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Flexibles Lernen gestalten

Flexibilität

Ich lerne gern, wo ich will, wann ich will und wie ich will.

Gehören Sie auch zu jenen, die sich an diesen Werbeslogan erinnern? Das zugehörige Unternehmen existiert zwar nicht mehr, die Fernsehspots haben aber einen gewissen Kultstatus erreicht – geadelt durch eine Parodie der „Willkommen Österreich“-Kabarettisten Stermann und Grissemann. Mir blitzt dieser Satz jedenfalls immer unweigerlich auf, wenn ich mich mit der Gestaltung flexiblen Lernens beschäftige. Bei aller Kritik an der – zugegeben recht trashigen – Werbung, die Leistungen dieser „Urmutter der Fernlehre“ sind unbestritten.  Über Jahrzehnte wurden didaktische Maßstäbe gesetzt und selbstbestimmte Lernprozesse initiiert, die auch bildungsferne Schichten angesprochen haben.

Flexibilität schafft Freiheitsgrade

Intuitiv wird Flexibilität in Lernprozessen oftmals als zeit- und ortsunabhängig verstanden. U.a. zeigen klassische E-Learning-Formate Ausprägungen in diesen Formen. Relevante Literatur definiert den Begriff breiter und identifiziert weitere, unterschiedlichste Dimensionen (Chen 2003, Li & Wong 2018). Neben den genannten bieten auch die Bereiche Inhalt, Zugangsvoraussetzungen, Bereitstellung, didaktische Gestaltung, Beurteilung und Bewertung, Lernressourcen und Support sowie Orientierung und Ziele konkrete Anknüpfungspunkte. Die Berücksichtigung zumindest einer dieser Dimensionen bei der Gestaltung von Lernumgebungen versetzt Lernende in die Lage, ihre Lernprozesse an eigene Bedürfnisse anzupassen und Verantwortung dafür zu übernehmen, was, wann, wo und wie gelernt wird.

Innovative E-Learning-Formate unterstützen flexible Lernprozesse

In der Hochschullandschaft wandelt sich aktuell das Bild der Studierendenschaft hin zu mehr Heterogenität. Eine wachsende Anzahl an nicht-traditionell Studierenden (z.B. Personen mit langer Anreise zu möglichen Studienorten oder familiären Betreuungsverpflichtungen) erfordert die Vereinbarkeit eines Studiums mit Privatleben und oftmals beruflicher Tätigkeit. Flexibilitätsunterstützende Lernsettings können studentische Bedürfnisse nach Vereinbarkeit erfüllen und selbstreguliertes Lernen fördern. Die allgegenwärtige Digitalisierung ist dabei wichtiger Enabler. Innovative E-Learning-Formate, die erst durch neue Technologien ermöglicht werden, schaffen Voraussetzungen für einen niederschwelligen Zugang zu (tertiärer) Bildung.

Flexibles Lernen hat aber Grenzen, eine hohe Flexibilität ist für Studierende nicht zwangsläufig besser. Ein Zuviel an Wahlfreiheit kann Lernen beeinträchtigen, weniger Anwesenheitsverpflichtung kann fälschlicherweise mit weniger Lernaufwand verwechselt werden. In Fernlehrformaten ist daher verstärkt auf die Selbststeuerfähigkeit, die Integration und die Kommunikation der Studierenden einzugehen. Konkrete Vorgaben und Strukturen in Lernprozessen wirken möglicherweise flexibilitätseinschränkend, können aber auch in flexiblen Lernumgebungen als unterstützend wahrgenommen werden.

Flexibel. Studieren.

Hier an der FernFH verfolgen wir den Blended-Learning-Ansatz. Dieser vereint die Vorteile des E-Learnings und der Präsenzlehre, indem konventionelle Lehr-Lern-Szenarien mit Technologie unterstützt und kurze Phasen der Wissensvermittlung mit längeren Phasen des selbstgesteuerten Lernens kombiniert werden. Dies stellt für Studierende ein hohes Maß an Flexibilität bereit, sowohl auf Studiengangs- als auch auf Lehrveranstaltungsebene.

Gemeinsam mit Kolleg_innen der FernFH möchten wir in weiteren Blogbeiträgen zum Schwerpunkt Flexibles Lernen aufzeigen, wie wir flexible Lernangebote gestalten. Wir zeigen so Wege und Erfahrungen im Kontext der Fernlehre auf, durch verschiedenste Dimensionen flexiblen Lernens die Lernbedürfnisse unserer Studierenden einzuschließen und selbstreguliertes Lernen zu unterstützen. Seien Sie gespannt!

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