Abschlussarbeit sollte ich also zuerst definieren was Geld ist und dann generell über altruistisches Verhalten berichten und dort in einem Unterkapitel erläutern, wie sich altruistisches Verhalten in Bezug auf Geld äußert. Und das alles, ohne dort nochmal Geld zu definieren. Also immer alles schön der Reihe nach!

    Verbindungen verbinden

    Des Weiteren ist es bei der Struktur wichtig, dass nicht einfach ein Artikel oder ein Aspekt nach dem anderen berichtet wird, sondern dass auch in der Beschreibung die Absätze inhaltlich miteinander verbunden werden. Am leichtesten geht das, wenn man am Anfang des Absatzes ein Verbindungswort verwendet. Das könnte zum Beispiel wie beim aktuellen Absatz „des Weiteren“ sein, aber auch „außerdem“, „dahingegen“ und „in diesem Zusammenhang“ sind super Verbindungen, die den Leser_innen helfen den Text zu strukturieren und sich dadurch im Text zurecht zu finden.

    Was für Absätze gilt, gilt natürlich auch für Kapitel. Diese sollten nicht einfach nebeneinanderstehen ohne den Leser_innen zu sagen, warum ein Kapitel auf das nächste folgt. Diese Arbeit muss man den Leser_innen abnehmen, indem man am Ende eines Kapitels kurz bekannt gibt, wie es im nächsten Kapitel weiter geht und diese Abfolge sollte natürlich auch logisch begründet sein. Zum Beispiel könnte ich am Ende des Kapitels in dem Geld definiert wird schreiben, dass sich Personen oft altruistisch Verhalten und auch Geld herschenken und dass aus diesem Grund im nächsten Kapitel auf Altruismus eingegangen wird.

    Wie sieht das jetzt sprachlich aus im Theorieteil?

    Also, die meisten Wikipedia-Artikel sind gute Anhaltspunkte für den sprachlichen Stil einer wissenschaftlichen Arbeit. Generell gilt, dass man den Leser_innen das Denken so weit wie möglich abnehmen sollte und eher kein fachliches Wissen voraussetzen sollte. Man kann aber annehmen, dass Leser_innen durchaus in der Lage sind, sich Dinge zu merken und einen anspruchsvollen Text mitverfolgen können. Das heißt, die Leser_innen sind quasi intelligente Dummies. Daher werden alle fachlichen Dinge einfach und neutral erklärt. Vor völlig abgehobenen mit Fremdwörtern gespickten und/oder urlangen Sätzen sollte man sich hüten. Da sollte man lieber mal im Wörterbuch nachschauen, ob es nicht doch ein leichter verständliches Wort gibt und den Satz trennen.

    Wörter wie „man“ oder „Job“ sind umgangssprachlich und haben daher in einer Abschlussarbeit nichts zu suchen. Auch sollte man lieber die deutschen Fachbegriffe als die englischen verwenden, immerhin ist die Abschlussarbeit auf Deutsch zu verfassen und es gibt sowieso schon genug Anglizismen.

    Wie kann man sich beim Schreiben helfen?

    Leider kann man selbst manchmal schwer beurteilen, ob das Geschriebene überhaupt verständlich ist. Wie ich damals – vor sehr, sehr langer Zeit – meine Diplomarbeit geschrieben habe, habe ich allen, die es hören wollten und wahrscheinlich auch ein Paaren, die es nicht hören wollten, von den ganzen Theorien und Experimenten, die in meiner Abschlussarbeit vorkamen, erzählt. So ist mir immer schnell klar geworden, was ich der Reihe nach wie beschreiben muss, damit meine zukünftigen Leser_innen das auch gut verstehen und nachvollziehen können. Und keine Angst, die meisten Leute interessieren sich wirklich dafür, worum es in der Abschlussarbeit geht.

    Nachdem man die eigenen Fehler meistens gar nicht mehr sieht, sollte man die Arbeit ein paar Tage liegen lassen und sie erst danach wieder lesen und korrigieren. Unglaublich, was einem da alles auffällt. Ich weiß, die Abschlussarbeit liegen lassen ist manchmal recht schwer, weil die Deadline zur Abgabe drängt. Daher sollte man auch unbedingt rechtzeitig anfangen! Und nicht vergessen, die Arbeit auch von anderen Korrektur lesen zu lassen. Als Betreuerin von Abschlussarbeiten bin ich immer froh, wenn ich mich auf den Inhalt konzentrieren kann und nicht von Tipp- und Grammatikfehlern abgelenkt werde.

    So, wie geht‘s jetzt weiter?

    Ist der Theorieteil (endlich) abgeschlossen, geht es bei Literaturarbeiten mit der Diskussion weiter. Bei empirischen Abschlussarbeiten folgt auf die Theorie der Methodenteil. Auf die einzelnen Teile des Methodenteils und die damit verbundenen Fallstricke gehe ich in den nächsten Blogbeiträgen ein. Und versprochen, auf den Diskussionsteil komme ich auch ganz bestimmt noch zu sprechen. 🤓

    Referenzen

    Silvia, Paul J. (2007). How to write a lot: A practical guide to productive academic writing. Washington: American Psychological Association.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Ja, es gibt zu allen Themen Literatur!

    Abschlussarbeiten schreiben – Ja, es gibt zu allen Themen Literatur!

    Zuerst mal eine kurze Zusammenfassung der letzten beiden Blogbeiträge: Mir ist aufgefallen, dass mir meine Eltern kein Geld mehr schenken und ich will jetzt meine Abschlussarbeit dazu schreiben. Durch Fakten und Statistiken habe ich in der Einleitung zu meiner Problemstellung und damit Forschungsfrage hingeführt, die da lautet: „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“.

    Jetzt geht es also ans Eingemachte der Abschlussarbeit – den Theorieteil, in der die Forschungsfrage beantwortet wird. Aber wie komme ich zu diesem Theorieteil? Hier ist das um und auf die Literatur und damit verbunden natürlich eine entsprechende Literatursuche. Dabei muss man aber aufpassen, welche Literatur man verwendet, weil nicht alles was man so findet, auch wirklich wissenschaftliche Literatur ist. Und ich schreibe ja eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, daher sollten die verwendeten Quellen auch wissenschaftlich fundiert sein.

    Wie erkennt man nun wissenschaftliche Literatur?

    Also wenn es so salopp geschrieben ist, wie dieser Blog-Beitrag, dann kann man schon mal davon ausgehen, dass das völlig unwissenschaftlich ist und nur auf der Meinung der Verfasser_innen beruht. Auch Selbsthilfebücher und Praxisratgeber sind keine wissenschaftliche Literatur (auch wenn diese von Wissenschaftler_innen verfasst wurden). Meist erkennt man das schon am etwas reißerischen Titel. Oder soll ich wirklich glauben, dass ein Buch mit dem Namen „Erfolgreich Taschengeld verhandeln“ wissenschaftlich ist? Aber vielleicht kann ich diesen Ratgeber ja schreiben, nachdem ich mit meiner Abschlussarbeit fertig bin.

    Also was ist jetzt wissenschaftliche Literatur?

    Wissenschaftliche Literatur bezieht sich immer auf andere wissenschaftliche Literatur und untermauert durch diese die aufgestellten Behauptungen. Das heißt, hier muss zumindest ein Literaturverzeichnis vorliegen. Wissenschaftliche Literatur wird auch in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert und die darin enthaltenen Artikel werden von einer Fachjury beurteilt. Daher sollte man bei Zeitschriften nachsehen, ob diese ein peer-review-Verfahren haben oder nicht. Aufgepasst, Abschlussarbeiten beziehen sich zwar auf andere Literatur und sollten wissenschaftlich sein, sind aber trotzdem keine geeigneten Quellen. Immerhin weiß kein Mensch wie gut diese Abschlussarbeiten tatsächlich sind.

    Und wo findet man diese wissenschaftlichen Artikel jetzt?

    Naja, im Internet, weil man dort ja bekanntlich fast alles findet. Zum Beispiel gibt es Google Scholar, also ein Google für wissenschaftliche Literatur. Aber es gibt auch an allen Hochschulen Literaturdatenbanken, auf die man online zugreifen kann bzw. wo man vor Ort die gefundenen Artikel auch herunterladen kann.

    Wichtig bei der Literatursuche ist, dass man gute Suchbegriffe eingibt und dazu gehört vor allem auch, dass man auf Englisch sucht. Die Wissenschaftssprache ist derzeit nun mal Englisch, daher führt da kein Weg drum rum. Für meine Forschungsfrage „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“ wären „money as present“ oder „money as gift“ erste Suchbegriffe, mit denen ich den ersten Wissensdurst stillen kann. Später sollte die Suche natürlich systematischer erfolgen.

    Die Gliederung ist wichtig

    Und da kommen wir schon zur Wichtigkeit, sich vorab eine Gliederung des Theorieteils zu überlegen, damit man systematisch suchen kann. Dazu überlegt man sich, welche Themen in der Abschlussarbeit relevant sind. Bei meiner Forschungsfrage sollte ich auf jeden Fall ein Kapitel haben, in dem Familie usw. definiert wird, dann sollte noch enthalten sein, was unter Geld und was unter Geschenken verstanden wird. Dann geht es weiter zu Themen, die mehr auf die Forschungsfrage eingehen. Vielleicht passt da ja etwas von dem ich schon mal im Studium gehört habe, wie zum Beispiel altruistisches Verhalten und weitere dazugehörige Themen. Also kommt noch ein Kapitel, das altruistisches Verhalten behandelt und welche Faktoren dieses beeinflussen. Die Norm der Reziprozität könnte in diesem Fall eine wichtige Theorie aus der Sozialpsychologie sein. Nachdem die grobe Gliederung aufgestellt ist, kann ich schon viel systematischer mit Begriffen wie „who is family“, „what is money“, „what ar presents/gifts“„altruistic behavior“, „reciprocity in familiy“ usw. nach geeigneter Literatur suchen und finde diese wahrscheinlich auch. Auf jeden Fall kann sich die Gliederung noch ändern, je nachdem welche weiteren Themen bei der Suche aufpoppen. Jedoch, auch wenn der Artikel noch so interessant ist er aber eigentlich nicht zur Beantwortung der Forschungsfrage beiträgt, dann weg damit! Manchmal muss man sich halt einfach trennen, auch wenn es weh tut.

    Was tun, wenn man keine Literatur findet?

    Oft höre ich von Studierenden, dass es zu ihrem Thema überhaupt keine Literatur gibt. Das habe ich bisher aber noch nie erlebt. Klar wird die vorangestellte Forschungsfrage manchmal in keinem Artikel explizit behandelt und beantwortet oder es gibt keine Studien, die im eher unwichtigen Österreich durchgeführt wurden. Aber das wäre ja auch zu einfach, oder? Man muss daher mit dem Thema verwandte Literatur, zum Beispiel aus anderen Ländern, finden und diese verwenden. Meist ist das Eis gebrochen, wenn man mal einen passenden Artikel gefunden hat. Dann kann man im Literaturverzeichnis des Artikels meist weitere passende Artikel finden und man kann auch suchen, in welchen Artikeln, der vorliegende Artikel zitiert wurde. Wahrscheinlich passt da auch die eine oder andere Quelle zur eigenen Forschungsfrage. Tatsächlich wird die Forschungsfrage erst in der Diskussion beantwortet. Wie das schon wieder geht, ist aber sicher einen eigenen Blogbeitrag wert.

    Was tue ich mit der gefundenen Literatur?

    Also zurück zur Literatur, die wir nun doch gefunden haben. Hier ist es sinnvoll, diese zu lesen und kurz das Wichtigste in eigenen Worten zusammenzufassen, so dass man sich halt auskennt, worum es geht und was dabei wichtig ist. Und dann sollte man das Gefundene auch schon nach der vorgenommenen Gliederung in eigene Stapel ablegen. Am besten verwendet man dazu von Anfang an ein Literaturverwaltungsprogramm, wobei ich Zotero sehr empfehlen kann und auch selbst für meine wissenschaftlichen Arbeiten verwende. Nichts ist nerviger als zu wissen, dass man etwas irgendwo gelesen hat und den dazugehörigen Artikel einfach nicht mehr finden kann. Eine gut befüllte und organisierte Zotero-Datenbank wirkt hier Wunder.

    Hat man jetzt ausreichend Literatur zusammengefasst, ist das Verfassen des Theorieteils keine Hexerei mehr. Obwohl doch, halt, auch hier gibt es ein paar Sachen, die beachtet werden sollten, auf die ich in meinem nächsten Blogbeitrag eingehe.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    So, im letzten Blogbeitrag haben wir mal mein persönliches Forschungsinteresse („Warum schenken mir eigentlich meine Eltern kein Geld mehr?“) in ein Thema für eine Abschlussarbeit („Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“) überführt. Wie geht es jetzt weiter? Man braucht für die Einleitung der Abschlussarbeit ein Problem, oder besser gesagt eine Problemstellung. Diese soll angeben, warum das Thema überhaupt wichtig und interessant ist und steht gleich zu Beginn der Abschlussarbeit.

    Das Problem

    Gehen wir zurück zu meinen Eltern, die mir leider kein Geld mehr schenken. 😭 Hier könnte das Problem natürlich sein, dass ich zu wenig Geld habe, aber das ist kein wissenschaftliches Problem, das in eine Einleitung gehört, weil das ist ja nur mein Problem. Man muss das Problem also aus wissenschaftlicher Sicht aufbereiten. Zum Beispiel kann man mit Daten und Fakten zeigen, dass es sich um ein relevantes Thema handelt und viele Personen davon betroffen sind oder, dass es ein gesamtwirtschaftliches finanzielles Interesse gibt.

    Interesse für das Problem wecken!

    Also wieder zurück zu meinem Problem und wie ich bei Anderen – meinen zukünftigen Leser_innen – das Interesse dafür wecken kann: Es gibt bestimmt Statistiken dazu, wie viel Geld für Geschenke ausgegeben wird. Vielleicht finden sich sogar Statistiken dazu, wie viele Geldgeschenke in Österreich gemacht werden, um wie viel Geld es sich dabei durchschnittlich handelt und vielleicht auch noch in welcher Form (z.B. Gold- und Silbermünzen, Banknoten) diese gemacht werden. Findet man nichts österreichspezifisches oder zu wenig, sollte man nach internationalen Statistiken suchen. Meistens ist Österreich nicht viel anders als andere westliche Staaten, auch wenn wir das oft glauben wollen. Also auch aus internationalen Statistiken kann man die Wichtigkeit eines Themas für Österreich ableiten.

    Hm, wie könnte man das Interesse noch heben, ohne gleich die Forschungsfrage zu beantworten? Vielleicht gibt es auch Informationen zu anderen verwandten Themen. Gutscheine als Geschenke, Erben, ein kleiner historischer Abriss zur Entwicklung von Geldgeschenken, haben sich Geschenke über die Jahrhunderte geändert? usw. Oder vielleicht gibt es auch eine andere Perspektive auf das Thema (z.B. Erbschafts- und Schenkungssteuer). Da muss man manchmal etwas kreativ sein und kann auch auf Zeitungsartikel und ähnliches zurückgreifen!

    Nicht die Forschungsfrage beantworten!

    Aber Achtung, bei der Problemstellung wird das Problem aufgetan und auf eine Forschungsfrage hingearbeitet. Das heißt, dass Antworten auf die Forschungsfrage nichts in der Problemstellung zu suchen haben, sondern erst im Theorieteil der Arbeit aufgegriffen werden. Also Informationen, zu welchen Anlässen innerhalb der Familie Geschenke gemacht werden und warum, haben in der Problemstellung nichts zu suchen, das würde schon die Forschungsfrage beantworten.

    Auf jeden Fall komme ich auf Grund der berichteten Zahlen, Daten und Fakten in meiner Problemstellung auf meine Forschungsfrage, die ich auch am Ende der Problemstellung der Bachelorarbeit konkret ausformuliere: z.B. „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“ Und ja, die Forschungsfrage ist eine richtige Frage mit einem W-Fragewort und hat am Ende ein Fragezeichen! Diese Frage benötigt eine längere Antwort als „ja“ oder „nein“ und wird anschließend mit wissenschaftlicher Literatur beantwortet.

    Und wie man das mit der Literatursuche bei einer Abschlussarbeit am besten anstellt, darauf komme ich im nächsten Blogbeitrag zu sprechen.

  • Qualitätsarbeit bei Abschlussarbeiten – und wie auch Plagiate verhindert werden

    Qualitätsarbeit bei Abschlussarbeiten – und wie auch Plagiate verhindert werden

    Wenn einmal wieder das Thema „Plagiat“ in den Schlagzeilen auftaucht, zucken viele Studierende und Absolvent_innen kurz zusammen und fragen sich: „Bin ich bei meinen Arbeiten immer sorgfältig gewesen?“ Auch wir Lehrende zucken vielleicht kurz zusammen und fragen uns: „Habe ich die Plagiatsreports immer genau gelesen, habe ich mir jede Quelle genau genug angesehen?“

    Mit Blick auf die aktuell in der Öffentlichkeit stehenden beanstandeten Arbeiten (https://plagiatsgutachten.com/blog/diplomarbeit-christine-aschbacher/) können sich die Studierenden, Absolvent_innen und Lehrenden der FernFH sicherlich beruhigen. Man kann sehen, dass es sich bei diesen Fällen nicht um ein fehlendes Zitat handelt oder einen schlampig paraphrasierten Satz, sondern, dass über weite Strecken der Arbeit höchst unsauber gearbeitet und abgeschrieben wurde. Spätestens jetzt können unsere Studierenden verstehen, warum wir so pingelig sind, und sie während des gesamten Studiums mit den wissenschaftlichen Qualitätsstandards quälen.

    In diesem Beitrag möchte ich das Wissen um Plagiarismus schärfen und zeigen, wie der Qualitätssicherungsprozess an der FernFH aussieht, um damit Ängste und Unsicherheit bei allen Beteiligten abzubauen.

    Was ist überhaupt ein Plagiat?

    In einem Plagiat stelle ich Inhalte, Texte oder Ideen von jemand anderen als meine eigenen dar. Dabei wird nicht kenntlich gemacht, dass es sich um fremdes Eigentum handelt. Auch Übersetzungsplagiate, Ideenplagiate und Zitate ohne Beleg zählen zu den Plagiaten (vgl. auch Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis an der FernFH).

    Studierende plagiieren meist aus folgenden Gründen:

    • Sie kennen die wissenschaftlichen Standards nicht oder nicht ausreichend (fehlende Methodenkompetenz).
    • Sie sind unsicher und haben Angst etwas Dummes zu schreiben (inhaltliche Überforderung, fehlende Schreibkompetenz).
    • Sie schreiben die Arbeit unter Zeitdruck (zeitliche Überforderung).

    Wir Lehrende und Betreuende haben die Aufgabe, diese Kompetenzen bei den Studierenden aufzubauen, indem wir wissenschaftliches Arbeiten während des gesamten Studiums mit ihnen üben und zu ihren Texten Rückmeldung geben. Und zwar nicht nur in den Methoden-Lehrveranstaltungen, sondern in allen Lehrveranstaltungen und in allen Textarbeiten (und von denen gibt es mit den schriftlichen Projekt- und Übungsaufgaben an der FernFH ja viele).

    Wie kann ich als Studierende/r Plagiarismus nun vermeiden?

    Eigentlich ist es ja gemein: Einerseits soll meine wissenschaftliche Arbeit auf anderen Arbeiten aufbauen (State-of-the-Art) und anderseits soll ich nicht abschreiben. Wie soll denn das gehen?

    Auf den Schultern von Riesen

    Eine wissenschaftliche Arbeit basiert immer auf Theorien, Konzepten, Modellen von anderen Wissenschafter_innen. Wenn ich diese beschreibe oder auch nur erwähne (!), dann muss ich diese mit einem Zitat (einer Quellenangabe) belegen. Textplagiate kann ich mit dem Exzerpieren aus Texten vermeiden – ein Vorgehen, das etwas aus der Mode gekommen ist. Beim Exzerpieren fassen ich bereits bei der Literatursuche aus einer Literaturquelle jene Textstellen zusammen, die für meine Forschungsfrage relevant sind. Bereits hier formuliere ich die Ideen in meinen eigenen Worten. Beim Einarbeiten in den Text, werden die Textstellen nochmals paraphrasiert und natürlich zitiert, d.h. die Quelle genau nach bestimmten Vorgaben angeführt. So vermeiden Sie Plagiate.

    Schreibkompetenz und Vertrauen in das eigene Wissen

    Vor allem Einleitungen, Zusammenfassungen, Fazit, Ergebnisse, Schlussfolgerungen, Diskussion und die Conclusio in einer wissenschaftlichen Arbeit beruhen auf Ihren eigenen Ideen und Überlegungen. Aber auch allein die Entscheidung, welche Texte ausgewählt werden um Argumente zu belegen und welche nicht, erfordern Ihre individuelle Entscheidung. Für die Texterstellung ist also viel Mut, kritisches Denken, Kreativität und vor allem Vertrauen in Ihr eigenes Wissen erforderlich. Lösen Sie sich auch räumlich für das Schreiben Ihrer Gedanken von den Artikeln und Büchern, die Sie bis dahin gelesen haben. Sammeln und clustern Sie in einem ersten Schritt Ihre Ideen. Schreiben Sie dann eine erste Version mit Hilfe von Freewriting und verdichten Sie diese Rohtexte nach und nach (vgl. Wolfsberger 2009) und ergänzen Sie dann die Quellenverweise. So entstehen nicht nur eigenständige Texte, die auf Ihren Ideen beruhen, sondern macht das Schreiben auch noch Freude!

    Wie sichern wir die wissenschaftlichen Standards an der FernFH?

    Für die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit steht den Studierenden der Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis zur Verfügung. Zusätzlich hat jede Studienrichtung bzw. jeder Studiengang auch noch fachspezifische Richtlinien zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. In den Begleitseminaren werden außerdem die erforderlichen Teilschritte erläutert, vorgestellt und diskutiert.

    Wie bereits erwähnt, ist für die Sicherung wissenschaftlicher Standards der Aufbau von Methoden- und Schreibkompetenz während des gesamten Studiums durch uns Lehrende zentral. Die Lehrenden müssen dabei auf ausreichende Ressourcen wie organisationale Strukturen, Aus- und Weiterbildungen und vor allem zeitliche Ressourcen für jede/n Studierende/n und jede Arbeit zurückgreifen können (siehe auch den Kommentar von Aigner im Standard vom 13.1.2021).

    Das zeigt auch der Begutachtungsprozess der Bachelor- und Masterarbeiten (hier am Beispiel der Studienrichtung Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie): Er ist gekennzeichnet von engmaschiger Betreuung und Rückmeldung.

    Der Begutachtungsprozess

    Im ersten Schritt begutachtet die Betreuung das Proposal. Dabei klopft sie die Forschungsfrage und Methode ab und diskutiert diese mit der/dem Studierenden. Die Studierenden erhalten Feedback zu formalen und inhaltlichen Aspekten. Erst nach Einarbeitung dieses Feedbacks wird das Proposal freigegeben und der abgestimmte „Plan“ von den Studierenden eigenständig ausgeführt. Im zweiten Schritt wird die sogenannte Erstversion oder vollständige Version automatisch mittels Plagiatssoftware geprüft. Der Plagiatsreport wird am Studiengang und von der Betreuung, die die relevante Literatur meist noch viel besser kennt als jedes Plagiatsprogramm, geprüft. Sollten bei dieser Überprüfung Auffälligkeiten auftauchen, kommt es zu Rückfragen und der Bitte um Stellungnahmen.  Sollte sich der Plagiatsverdacht erhärten, sieht das weitere Vorgehen wie im Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis beschrieben aus.

    Normalerweise erhalten die Studierenden aber an dieser Stelle einfach nochmals Hinweise und Vorschläge wie die inhaltliche und formale Qualität der Arbeit noch verbessert werden kann.  Erst nach Umsetzung dieser Anregungen und Überarbeitungen wird eine Druckversion erstellt und zur Beurteilung vorgelegt. Der letzte Schritt in der Qualitätssicherung ist das abschließende Kolloquium. Darin verteidigt die/der Studierende ihre/seine Arbeit vor einer Prüfungskommission. Spätestens dann kann auch ein Ghostwriting ausgeschlossen werden.

    Korrektes wissenschaftliches Arbeiten ist kein Selbstzweck, sondern zeugt von Respekt gegenüber den Ideen anderer. Wir arbeiten sorgfältig und hart daran, dass die Studierenden die erforderlichen wissenschaftlichen Kompetenzen, die auch im Berufsleben unerlässlich sind, erwerben, anwenden und in Ihren Abschlussarbeiten umsetzen.

    Quellen und weiterführende Links

    Aigner, Josef Christian (2021). Plagiate und andere akademische Peinlichkeiten. https://www.derstandard.at/story/2000123239318/plagiate-und-andere-akademische-peinlichkeiten. Abgerufen am 13.01.2021.

    Karall, Peter H. / Weikert, Aurelia (2010). Exzerpieren. https://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/schreiben/schreiben-30.html. Abgerufen am 13.01.2021.

    Schultz, Jennifer (2019). Auf den Schultern von Riesen. https://www.citavi.com/de/nuetzliche-irrtuemer/artikel/auf-den-schultern-von-riesen. Abgerufen am 13.01.2021.

    Weber, Stefan (2021). Plagiate, falsche Zitate, mangelnde Deutschkenntnisse: Diplomarbeit der österreichischen Ministerin Christine Aschbacher unterbietet alle wissenschaftlichen Standards. https://plagiatsgutachten.com/blog/diplomarbeit-christine-aschbacher/. Abgerufen am 13.01.2021.

    Wolfsberger, Judith (2009). Frei geschrieben: Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. UTB Taschenbuch.

    Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis

    Freewriting – 10 Regeln

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paraphrase_(Sprache). (2020). Abgerufen am 13.01.2021.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Abschlussarbeiten schreiben – Wie fange ich bloß an?

    Aller Anfang ist schwer, das gilt für Abschlussarbeiten, aber auch für Blogbeiträge wie diesen hier! ☺ Wie kann man sich hier helfen, dass das leichter geht? Naja, es hilft nix, man muss sich hinsetzen und es einfach tun. Es ist tatsächlich harte Arbeit, so eine Abschlussarbeit zu schreiben und alle die behaupten, die eigene Arbeit in 2-3 Tagen geschrieben zu haben, lügen. Zumindest meiner Erfahrung nach!

    Nach diesen wohl kaum aufbauenden Worten soll die Hoffnung auf eine fertige Abschlussarbeit nicht aufgegeben werden. Eines der ersten Dinge, die man angehen muss, ist das Thema der Arbeit. Man sollte sich auf jeden Fall etwas aussuchen, das einen interessiert, weil sich 9 Monate oder länger mit etwas zu beschäftigen was uninteressant ist, ist echt zach. Obwohl teilweise kommt das Interesse auch mit der Beschäftigung. Oder hätte ich mir träumen lassen, dass mich das soziale Dilemma Steuern interessieren und ich sogar eine Dissertation dazu schreiben würde? Ein verwandtes soziales Dilemma – Schwarzfahren – war da schon eher in meinem Interessensgebiet. 😊

    Aber ich schweife vom Thema ab. Wenn man mal weiß was einen interessiert, sollte man zu lesen beginnen. Einfach mal ein paar zufällig im Internet gefundene (aktuelle) Fachartikel zum Thema durchstöbern. Google Scholar hilft da ungemein. Vielleicht wird in den Diskussionen schon eine Frage vorgeschlagen, die interessant klingt. Oder beim Lesen fällt einem selbst auf, dass da noch ein Aspekt fehlt oder bisher vernachlässigt wurde.

    Zu einem Thema kann man auch kommen, wenn man das eigene Tun bzw. das eigene Umfeld beobachtet. Gibt es da irgendwelche Auffälligkeiten, die mich näher interessieren und denen ich auf den Grund gehen möchte? Mich interessiert zum Beispiel, warum mir meine Eltern kein Geld mehr schenken 😊 (Memo an mich selbst: neues Abschlussarbeitsthema zur „Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“ ausschreiben).

    Das bringt mich schon zum nächsten Tipp: Nicht zu verachten sind natürlich die von den Betreuer_innen ausgeschrieben Themen. Es kann wohl kaum ein Fehler sein, wenn das eigene Interesse und das Interesse der Betreuung zusammenpassen. Vielleicht entsteht am Ende aus der Arbeit sogar ein wissenschaftlicher Artikel, wie das ein paar meiner Studierenden schon vorgemacht haben (z.B. Erich Neuwirth, Ursula Höllhumer, Manuel Brugger, Christoph Högl).

    Wobei … wirklich wichtig ist, dass man sich nicht zu viel vornimmt. Klar sind tausend Dinge interessant, aber nicht alles passt in eine einzige Abschlussarbeit. Da muss man sich unbedingt einschränken und sich den kleinen Fragen des Lebens stellen. Das sind dann auch die Fragen, die man in der gesetzten Zeit und im vorgegebenen Umfang beantworten kann.

    So, der Anfang ist mit der Fixierung des Themas gemacht. Leichter wird es jetzt vermutlich nicht, aber vielleicht kann mein nächster Blogbeitrag weiterhelfen.