Schlagwort: Diversität

  • Früher war alles besser: Alter und Digitalität – geht das zusammen?

    Früher war alles besser: Alter und Digitalität – geht das zusammen?

    Als ich meine erste Arbeitsstelle angetreten habe, gab es Telefon, Fax, Telex und Rohrpost. Die wenigen Computer mit einfachen Datenverarbeitungsprogrammen hielten nach und nach Einzug in die Arbeitswelt, die Bildschirme flimmerten grün schwarz und waren nicht wirklich langfristig augentauglich. Die Entwicklung schritt rasch und stetig voran und heute sind digitale Geräte nicht mehr aus der Arbeits- und Bildungswelt wegzudenken. Ganz zu schweigen vom Privatleben. Wir sind vernetzt und überall erreichbar. Jede beliebige Information kann jederzeit abgerufen werden. Digitale Bildung beginnt schon im Kleinkindalter.

    Wir sind so digital wie nie

    „Laut Globalwebindex beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer des Internets in Österreich rund fünf Stunden und 45 Minuten pro Tag. Österreichische Internetnutzer im Alter zwischen 16 und 64 Jahren verbringen täglich eine Stunde und 22 Minuten in sozialen Medien (Stand 2020; statista.com)“

    Eher neueren Datums ist die Forschung, wie ältere Menschen mit digitalen Medien umgehen und welche Hemmschwellen sie dafür überwinden müssen oder auch sollten. Während wir uns darüber freuen, dass der Berufsalltag und das Privatleben immer papierloser wird und alles flexibel-leicht über mobile Endgeräte speicher- und abrufbar wird, stöhnen die Älteren. Filialen verschwinden, Automaten ersetzen Angestellte, Termine werden Online ausgemacht, Telefonservice wird mittels Sprachservice automatisiert. Das muss nicht sein. Denn Digitalität vermag auch viel Positives. Wichtig ist es, sich von negativen Altersstereotypen zu befreien.

    Digitale Teilhabe hört nicht mit dem Pensionsantritt auf.

    Ältere Menschen können sich genauso wie andere Generationen weiterentwickeln, es gilt hier den geänderten Bedürfnissen gerecht zu werden. Gerade die Zeit um Covid-19 hat gezeigt, dass digitale Vernetzung wesentliche Vorteile bringt, wenn es um sozialen Austausch, medizinische Unterstützung oder alltagsbedingte Informationsangebote geht.

    Inklusion der älteren Generationen

    Es scheint jedoch noch einen gewissen diffusen Leerstand zu geben. Erst im hochbetagten Alter werden AAL Konzepte attraktiv und zwangsläufig notwendig. Dazwischen gibt es vielfach konzipierte Annäherungsversuche. Was bereits in der LLL Strategie angekommen ist, nämlich „Punkt 9. Die Bereicherung der Lebensqualität durch Bildung in der nachberuflichen Lebensphase“, muss sich noch in den Köpfen der Partizipient_innen verankern. Dabei gilt es die Interessen aller Anspruchsgruppen zu bündeln. Einerseits in der Lehre, andererseits im sozialen Umfeld und letztendlich bei den Betroffenen selbst.

    Was braucht es dazu?

    Laut meiner Einschätzung Mut zur Veränderung, positive Vorbilder und Geduld. Ältere Menschen haben andere Grundvoraussetzungen, müssen Scheu abbauen und benötigen unter Umständen einen längeren Lernprozess, bis gewisse Handlungsschritte eingeübt worden sind. Essenziell bleibt, die Vorzüge beim Gebrauch von digitalen Medien praxisnah zu veranschaulichen und die lernende ältere Generation dabei in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Dosis macht das Gift“ – ein abgewandelter Spruch, der von Paracelsus überliefert ist, mag wohl auch für die Digitalität im Alter stimmen. Der soziale Raum kann erweitert werden, wenn die Möglichkeiten sinnvoll und gezielt genutzt werden.

    Ich wünsche Ihnen einen erholsamen, sozialen Sommer!

    Weiterführende Lesetipps:

    https://erwachsenenbildung.at/themen/lebenslanges_lernen/oesterreichische_strategie/aktuell.php#lll2020

    https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/digitec/digitalisierung-im-alter-internetnutzung-der-senioren-16432678.html

  • Diversität ist uns wichtig: Gender und Diversity Online-Workshop

    Diversität ist uns wichtig: Gender und Diversity Online-Workshop

    Der FernFH ist Diversität wichtig. Dies ist fest in unseren Werten und der Satzung verankert. Daher sind auch alle Mitarbeiter_innen angehalten, einen Online-Workshop zum Erwerb von Gender- und Diversitätskompetenzen zu besuchen. Nicht nur für unsere Mitarbeiter_innen gibt es dieses Angebot, auch für unsere Studierenden und Absolvent_innen haben wir einen Online-Workshop zur Steigerung der Gender- und Diversitätskompetenz entwickelt. Dies soll uns allen helfen, ein offenes und diversitätsgerechtes Klima an den FernFH zu etablieren.

    Was passiert im Online-Workshop?

    Natürlich findet dieser Workshop – wie an der FernFH üblich – online statt. Es gibt ein Online-Kick-off-Meeting und danach können die Teilnehmer_innen völlig orts- und zeitunabhängig teilnehmen. Das hat den Vorteil, dass alle in ihrem eigenen Tempo lernen und Aufgaben abgeben können. Ganz wie unsere Studierenden in den Studien- und Lehrgängen.

    Im Online-Workshop werden grundlegende Kenntnisse zu Gender und Diversität vermittelt. Im Prinzip geht es darum, dass mehr Wissen im Bereich Gender und Diversität auch das Verständnis und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Gruppen fördert. Daher werden zu Beginn Begriffe zum Thema erklärt, wie zum Beispiel was „gender“ im Gegensatz zu „sex“ bedeutet oder was unter Intergeschlechtlichkeit verstanden wird. Dann werden Zahlen und Fakten zu den verschiedenen Diversitätsdimensionen berichtet und diskutiert. Auch rechtliche Grundlagen in Bezug auf Diversität werden erläutert, aber auch wünschenswerte rechtliche Änderungen wie das „Levelling-up“ haben ihren Platz. Im Anschluss werden historische und aktuelle Aspekte vorgestellt und theoretische Konzepte bleiben nicht nur in der Theorie, sondern werden in die Praxis überführt. Abschließend wird die Anwendung der erlernten Gender- und Diversitätskompetenz im Arbeitsalltag diskutiert und trainiert.

    Während der 6-wöchigen Laufzeit wird jede Woche ein Modul bearbeitet. Jedem Modul liegt ein Kapitel des Studienhefts zu Grunde. Das Wissen wird außerdem über vielfältige Methoden im Online Campus (z.B. Diskussion, Reflexionen, Rechercheaufgaben, Videos, Selbsttests, usw.) vermittelt. So reflektieren die Teilnehmer_innen zum Beispiel über ihre eigene Diversität und was diese für sie bedeutet. Je nachdem wie viele Aufgaben und Übungen erbracht werden, erhalten die Teilnehmer_innen eine Teilnahmebestätigung oder ein Zertifikat. Für den Erhalt eines Zertifikats liegt der Arbeitsaufwand bei 22 Stunden.

    Manchmal sind Diskussionen zu Gender und Diversität sehr emotional und wertgeladen. Hier heißt es in der Moderation mit Fingerspitzengefühl vorzugehen. Daher wird der Online-Workshop von unserer Lehrenden Roswitha Hofmann, die auch eine erfahrene Trainerin in Sachen Gender und Diversität ist, geleitet. Ich unterstütze sie bei der Moderation.

    Welche Erfahrungen wurden mit dem Online-Workshop schon gemacht?

    Durch den Online-Workshop erwerben die Mitarbeiter_innen der FernFH Gender- und Diversitätskompetenz. Und ein positiver Nebeneffekt ist, dass sie auf diese Weise Fernlehre am eigenen Leib erfahren. Sie übernehmen also einmal die Perspektive unserer Studierenden und erhalten einen Einblick, wie es Fernstudierenden so geht. Nicht selten wird von den Neo-Fernstudierenden um die Verlängerung einer Deadline oder um eine weitere Abgabemöglichkeit gebeten. 😊 Der Online-Workshop fördert also auch das Verständnis unserer Mitarbeiter_innen für die Situation unserer Studierenden.

    Was sagen die Teilnehmer_innen?

    Die zeitlichen Ressourcen waren für mich ein großes Thema. Neben der Arbeit noch Zeit zu finden und in das Thema einzutauchen war für mich sehr schwierig. Meine Bewunderung für unsere Studierenden steigt noch mehr.

    Die Übungen waren sehr praxisorientiert und lehrreich. Man konnte auch sehr viel über sich selbst erfahren und seine eigenen Einstellungen reflektieren.

    Wann finden die nächsten Online-Workshops statt?

    Bisher wurde der Online-Workshop insgesamt fünf Mal für unsere Mitarbeiter_innen durchgeführt, wobei bei den letzten Durchgängen auch Mitarbeiter_innen anderer österreichischer FHs teilnehmen durften. Letzten Herbst ist der erste Online-Workshop für unsere Studierenden und Absolvent_innen veranstaltet worden. Auch diesen Herbst gibt es für unsere Studierenden und Absolvent_innen wieder die Möglichkeit, ihre Gender- und Diversitätskompetenz in einem Workshop zu erweitern. Für unsere Mitarbeiter_innen findet im Frühjahr 2021 der nächste Online-Workshop zur Steigerung der Gender- und Diversitätskompetenz statt. Als Gender- und Diversitätsbeauftragte der FernFH würde ich mich natürlich sehr freuen, auch heuer wieder viele Teilnehmer_innen bei den Online-Workshops begrüßen zu dürfen.

    Weiterführende Links

    Blogbeitrag: Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

  • Schafft Distance Learning mehr Chancengleichheit?

    Schafft Distance Learning mehr Chancengleichheit?

    Martha B. sitzt vor ihrem Computer irgendwo in den Tiroler Bergen und absolviert eine Online-Prüfung. Die Kinder hat sie ins Nebenzimmer verbannt. Herbert R. sitzt in seinem Rollstuhl im Büro eines Rundfunksenders. Er hat gerade Mittagspause und liest seine Seminararbeit nochmal durch. Elisabeth K. sitzt im Zug und lässt sich mit einem Audio App ihre Studienhefte vorlesen. Sie ist auf dem Weg zur Beratungsstelle des Sehbehindertenverbands um sich Tipps für ihr neues Bildschirmlesegerät zu holen.   

    Das sind nur wenige Beispiele für Lebenssituationen, in denen ein traditionelles Studium nicht in Frage kommt.

    Viele potenzielle Studierende: 

    • leben nicht in der Nähe von Hochschulzentren und können neben dem Beruf auch nicht dreimal abends und am Wochenende zu ihrer FH fahren.
    • sind chronisch krank oder leben mit einer Behinderung oder sprechen nicht perfekt Deutsch.
    • bevorzugen sich selbstgesteuert und zeitlich unabhängig ihren Studien zu widmen.
    • müssen arbeiten und haben zudem Betreuungspflichten für Kinder oder andere Personen.

    JA! Ein Fernstudium kann tatsächlich Bildungsbarrieren abreißen

    Flexibilität und die Öffnung der Hochschulen für nicht-traditionelle Studierende sind spätestens jetzt nicht mehr nur Schlagworte oder das Thema für innovative Bildungsprojekte (Beispiel Deutschland: „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“). Auch die österreichischen Hochschulen haben seit Beginn der COVID-19-Zeit vielfach gezeigt: Es ist gut möglich, Studieren über das Internet zu ermöglichen und es gelingt unter anderem, Mobilitätseinschränkungen zu überwinden. Aber kann die Abwicklung des Studiums im Internet, die Angebote von Distance-Learning und „Home-Studying“ auch tatsächlich bei der Beseitigung gesellschaftlicher Ungleichheit helfen, wenn wir genauer hinsehen?

    NEIN! Flexibilität und Öffnung sind notwendig, aber lange noch nicht ausreichend

    Im Rahmen der COVID-19-Aktivitäten wurde rasch klar, dass viele soziale Probleme und strukturelle Benachteiligungen sogar verstärkt werden können. So zeigte sich, dass Home-Studying und Home-Schooling die bestehende Benachteiligung von Frauen sogar verfestigt und zu Überlastung führt, weil „nebenbei“ noch Hausarbeit und Kinderbetreuung zu schaffen sind (vgl. Studie der WU Wien). Auch werden Leute benachteiligt, die nicht genug Geld in modernste Ausrüstung und eine fette Breitbandversorgung investieren können (ein noch größeres Thema in vielen Ländern außerhalb Europas) und es gibt viel Nachholbedarf bei den digitalen Kompetenzen: Viele, und es sind keinesfalls nur „die älteren Personen“, brauchen Unterstützung, um mit den Medien im Distance-Learning überhaupt zurecht zu kommen.

    Was sind Pflastersteine auf dem Weg zur Chancengleichheit?

    • Der Fokus liegt auf der Vielfalt konkreter Bedürfnislagen von Studierwilligen (mehr dazu im Blogbeitrag von Ingrid Wahl) bei der Gestaltung neuer Studienangebote und der Online-Lehre
    • Es werden mehr asynchrone und weniger synchrone Lehreinheiten angeboten – also weniger “same time & same place”-Lehre
    • Lerninhalte werden über verschiedene Kanäle zugänglich gemacht (Texte, Video, Audio, usw.), denn die Technologie darf nicht der neue Treiber für Ungleichheit sein. Ein störungsanfälliger Livestream soll lieber durch Texte und andere datensparende Alternativen begleitet oder gar ersetzt werden.  
    • Lebendiger Austausch und Dialog, die unmittelbare Beantwortung von Fragen und mehr Mut zu „altmodischen“ Texten statt eindimensionaler Videos (ohne Transkript), abgefilmte Präsenzvorlesungen und besprochene Powerpoint-Folien, in denen sich Lehrende schulmeisternd positionieren.
    • Persönliche Treffen haben einen zentralen Stellenwert und Räume für die persönliche und reale Begegnung sind fixer Bestandteil des Blended Learning (mehr dazu im Blogbeitrag von Herbert Schwarzenberger).
    • Studienzeiten sind flexibel: Es soll (wieder) möglich sein, so schnell oder so langsam wie erforderlich zu studieren, Pausen einlegen zu dürfen, die schon mal einen Monat dauern, weil das Kind gerade in der Trotzphase steckt und die Oma krank ist.
    • Ein laut hörbares politisches JA zu mehr bundesgeförderten Fernstudienplätzen, denn das „Ja“ zur Umsetzung von E-learning an den Hochschulen greift eindeutig zu kurz. Das zeigt sich etwa ganz deutlich in dem Ausmaß, in dem individualisierte und zeitlich flexible Angebote im Online-Studiensektor auf den privaten Bildungsmarkt ausgelagert werden: Also dahin, wo finanzielle Hürden erst recht wieder Ungleichheit schaffen.

    Bleiben wir also auch nach der COVID-19- und „emergency remote teaching“-Zeit dran am Blended Learning, auch wenn die Hochschulen ihre physischen Türen vielleicht bald wieder weit aufmachen. Es geht um die Entwicklung neuer Formen des Lernens und Lehrens abseits der Notfallszenarien, in denen Chancengleichheit und akademische Bildung für alle nicht nur Schlagworte sind.

  • Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

    Queer an der FernFH – Wen geht das etwas an?

    Die Antwort auf diese Frage ist kurz: Niemanden! Niemanden geht es etwas an, was unsere Studierenden, Lehrenden und Mitarbeiter_innen zu Hause machen und mit wem sie es machen! Und dennoch ist es wichtig, dass alle Lebens- und Liebensformen akzeptiert und anerkannt werden – auch an der Hochschule. Dazu gehört auch, dass sich niemand vor einem (unbeabsichtigten) Outing fürchten muss, weil zum Beispiel Partner_innen bei einer Videokonferenz durchs Bild laufen oder man in der Präsenzphase nicht erzählt, welches einschlägige tolle Buch man gerade gelesen hat (Warum sollte man das kennen? Warum interessiert einen das Thema überhaupt? usw.). Diese Angst haben die 28 % der in Ausbildung befindlichen queeren Jugendlichen (großteils Studierende; IHS, 2015), die in einer Umfrage angeben, dass sie in ihrer Ausbildung nicht geoutet sind.

    Wie ist das an der FernFH?

    Auch Angehörige der FernFH haben neben einer unterschiedlichen Herkunft, eines unterschiedlichen Alters, einer unterschiedlichen Religion usw. eben auch unterschiedliche Geschlechtsidentitäten und eine unterschiedliche sexuelle Orientierung. Das ist Teil unseres Fernstudienalltags und soll nicht tabuisiert werden, weil angenommen wird, dass Sexualität und Geschlecht im (Fern-)Studium nicht relevant sind und man darüber generell nicht redet. Wie schon in den Werten der FernFH nachzulesen ist, sehen wir „Diversität als Bereicherung und Inklusion als unseren Auftrag“.

    Was kann ich tun?

    Auch wenn es niemanden an der FernFH etwas angeht, gibt es bei uns Lesbische, schwule (Gay), Bi, Trans, Inter, Queere und alle anderen (*)(LGBTIQ*)-Identitäten. Wenn sich Studierende in ihrer Haut mit ihren unterschiedlichen Identitäten wohlfühlen und diese an ihrer Hochschule leben können, entfalten sie sich viel besser, können auch besser studieren und müssen sich nicht ständig Gedanken über ein Outing machen. Das gilt natürlich auch für Mitarbeiter_innen. Daher ist es einerseits wichtig, dass Angehörige der FernFH out & proud sein können und andererseits sehr hilfreich, wenn sie viele Verbündete, sogenannte Allies finden, die – ob queer oder nicht – für LGBTIQ*-Rechte einstehen. Das kann schon im Kleinen geschehen, indem man beim Sprechen und Schreiben nicht gleich davon ausgeht, dass alle ein eindeutiges Geschlecht haben oder heterosexuell sind. Oder indem in der Lehre Beispiele mit eindeutigem LGBTIQ*-Kontext verwendet werden. Oder indem man einfach mal einen Regenbogen-Ally-Button trägt oder bei der Fensterlparade am 13.6.2020 eine Regenbogenfahne aus dem Fenster hängt!

    Was gibt es zu queeren Themen an der FernFH?

    Letztes Jahr habe ich als Gender- und Diversity-Beauftragte der FernFH, gemeinsam mit meiner Kollegin Julia Nowotny und dem Gender und Diversity Ausschuss des Kollegiums, den Schwerpunkt LGBTIQ*-friendly FernFH gesetzt. In diesem Zusammenhang sind wir dem Netzwerk queer@hochschulen beigetreten, bei dem sich unterschiedliche LGBTIQ*-Hochschulgruppen gegenseitig unterstützen und gemeinsam Veranstaltungen organisieren (z.B. Filmabende, Workshops, PrideVillage, EuroPride, Global Pride). Zur Steigerung der Sichtbarkeit an der FernFH und als Zeichen der Solidarität wurde im Juni 2019 zum ersten Mal die Regenbogenfahne an unserem Standort Ferdinand Porsche Ring 3 gehisst und unser Social Media Auftritt wird heuer im Juni im Regenbogen-Design erstrahlen. Außerdem beantwortete Prof. (FH) Mag. Dr. Martin Gössl, der zu Inklusion und Diversität forscht, im Herbst 2019 die Frage „Warum ist die Sichtbarkeit von LGBTIQ* an Hochschulen wichtig?“ in einem Vortrag, den man jetzt noch online ansehen kann.

    Was ist die Quintessenz?

    Es geht zwar niemanden etwas an, was wir zu Hause machen und mit wem wir es machen, aber uns alle geht es etwas an, eine offene und tolerante Gesellschaft zu gestalten. So dass wir uns über alle tollen Bücher unterhalten können und es egal ist, wenn Partner_innen bei der Videokonferenz reinplatzen.

  • Studieren ohne Grenzen

    Studieren ohne Grenzen

    Studieren in einer anderen Sprache? Heutzutage ist es nichts Besonderes. Viele studieren auf Englisch entweder in Österreich oder im Ausland.

    Viele können sehr gut Deutsch, möchten sich weiterentwickeln.

    Viele Leute, die in Österreich wohnen, haben Deutsch nicht als Muttersprache. Sie haben eine neue Heimat aus unterschiedlichen Gründen ausgesucht: Krieg, sie sollten mit den Eltern/Kindern mitkommen, finanzielle Probleme oder einfach, weil es hier so schön ist! Viele von diesen Menschen können sehr gut Deutsch, möchten sich weiterentwickeln, nicht mehr nur in der Sprache, sondern auch fachlich. Wenn sie an einer Uni oder FH in Österreich studieren möchten, haben sie zwei Möglichkeiten: Sie suchen eine Weiterbildungsmöglichkeit in Englisch aus (wenn sie die englische Sprache so gut beherrschen), oder sie versuchen es auf Deutsch.

    Wie schwierig ist es aber, mit guten Sprachkenntnissen Frontalunterricht, viele Vorlesungen zu haben, verbindlich anwesend zu sein, vor den anderen zu reden….?

    Die komplizierten Sätze entknoten

    Oft ist es sehr anstrengend, den ganzen Tag eine andere Sprache zu hören, und es kommen noch die unterschiedlichen Fachwörter dazu. Zuhause muss man noch die Studienhefte, Fachbücher durchlesen – nicht nur lesen, sondern auch verstehen. Oft bis zum nächsten Tag. Ist es möglich? Ja, sicher. Aber einfach ist es nicht. Man möchte sich ein bisschen Zeit nehmen, nicht für den nächsten Tag alles erledigen, weil man wahrscheinlich länger braucht als die anderen. Im Wörterbuch dauernd nachschauen, die komplizierten Sätze entknoten.

    Wie wäre es, wenn man es sich selbst einteilen könnte?

    Wie wäre es, wenn man selbst einteilen könnte, wann man bei einer Vorlesung teilnehmen möchte, könnte den Frontalunterricht pausieren, um im Wörterbuch etwas nachzuschauen, oder die Vorlesung noch einmal anhören?

    Zu schön? Ja. Aber es ist möglich. Man kann bei uns an der FernFH die sprachlichen Schwierigkeiten überwinden. Natürlich ist es eine sehr harte Arbeit, aber man kann sich in seinem Rhythmus weiterentwickeln.