Textkompetenz

Warum ist mit dem Binnen-I nicht genug gegendert?

Menschen die sich die Hände halten im Vordergrund und Puzzle im Hintergrund

Das Binnen-I (z.B. StudentInnen, MitarbeiterInnen) ist in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Damit wurde versucht, in der deutschen Sprache Frauen, die vorher im generischen Maskulinum nur mitgemeint wurden, nun auch sprachlich sichtbar zu machen. Andere Möglichkeiten, um Frauen sichtbar zu machen, sind die Nennung in Paarform (z.B. Studenten und Studentinnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) oder die Schreibweise mit Schrägstich (z.B. Student/innen, Mitarbeiter/innen). Diese Schreibweisen werden mittlerweile vielfach angenommen und umgesetzt. Das ist meiner Meinung nach schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ich, als Gender- und Diversitätsbeauftragte der FernFH möchte jedoch noch einen Schritt weiter gehen und noch inklusiver in der Sprache werden. Dabei würde es mich sehr freuen, wenn viele Leute diesen Schritt mit mir gehen.

Wie exkludiert Sprache?

Die Sprache, die wir verwenden beeinflusst unser Umfeld und damit auch die Gesellschaft, in der wir leben. Wenn sprachlich Gruppen ausgeschlossen werden, werden diese implizit und auch explizit in der Gesellschaft ausgeklammert und als weniger wert wahrgenommen. Ein solcher Ausschluss widerspricht den Werten der FernFH, in welchen die Vielfalt der Menschen als Bereicherung und Inklusion als Auftrag gesehen wird (siehe auch: Diversität ist uns wichtig; Queer an der FernFH).

Auch gesetzlich ist mittlerweile festgestellt worden, dass es nicht nur das männliche und weibliche Geschlecht gibt. So können intergeschlechtliche Personen, also Personen mit sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtsmerkmalen, nun auch in ihrem Pass einen anderen Geschlechtseintrag wählen. Es gibt aber auch noch Personen, welche sich nicht in der Geschlechterdichotomie männlich-weiblich einordnen (z.B. trans*, non-binary), auf die das aktuelle Gesetz nicht zutrifft. Um auch diese Personen zu inkludieren, ist es notwendig in unserer Sprache von einer Zweiteilung wegzugehen und alle Personen, unabhängig von ihrem Geschlecht anzusprechen.

Was ist das Problem mit dem Binnen-I

Das Binnen-I und auch die Schreibweisen mit Paarform oder Schrägstich schließen sprachlich nur Männer und Frauen ein. Das heißt, sie schließen Personen aus, die sich hier nicht einordnen. Aus diesem Grund ist es nötig, vom Binnen-I wegzugehen und eine inklusivere Sprache zu verwenden.

Wie kann man inklusiver formulieren?

An der FernFH wird in der offiziellen Kommunikation schon seit Jahren der Unterstrich (z.B. Student_innen, Mitarbeiter_innen) verwendet, um alle Menschen im gleichen Maße anzusprechen. Weitere Formen sind die Schreibweise mit Stern (z.B. Student*innen, Mitarbeiter*innen) oder die Schreibeweise mit Doppelpunkt (z.B. Student:innen, Mitarbeiter:innen). Auch kann einfach neutral formuliert werden, so dass keine Geschlechtsbezeichnung notwendig ist (z.B. Studierende, Belegschaft). Hierzu finden sich weitere Beispiele und Tipps im überarbeiteten Leitfaden für gendergerechte Sprache und diskriminierungsfreie Bilder der FernFH.

Es ist klar, dass diese inklusive Sprache – gerade am Anfang – nicht immer so leicht ist und einer gewissen Umgewöhnung bedarf. Jedoch denke ich, dass wir durch diesen gemeinsamen Schritt an der FernFH ein inklusives Klima schaffen, welches dazu führt, dass alle Menschen inkludiert werden und sich wohl fühlen können.

Weiterführende Links:

*Leitfaden für gendergerechte Sprache und diskriminierungsfreie Bilder der FernFH

*https://geschicktgendern.de/

*https://www.gendern.de/

*https://www.akbild.ac.at/Portal/universitaet/frauenfoerderung-geschlechterforschung-diversitaet/non-binary-universities/non-binary-uni-accessible-300ppi.pdf

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