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Studienstart und der Delay of Gratification: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Marshmallow mehr!

Im kommenden Wintersemester werden wir wieder unsere neuen Studierenden an der FernFH begrüßen dürfen. Sie alle haben sich einem mehrstufigen Aufnahmeprozess unterzogen, der auch intensiv vorbereitet werden musste. Berufsbegleitend flexibel zu studieren, wie es die FernFH in den Studien- und Lehrgängen anbietet, bedeutet auch, dass man sich der Einschränkungen bewusst wird, die in den kommenden Semestern mehr oder minder intensiv auftreten werden. Sich einen Hochschulabschluss als Ziel zu setzen, bedeutet für jede und jeden in gewisser Weise auch andernorts zurückstecken zu müssen. Sei es in der Freizeitgestaltung, bei familiären Angelegenheiten oder aber auch im Freundeskreis.

Dabei ist das System ganz einfach: Will ich etwas erreichen, muss ich dafür etwas tun. Vielleicht ist es deshalb auch ganz gut, dieses „etwas tun“ nicht als negativ zu konnotieren.

Am Anfang war die Strategie

Wie schaffen wir es, im Moment oder für eine längere Zeit zu verzichten, um dann später mehr zu erhalten? Da war doch der Marshmallow Test?  Das Belohnungsaufschub-Paradigma erklärt, dass wenn ich auf eine sofortige Belohnung oder auch Befriedigung eines Bedürfnisses verzichte, ich zu einem späteren Zeitpunkt eine höherwertige Belohnung erhalte (Mischel & Mischel, 1973, S. 257; Mischel, 1968, S. 81 ff.). In Studien zeigte sich, dass die Fähigkeit zum Belohnungsaufschub den zukünftigen akademischen Erfolg vorhersagen lässt.

Der Academic Delay of Gratification definiert die Fähigkeit von Studierenden, aktuellen Impulsen und Ablenkungen nicht nachzugeben und den Fokus auf den zukünftigen akademischen Erfolg auszurichten (vgl. Bembenutty & Karabenick, 1997). Die Autor_innen fanden heraus, dass die Willensintension gepaart mit selbstregulierenden Maßnahmen maßgeblich am akademischen Erfolg beteiligt sind.

Tools die helfen…(und kollegiale WissBlog-Beiträge, die das thematisieren)

Innerhalb der kommenden Semester ist selbstreguliertes Lernen sicherlich der Aspekt der den Bogen über alle vermittelten Inhalte spannt. Dabei geht es auch darum, eine Work-Life-Learn Balance zu halten, die einen positiven Abschluss möglich macht. Diesen Spagat zu schaffen ist nur temporär, das ist schon mal ein positiver Aspekt. Und die Erfahrung hat gezeigt, dass es viele Strategien gibt, die Sie sich zurechtlegen können, um den positiven Abschluss auch wirklich in die Tasche zu stecken.

Selbstreguliert heißt nicht, allein über den Büchern zu brüten und sich Wissen anzueignen. Das Studium und die Aufbereitung der Lerninhalte bieten eine Fülle von Möglichkeiten der Interaktivität. Die Lehrenden bieten Sprechstunden und Foren für Fragen, die Peergruppen fördern den Austausch und Diskurs zu den Themen und virtuelle Meetings fördern Kooperation. Darüber hinaus werden Videos, Quizze und auch interaktive neue Tools zur Vertiefung angeboten.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, gehen Sie mit Herz und Hirn an das Studium heran, schaffen Sie sich Lernzeiten und Reflexionszeiten, seien Sie in diesen Phasen aktiv. Ein Stundenplan wie aus der Volksschule kann hier wertvolle Hilfestellung bieten. Planen Sie auch OFF-Zeiten ein und das ohne schlechtes Gewissen. Sie tun gut! Und lassen Sie sich die größere Menge Marshmallows, die später folgen, schmecken. Auch wenn diese vielleicht nur als Platzhalter für andere Belohnungen hinhalten dürfen. Es lohnt sich!

Literatur:

Bembenutty, H.& Karabenick, S. (1998). Academic delay of gratification. Learning and Individual Differences, 10(4), 329–346.

Mischel, Harriet N./Mischel Walter (1973). Readings in Personality. New York: Holt, Rinehart and Winston.

Mischel, Walter (1968). Personality and Assessment. New York: Wiley.

Mischel, W., Shoda, Y., & Peake, P. K. (1988). The nature of adolescent competencies predicted by preschool delay of gratification. Journal of Personality and Social Psychology, 54(4), 687–696

Online: https://www.youtube.com/watch?v=jQvBrEEYS20&feature=youtu.be (Abruf am 04/08/20)

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