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  • Zeitliche und örtliche Flexibilität in der Fernlehre fördern

    Zeitliche und örtliche Flexibilität in der Fernlehre fördern

    Immer wieder frage ich Studierende in Lehrveranstaltungen, was sie unter flexiblem Lernen verstehen, da kommen die unterschiedlichsten Antworten. Für einige Studierende bedeutet das, dass sie örtlich flexibel sein können, d.h. ein Lernen vom Schreibtisch, Zug, Garten oder Strand aus. Für andere ist dabei eine zeitliche Flexibilität von großer Wichtigkeit, also Studierende können lernen, wann es für sie möglich und sinnvoll ist, gleich ob in der Früh, nachmittags, abends oder auch nachts. Das kann von verschiedenen Faktoren abhängig sein, beispielsweise welcher Arbeit Studierende nachgehen, welche Betreuungspflichten sie haben, welche Freizeitaktivitäten ausgeübt werden oder auch was für ein Lerntyp die Person ist. Die zeitliche und örtliche Flexibilität sind die meist genannten Vorteile die Studierende an einem berufsbegleitenden Fernstudium, das mit einer hohen Flexibilität arbeitet, schätzen.

    Jedoch gibt es auch Nachteile beim flexiblen Lernen?

    Ich nenne es nicht Nachteile, aber Herausforderungen. Wenn Studierende Flexibilität beim Lernen bzw. im Lernprozess haben, dann bedeutet das viel Freiheit. Das bringt wie oben genannt viel Positives mit sich, das kann aber auch dazu führen, dass das Lernen leicht auch einmal aufgeschoben wird, oder dass der Anschluss an Lehrveranstaltungen verloren geht. Flexibles Lernen verlangt Studierenden viel Selbständigkeit, Selbstdisziplin und auch Struktur ab, um dran zu bleiben.

    Lehr- und Lernmaterialien gestalten

    Worauf kann oder soll ich als Lehrende achten, wenn ich Lehr- und Lernmaterialien für Studierende erstelle, denen ich zeitlich und örtlich flexibles Lernen ermöglichen möchte?

    Wie schon in einem früheren Blogbeitrag zum flexiblen Lernen beschrieben, verfolgt die FernFH einen Blended-Learning Ansatz. Idealerweise verbindet eine Lehrveranstaltung, die mit diesem Ansatz arbeitet, strukturgebende Elemente mit Möglichkeiten flexibel lernen zu können. Zu Beginn der Lehrveranstaltung wird den Studierenden klar kommuniziert, wie der Ablauf der Lehrveranstaltung organisiert ist, was bis wann zu erledigen ist, sowie was die Lernziele sind und welche Kompetenzen mit der Lehrveranstaltung erworben werden sollen.  Dabei hilft es den Studierenden eine Zeitplanempfehlung mitzugeben, die ihnen die zu lernenden Pakete in „kleine Häppchen“ packt und so leichter „verdaubar“ werden als ein großer, vielleicht unüberschaubarer Brocken.

    Praktisches zum Anwenden

    Um das Gelernte zu festigen empfiehlt es sich Theorie mit Praxis zu verbinden und neben Vorlesungen, Texten, Literatur, Studienheften auch immer gleich etwas Praktisches zum Anwenden, Diskutieren und Überprüfen anzubieten, das geht sowohl online als auch vor Ort. Dies kann durch Aufgabenstellungen, Gruppenarbeiten/-diskussionen, Online WissensChecks oder auch durch viele andere Tools realisiert werden.

    Um flexibles Lernen in der Lehrveranstaltung zu unterstützen, ist es wesentlich, dass den Studierenden von Beginn an alle Inhalte und Aufgaben zugänglich sind, damit frei gearbeitet werden kann.

    Des Weiteren ist es besonders wichtig, dass die Lehrveranstaltung im Lernmanagementsystem (z.B. Moodle) mit verschiedenen Endgeräten jederzeit genutzt werden kann. Last but not least ist eine gute zeitnahe Betreuung der Studierenden durch die Lehrenden ein wesentliches Schlüsselelement beim flexiblen Lernen. Dazu zählt, möglichst zeitnahe Rückmeldungen auf Fragen sowie Bewertungen und Feedbacks zu Aufgaben zu erhalten oder auch dazu zu motivieren, Themen oder Fragen mit anderen Studierenden online zu diskutieren.

    Mein Fazit

    Ein ansprechender, abwechslungsreicher, strukturgebender und gut begleiteter Onlinekurs motiviert Studierende abseits von Präsenzeinheiten dran zu bleiben und die Lehrveranstaltung erfolgreich abzuschließen, ohne zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort sein zu müssen und macht mir als Lehrende, die diesen Lernprozess begleitet, einfach Spaß!

  • Abschlussarbeiten schreiben – Schreib deinen Theorieteil für intelligente Dummies!

    Abschlussarbeiten schreiben – Schreib deinen Theorieteil für intelligente Dummies!

    Also ich beschäftige mich in meinen Blogbeiträgen noch immer mit dem Verfassen meiner Abschlussarbeit. Mittlerweile habe ich ein Thema, eine Fragestellung und nach dem letzten Beitrag auch noch genügend Literatur für mein Problem, dass mir meine Eltern kein Geld mehr schenken. Jetzt kann es so richtig los gehen mit dem Schreiben. An diesem Punkt habe ich schon öfters von Studierenden gehört, dass sie eine Schreibblockade haben. Aber eigentlich gibt es das nicht. Wie in meinem Lieblingsbuch zu wissenschaftlichem Schreiben und Publizieren steht, ist wissenschaftliches Schreiben kein kreativer Schreibprozess, bei dem man sich etwas ausdenken muss. Also kann es hier auch keine Schreibblockaden geben (Silvia, 2007). Man muss sich einfach hinsetzen und die gelesenen Dinge in eigenen Worten zusammenfassen und das dann richtig zitieren. Das sollte echt keine Hexerei sein. Und wenn man ein Literaturverwaltungsprogramm verwendet – hab ich eigentlich schon mal Zotero erwähnt? 😉 – und dort schon kurze Zusammenfassungen verfasst hat, hat man schon viel geleistet. Super, wenn man da nicht nochmal alles lesen und ganz von vorne beginnen muss!

    Wos woa mei Leistung?

    Dadurch, dass in Theorieteilen immer „nur“ Sachen von anderen zusammengefasst werden, haben Studierende hier oft das Gefühl, dass das alles gar nicht von ihnen ist. Das stimmt so aber natürlich überhaupt nicht. Immerhin wird Literatur zu einem spezifischen, oft sogar selbst gewählten Thema zusammengetragen und dann sinnvoll zu einem eigenen Werk zusammengestellt. Außerdem liegt die wissenschaftliche Leistung auch darin die eigene Meinung zurückzunehmen und sich fakten- und wissenschaftsbasiert einem Thema zu nähern. Jetzt brauchen wir wirklich nicht so zu tun als wär‘ das nix! Da ist auf jeden Fall einiges an Leistung dahinter und die Meischberger-Frage muss sich hier niemand stellen!

    Wie baut man einen Literaturteil auf?

    Die Gliederung gibt eine (veränderbare) grobe Struktur vor, die hilft, die gefundene Literatur in Kapitel und Unterkapitel einzuteilen. In diesen Unterkapiteln werden zusammenpassende Inhalte in einzelnen Absätzen sinnvoll dargestellt. Das ist oft leichter gesagt als getan. Am besten sortiert man vor dem Schreiben die Artikel oder noch besser gleich die Zusammenfassungen so wie sie der Reihe nach berichtet werden sollen. Das heißt man überlegt welche Themen oder Artikel zusammengehören und welche aufeinander aufbauen und daher in einer bestimmten Reihenfolge berichtet werden müssen, damit das Geschriebene im Anschluss gut verständlich ist.

    Texte die nicht strukturiert sind, sind leider wenig verständlich. Mit der Struktur passt etwas nicht, wenn auf das gleiche Thema an verschiedenen Stellen der Abschlussarbeit eingegangen oder wenn auf vergangene oder kommende Kapitel verwiesen wird.

    Bei Abschlussarbeiten und auch wenn man einfach mal so einen Blogbeitrag schreibt, sollten sich die Themen nacheinander ergeben und sich nicht wiederholen. Bei meiner eigenen Abschlussarbeit sollte ich also zuerst definieren was Geld ist und dann generell über altruistisches Verhalten berichten und dort in einem Unterkapitel erläutern, wie sich altruistisches Verhalten in Bezug auf Geld äußert. Und das alles, ohne dort nochmal Geld zu definieren. Also immer alles schön der Reihe nach!

    Verbindungen verbinden

    Des Weiteren ist es bei der Struktur wichtig, dass nicht einfach ein Artikel oder ein Aspekt nach dem anderen berichtet wird, sondern dass auch in der Beschreibung die Absätze inhaltlich miteinander verbunden werden. Am leichtesten geht das, wenn man am Anfang des Absatzes ein Verbindungswort verwendet. Das könnte zum Beispiel wie beim aktuellen Absatz „des Weiteren“ sein, aber auch „außerdem“, „dahingegen“ und „in diesem Zusammenhang“ sind super Verbindungen, die den Leser_innen helfen den Text zu strukturieren und sich dadurch im Text zurecht zu finden.

    Was für Absätze gilt, gilt natürlich auch für Kapitel. Diese sollten nicht einfach nebeneinanderstehen ohne den Leser_innen zu sagen, warum ein Kapitel auf das nächste folgt. Diese Arbeit muss man den Leser_innen abnehmen, indem man am Ende eines Kapitels kurz bekannt gibt, wie es im nächsten Kapitel weiter geht und diese Abfolge sollte natürlich auch logisch begründet sein. Zum Beispiel könnte ich am Ende des Kapitels in dem Geld definiert wird schreiben, dass sich Personen oft altruistisch Verhalten und auch Geld herschenken und dass aus diesem Grund im nächsten Kapitel auf Altruismus eingegangen wird.

    Wie sieht das jetzt sprachlich aus im Theorieteil?

    Also, die meisten Wikipedia-Artikel sind gute Anhaltspunkte für den sprachlichen Stil einer wissenschaftlichen Arbeit. Generell gilt, dass man den Leser_innen das Denken so weit wie möglich abnehmen sollte und eher kein fachliches Wissen voraussetzen sollte. Man kann aber annehmen, dass Leser_innen durchaus in der Lage sind, sich Dinge zu merken und einen anspruchsvollen Text mitverfolgen können. Das heißt, die Leser_innen sind quasi intelligente Dummies. Daher werden alle fachlichen Dinge einfach und neutral erklärt. Vor völlig abgehobenen mit Fremdwörtern gespickten und/oder urlangen Sätzen sollte man sich hüten. Da sollte man lieber mal im Wörterbuch nachschauen, ob es nicht doch ein leichter verständliches Wort gibt und den Satz trennen.

    Wörter wie „man“ oder „Job“ sind umgangssprachlich und haben daher in einer Abschlussarbeit nichts zu suchen. Auch sollte man lieber die deutschen Fachbegriffe als die englischen verwenden, immerhin ist die Abschlussarbeit auf Deutsch zu verfassen und es gibt sowieso schon genug Anglizismen.

    Wie kann man sich beim Schreiben helfen?

    Leider kann man selbst manchmal schwer beurteilen, ob das Geschriebene überhaupt verständlich ist. Wie ich damals – vor sehr, sehr langer Zeit – meine Diplomarbeit geschrieben habe, habe ich allen, die es hören wollten und wahrscheinlich auch ein Paaren, die es nicht hören wollten, von den ganzen Theorien und Experimenten, die in meiner Abschlussarbeit vorkamen, erzählt. So ist mir immer schnell klar geworden, was ich der Reihe nach wie beschreiben muss, damit meine zukünftigen Leser_innen das auch gut verstehen und nachvollziehen können. Und keine Angst, die meisten Leute interessieren sich wirklich dafür, worum es in der Abschlussarbeit geht.

    Nachdem man die eigenen Fehler meistens gar nicht mehr sieht, sollte man die Arbeit ein paar Tage liegen lassen und sie erst danach wieder lesen und korrigieren. Unglaublich, was einem da alles auffällt. Ich weiß, die Abschlussarbeit liegen lassen ist manchmal recht schwer, weil die Deadline zur Abgabe drängt. Daher sollte man auch unbedingt rechtzeitig anfangen! Und nicht vergessen, die Arbeit auch von anderen Korrektur lesen zu lassen. Als Betreuerin von Abschlussarbeiten bin ich immer froh, wenn ich mich auf den Inhalt konzentrieren kann und nicht von Tipp- und Grammatikfehlern abgelenkt werde.

    So, wie geht‘s jetzt weiter?

    Ist der Theorieteil (endlich) abgeschlossen, geht es bei Literaturarbeiten mit der Diskussion weiter. Bei empirischen Abschlussarbeiten folgt auf die Theorie der Methodenteil. Auf die einzelnen Teile des Methodenteils und die damit verbundenen Fallstricke gehe ich in den nächsten Blogbeiträgen ein. Und versprochen, auf den Diskussionsteil komme ich auch ganz bestimmt noch zu sprechen. 🤓

    Referenzen

    Silvia, Paul J. (2007). How to write a lot: A practical guide to productive academic writing. Washington: American Psychological Association.

  • Was Eisenhower konnte, kann ich schon lange!

    Was Eisenhower konnte, kann ich schon lange!

    Was mache ich, wenn viele Aufgaben/To-Dos in meinem Studium oder auch in anderen Bereichen, zum Beispiel der Arbeit oder Freizeit anstehen, aber ich mir schwer damit tue, welche davon als erstes, zweites, drittes, …. zu erledigen sind? Heute gibt es eine mögliche Lösung dafür, die ich persönlich im Alltag immer wieder als ganz hilfreich empfinde.

    Das Eisenhower-Prinzip

    benannt nach dem US-Präsidenten, der diese Methode angeblich selbst angewendet haben soll, ist eine Zeitmanagement-Methode, bei der Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit geordnet werden und so sichtbar wird, welche Aufgaben mit welcher Priorität erledigt werden sollten. Die Aufgaben werden in vier Gruppen aufgeteilt:

    A-Aufgaben: wichtig und dringlich

    Diese Aufgaben haben höchste Priorität und sollten sofort von einem persönlich erledigt werden, zum Beispiel die Vorbereitung auf eine anstehende Prüfung.

    B-Aufgaben: wichtig, aber nicht dringlich

    Auch diese Aufgaben sind wichtig, aber nicht dringlich, d.h. sie können auf einen etwas späteren Zeitpunkt verschoben werden. Hier am besten gleich einen Termin fixieren! B-Aufgaben könnten beispielsweise Aufgaben oder Arbeiten in einer Lehrveranstaltung sein, die erst zu einem späteren Zeitpunkt abgegeben werden müssen. Früher oder später wird jedoch eine B-Aufgabe oft zu einer A-Aufgabe und somit auch dringlich, zum Beispiel kurz vor der Abgabefrist.

    C-Aufgaben: unwichtig, aber dringlich

    Diese Aufgaben können als eher unwichtig angesehen werden, sind aber dringend und könnten auch an andere delegiert werden. Dies geht möglicherweise gut bei Haushaltsaufgaben oder etwas in diese Richtung, ist aber eher schwierig (oder auch nicht erlaubt) bei Studienaufgaben.

    D-Aufgaben: nicht wichtig und nicht dringlich

    Diese Aufgaben sind weder wichtig noch dringend, zum Beispiel ziellos im Internet zu surfen oder Bilder der letzten 10 Jahre am Computer zu sortieren. Am besten von der Bearbeitungsliste streichen und nicht weiter damit aufhalten.

    Nutzen und Grenzen

    Das Eisenhower-Prinzip kann einem helfen, einen Überblick zu verschaffen und für die Aufgabenabarbeitung eine sinnvolle und gezielte Reihenfolge ersichtlich zu machen. Was ich aber auch dazu sagen muss, dieses Prinzip löst nicht alle zeitlichen Probleme, besonders wenn viele A- und B-Aufgaben auf der Liste auftauchen, also Aufgaben, die wichtig sind und dringend beziehungsweise wichtig aber nicht ganz zeitkritisch sind. Was dafür die Lösung sein könnte, lesen Sie in einem meiner nächsten Blogbeiträge. Wenn Sie aber auf der Suche nach einer guten Methode sind, um konzentriert an Ihren Aufgaben zu arbeiten, dann werden Sie vielleicht in meinem letzten Blogbeitrag zur Pomodoro-Technik fündig.

    Meine Devise ist jedoch, „Probieren geht über Studieren“. Versuchen Sie es einfach einmal, vielleicht liegt Ihnen die heute dargestellte Zeitmanagement-Methode um Ihren Alltag zu strukturieren und sich auf Wichtiges zu fokussieren!

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    Hier eine Vorlage für die Eisenhower-Matrix, für alle, die es gleich einmal ausprobieren möchten.

  • Was hat eine Tomate mit Zeitmanagement zu tun?

    Was hat eine Tomate mit Zeitmanagement zu tun?

    Wer kennt das nicht, dass anstehende Aufgaben und Pflichten in der Arbeit oder auch im Studium aufgeschoben werden. Im Bereich des Studiums wird dies meist mit Prokrastination beschrieben.

    Besonders in einem Fernstudium wie beispielsweise an der FernFH, wo es kaum Anwesenheitszeiten und viel an Flexibilität gibt, ist es ganz besonders wichtig ein gutes Zeitmanagement zu haben, um im Studium gut voranzukommen. Meist ist es gar nicht so leicht, wenn von Zuhause studiert wird, nicht tausend Dinge zu finden, die einem von Aufgaben oder Pflichten in Bezug auf das Studium ablenken. Vielleicht kommen dem/der einen oder anderen so manches angeführte Beispiel bekannt vor, Wäsche waschen, aufräumen, Schreibtisch sortieren, Gewand ausmisten, Rasen mähen, Einkäufe erledigen, E-Mails und Nachrichten schreiben/checken, Social Media Kanäle aktuell halten, etc.

    Das Problem betrifft viele

    Da dieses Problem ja nicht nur einzelne Personen betrifft, sondern eine Vielzahl an Personen bzw. Studierenden wurden die verschiedensten Techniken entwickelt, um diesem Problem bzw. dieser Herausforderung entgegen zu wirken. In diesem Beitrag möchte ich gerne eine dieser Techniken, die helfen kann Zeit effektiv zu nutzen, vorstellen.

    Diese Technik wurde von Francesco Cirillo entwickelt und hat die Grundidee, statt gegen die Zeit mit der Zeit zu arbeiten. Vorbereitend, um diese Technik anzuwenden, benötigen Sie nur einen Wecker, ein Handy mit Timerfunktion, oder eine andere Art von Timer z.B. aus dem Internet und etwas, was Sie in einer bestimmten Zeit von ungefähr zwei Stunden bearbeiten möchten. Hier ist es wichtig, dass Sie ein konkretes und realistisches Ziel haben, das auch in dieser Zeit bearbeitbar ist, zum Beispiel einen Text zu schreiben, ein Unterkapitel einer Abschlussarbeit zu verfassen, eine Aufgabe zu bearbeiten, einen Text zusammen zu fassen, oder ein Kapitel für eine Prüfung zu lernen, etc.

    Die Pomodoro-Technik[1]

    Wie funktioniert das nun?

    • Sie stellen sich den Timer auf 25 Minuten, in dieser Zeit arbeiten Sie fokussiert an Ihrem Text oder Ihrer Aufgabe. Sie lassen sich durch nichts ablenken (Beispiele siehe oben). Sollte Ihnen zwischendurch etwas Wichtiges in den Kopf schießen, dann notieren Sie dies am besten auf einem Blatt Papier, um nicht weiter daran denken zu müssen.
    • Sind die 25 Minuten vorbei, dann ist es Zeit fünf Minuten Pause zu machen. In den fünf Minuten wird empfohlen einen kurzen Ortswechsel, oder eine kurze Übung, die aktivierend oder entspannend sein kann, zu machen. Die Zeit soll nicht dafür genutzt werden, um Tippfehler zu korrigieren oder etwas für den Text oder die Aufgabe nachzuschlagen. Hier eignet sich zum Beispiel eine kurze Entspannungsübung oder einfach Trinknachschub zu holen.
    • Dieser Ablauf (25 Minuten konzentriert arbeiten und fünf Minuten Pause) wird noch drei Mal wiederholt. Nach vier „Pomodoros“ sollte eine längere Pause eingelegt werden (eine halbe bis ganze Stunde).
    • Ist nach diesen zwei Stunden noch Energie und Motivation vorhanden, dann kann nach der längeren Pause noch eine oder zwei Pomodoro-Sequenzen angeschlossen werden. Achten Sie darauf sich nicht zu überfordern!

    Vielleicht hilft Ihnen die vorgestellte Technik, wenn Sie das nächste Mal fokussiert Aufgaben oder Texte bearbeiten möchten, um dran zu bleiben und konzentriert voran zu kommen.

    Sehen Sie jedoch die Herausforderung in Ihrem Zeitmanagement nicht unbedingt in der Fokussierung auf Aufgaben, sondern eher darin wie Sie die Aufgaben priorisieren, dann gibt es in meinem nächsten Blogbeitrag Näheres dazu.

    Ach ja, falls sich jemand beim Lesen gefragt hat, warum diese Technik Pomodoro-Technik genannt wurde, Francesco Cirillo hat bei der Entwicklung der Pomodoro-Technik eine Eieruhr verwendet, die die Form einer Tomate (italienisch: Pomodoro) hatte.


    [1] Cirillo, F. (2018). The Pomodoro Technique. The Acclaimed Time-Management System That Has Transformed How We Work. New York: Currency.

  • Abschlussarbeiten schreiben – Ja, es gibt zu allen Themen Literatur!

    Abschlussarbeiten schreiben – Ja, es gibt zu allen Themen Literatur!

    Zuerst mal eine kurze Zusammenfassung der letzten beiden Blogbeiträge: Mir ist aufgefallen, dass mir meine Eltern kein Geld mehr schenken und ich will jetzt meine Abschlussarbeit dazu schreiben. Durch Fakten und Statistiken habe ich in der Einleitung zu meiner Problemstellung und damit Forschungsfrage hingeführt, die da lautet: „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“.

    Jetzt geht es also ans Eingemachte der Abschlussarbeit – den Theorieteil, in der die Forschungsfrage beantwortet wird. Aber wie komme ich zu diesem Theorieteil? Hier ist das um und auf die Literatur und damit verbunden natürlich eine entsprechende Literatursuche. Dabei muss man aber aufpassen, welche Literatur man verwendet, weil nicht alles was man so findet, auch wirklich wissenschaftliche Literatur ist. Und ich schreibe ja eine wissenschaftliche Abschlussarbeit, daher sollten die verwendeten Quellen auch wissenschaftlich fundiert sein.

    Wie erkennt man nun wissenschaftliche Literatur?

    Also wenn es so salopp geschrieben ist, wie dieser Blog-Beitrag, dann kann man schon mal davon ausgehen, dass das völlig unwissenschaftlich ist und nur auf der Meinung der Verfasser_innen beruht. Auch Selbsthilfebücher und Praxisratgeber sind keine wissenschaftliche Literatur (auch wenn diese von Wissenschaftler_innen verfasst wurden). Meist erkennt man das schon am etwas reißerischen Titel. Oder soll ich wirklich glauben, dass ein Buch mit dem Namen „Erfolgreich Taschengeld verhandeln“ wissenschaftlich ist? Aber vielleicht kann ich diesen Ratgeber ja schreiben, nachdem ich mit meiner Abschlussarbeit fertig bin.

    Also was ist jetzt wissenschaftliche Literatur?

    Wissenschaftliche Literatur bezieht sich immer auf andere wissenschaftliche Literatur und untermauert durch diese die aufgestellten Behauptungen. Das heißt, hier muss zumindest ein Literaturverzeichnis vorliegen. Wissenschaftliche Literatur wird auch in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert und die darin enthaltenen Artikel werden von einer Fachjury beurteilt. Daher sollte man bei Zeitschriften nachsehen, ob diese ein peer-review-Verfahren haben oder nicht. Aufgepasst, Abschlussarbeiten beziehen sich zwar auf andere Literatur und sollten wissenschaftlich sein, sind aber trotzdem keine geeigneten Quellen. Immerhin weiß kein Mensch wie gut diese Abschlussarbeiten tatsächlich sind.

    Und wo findet man diese wissenschaftlichen Artikel jetzt?

    Naja, im Internet, weil man dort ja bekanntlich fast alles findet. Zum Beispiel gibt es Google Scholar, also ein Google für wissenschaftliche Literatur. Aber es gibt auch an allen Hochschulen Literaturdatenbanken, auf die man online zugreifen kann bzw. wo man vor Ort die gefundenen Artikel auch herunterladen kann.

    Wichtig bei der Literatursuche ist, dass man gute Suchbegriffe eingibt und dazu gehört vor allem auch, dass man auf Englisch sucht. Die Wissenschaftssprache ist derzeit nun mal Englisch, daher führt da kein Weg drum rum. Für meine Forschungsfrage „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“ wären „money as present“ oder „money as gift“ erste Suchbegriffe, mit denen ich den ersten Wissensdurst stillen kann. Später sollte die Suche natürlich systematischer erfolgen.

    Die Gliederung ist wichtig

    Und da kommen wir schon zur Wichtigkeit, sich vorab eine Gliederung des Theorieteils zu überlegen, damit man systematisch suchen kann. Dazu überlegt man sich, welche Themen in der Abschlussarbeit relevant sind. Bei meiner Forschungsfrage sollte ich auf jeden Fall ein Kapitel haben, in dem Familie usw. definiert wird, dann sollte noch enthalten sein, was unter Geld und was unter Geschenken verstanden wird. Dann geht es weiter zu Themen, die mehr auf die Forschungsfrage eingehen. Vielleicht passt da ja etwas von dem ich schon mal im Studium gehört habe, wie zum Beispiel altruistisches Verhalten und weitere dazugehörige Themen. Also kommt noch ein Kapitel, das altruistisches Verhalten behandelt und welche Faktoren dieses beeinflussen. Die Norm der Reziprozität könnte in diesem Fall eine wichtige Theorie aus der Sozialpsychologie sein. Nachdem die grobe Gliederung aufgestellt ist, kann ich schon viel systematischer mit Begriffen wie „who is family“, „what is money“, „what ar presents/gifts“„altruistic behavior“, „reciprocity in familiy“ usw. nach geeigneter Literatur suchen und finde diese wahrscheinlich auch. Auf jeden Fall kann sich die Gliederung noch ändern, je nachdem welche weiteren Themen bei der Suche aufpoppen. Jedoch, auch wenn der Artikel noch so interessant ist er aber eigentlich nicht zur Beantwortung der Forschungsfrage beiträgt, dann weg damit! Manchmal muss man sich halt einfach trennen, auch wenn es weh tut.

    Was tun, wenn man keine Literatur findet?

    Oft höre ich von Studierenden, dass es zu ihrem Thema überhaupt keine Literatur gibt. Das habe ich bisher aber noch nie erlebt. Klar wird die vorangestellte Forschungsfrage manchmal in keinem Artikel explizit behandelt und beantwortet oder es gibt keine Studien, die im eher unwichtigen Österreich durchgeführt wurden. Aber das wäre ja auch zu einfach, oder? Man muss daher mit dem Thema verwandte Literatur, zum Beispiel aus anderen Ländern, finden und diese verwenden. Meist ist das Eis gebrochen, wenn man mal einen passenden Artikel gefunden hat. Dann kann man im Literaturverzeichnis des Artikels meist weitere passende Artikel finden und man kann auch suchen, in welchen Artikeln, der vorliegende Artikel zitiert wurde. Wahrscheinlich passt da auch die eine oder andere Quelle zur eigenen Forschungsfrage. Tatsächlich wird die Forschungsfrage erst in der Diskussion beantwortet. Wie das schon wieder geht, ist aber sicher einen eigenen Blogbeitrag wert.

    Was tue ich mit der gefundenen Literatur?

    Also zurück zur Literatur, die wir nun doch gefunden haben. Hier ist es sinnvoll, diese zu lesen und kurz das Wichtigste in eigenen Worten zusammenzufassen, so dass man sich halt auskennt, worum es geht und was dabei wichtig ist. Und dann sollte man das Gefundene auch schon nach der vorgenommenen Gliederung in eigene Stapel ablegen. Am besten verwendet man dazu von Anfang an ein Literaturverwaltungsprogramm, wobei ich Zotero sehr empfehlen kann und auch selbst für meine wissenschaftlichen Arbeiten verwende. Nichts ist nerviger als zu wissen, dass man etwas irgendwo gelesen hat und den dazugehörigen Artikel einfach nicht mehr finden kann. Eine gut befüllte und organisierte Zotero-Datenbank wirkt hier Wunder.

    Hat man jetzt ausreichend Literatur zusammengefasst, ist das Verfassen des Theorieteils keine Hexerei mehr. Obwohl doch, halt, auch hier gibt es ein paar Sachen, die beachtet werden sollten, auf die ich in meinem nächsten Blogbeitrag eingehe.

  • Studieren ohne Matura – geht das überhaupt?

    Studieren ohne Matura – geht das überhaupt?

    Gleich vorweggenommen, ja das geht!

    Ich spreche oft mit Studien-Interessent_innen und häufig ist die Überraschung sehr groß, wenn sie hören, dass es möglich ist ein FH-Studium zu starten, ohne die Matura nachzuholen.

    Natürlich stimmt es, dass die „normale“ Voraussetzung, um ein Studium beginnen zu können, die Matura bzw. das Reifeprüfungszeugnis ist, bei manchen auch die Berufsreifeprüfung oder auch ein Studienberechtigungszeugnis, aber warum nicht einfach „nicht-typisch“ mit einem Studium beginnen, also mit einer facheinschlägigen beruflichen Qualifikation und Zusatzprüfungen.

    Es gibt viele Gründe, warum man die Schulzeit nicht mit der Matura abgeschlossen hat.

    Vielleicht weil man gerne eine Ausbildung machen wollte, wo am Ende keine Matura vorgesehen ist, oder weil man sich gar nicht vorstellen konnte, dass man später einmal studieren möchte, oder weil man auch einfach nicht die Möglichkeit dazu hatte zu studieren, egal ob aus familiären, finanziellen oder persönlichen Gründen. Oder, einfach weil man genug von der Schule hatte! Das sind sicher nicht alle möglichen Gründe, aber das ist ja auch egal. Manchmal im Leben gibt es einfach einen späteren Zeitpunkt, wo es passt die Voraussetzung für ein Studium zu erlangen. Für viele unserer Studierenden ist das zu einem Zeitpunkt, wo sie schon mehrere Jahre gearbeitet haben, sich Verschiedenes angesehen und ausprobiert haben, oder auch eine Familie gegründet haben.

    Manche stehen an einem Punkt, wo es heißt „Wie soll es weitergehen?“, „Wie kann ich eine Position mit mehr Verantwortung und mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhalten?“, „Wo kann ich mich hin entwickeln?“ oder auch „Ich möchte noch etwas ganz anderes in meinem Leben machen!“. In vielen solchen Situationen taucht dann häufig auch der Gedanke an ein Studium auf.

    Wie soll ich es schaffen, ohne Matura ein Studium zu beginnen oder auch zu absolvieren?

    • Denken Sie daran wie viele Potenziale und Kompetenzen Sie durch Ihre Lebens- und Berufserfahrung bereits erlangen konnten – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Wenn Sie nun endlich das passende Studium gefunden haben, werden Sie das Ziel vor Augen sehen und Ihre Motivation wird enorm sein – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Sie haben Familie und Kinder denen Sie die Freude am Lernen, am Weiterentwickeln vorleben möchten und die Sie immer wieder motivieren und zum Durchhalten animieren werden – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?
    • Sie haben den einen oder anderen Kommentar einer Lehrerin oder eines Lehrers aus der Schulzeit im Kopf, der Sie an sich zweifeln lässt, vergessen Sie ihn. Sie sind reifer geworden, haben sich entwickelt, haben viel Neues dazu gelernt und auch Lehrer_innen haben nicht immer recht – meine Frage: Warum sollten Sie das nicht schaffen?

    Die Frage sollte lauten: Wie kann ich mich vorbereiten?

    Glauben Sie an sich und an Ihre Kompetenzen und starten Sie durch! Zur Vorbereitung auf die Zusatzprüfungen für die Bachelorstudiengänge an der FernFH gibt es kostenlose Online Kurse für Mathematik und Englisch, mit denen Sie jederzeit starten können. Mit etwas Vorlaufzeit und einem konzentrierten Durcharbeiten der Inhalte und Absolvieren verschiedener Übungen klappen auch die kostenlosen Zusatzprüfungen.

    Das Motto heißt einfach drüber trauen und die Zukunft neu für sich entdecken. Und zusätzlich gibt es noch einen Bonus obendrauf. Durch die Vorbereitungskurse lernen Sie so einige Tools kennen, die an der FernFH auch während des Studiums verwendet werden und Sie sind auch schon im Lernen und Erarbeiten von Inhalten geübt. Hier nehmen Sie also auch einen Vorsprung für den Studienstart mit!

    Sehen Sie noch ein Gegenargument, warum Studierenden ohne Matura nicht funktionieren sollte? Also ich nicht!

  • Zeit+ oder: wieviel OFF ist im ON erlaubt?

    Zeit+ oder: wieviel OFF ist im ON erlaubt?

    Die Welt seit 03/2020

    Das kennen wir schon aus dem regulären FernFH Studienbetrieb: selbstorganisiertes Lernen, virtuelle Unterstützung, zahlreiche hilfreiche Tools, digitale Medien, Web Chats, Videokonferenzen, Austausch der Studierenden in sozialen Netzwerken usw. ….. Eine schöne Abwechslung zum Arbeits- und Familienalltag. Alles strukturiert und nach Plan.

    Und doch hat seit März 2020 ein Virus die virtuelle Struktur des Lebens gehörig durcheinandergewirbelt. Denn auf einmal müssen viele die private Datenleitung nicht nur zu Studienzwecken sondern auch aus beruflichen, schulischen und privaten Gründen teilen. Und das permanent. Ganz zu schweigen von diverser Hardware, die jetzt mehrfach in Verwendung ist. Die Flexibilität und Annehmlichkeiten des Fernstudiums wurden durch die Lockdown Maßnahmen Martini gleich geschüttelt.

    Ein Oscar für alle Organisator_innen von Familien mit Kindern im schulpflichtigen Alter oder anderen Betreuungspflichten!! Abgesehen vom enormen organisatorischen Aufwand kam noch eine viel höhere Motivationsleistung, die der Eigenmotivation, ins Spiel, damit die Prozesse weiter im Laufen bleiben. Denn auf einmal war ein Großteil unseres Lebens in den Onlinebereich gedriftet und damit ging eine gewisse virtuelle Müdigkeit einher.

    Wertvolle Tipps oder Zusatzaufgaben!?

    Gibt man in Google den Suchbegriff „Home Office Corona Tipps” ein, erhält man sage und schreibe „ungefähr 12.700.000 Ergebnisse (in 0,43 Sekunden)“. Ich würde meinen, hier wird jeder fündig. Daher möchte ich an dieser Stelle nicht eine weitere Liste mit möglichen Optimierungsvorschlägen an Sie herantragen. Mit der Zeit haben mittlerweile ohnehin schon viele einen Modus gefunden, um mit der Situation halbwegs praktikabel umzugehen. Und auch zum Fernstudium im Homeoffice gibt es schon einige wertvolle Impulse im Weltweitenweb.

    Abgesehen von den vielen (wieder mal online-inspirierten) Hobbybäcker_innen, Kreativbastler_innen, Aufräufmer_innen, Literaturentdecker_innen und Yogapraktizierenden, die das Virus im Laufe der Monate auf Grund mangelnder Echtzeitkontakte mit Freunden, Bekannten, oder weniger Bekannten bei diversen Veranstaltungen hervorgebracht hatte, gab es auch ein fettes Plus am Zeitkonto zu verbuchen. Zumindest bei einigen, so auch bei mir, war und ist dies der Fall.

    Das Zeitgeschenk

    Ich habe eine Überlegung angestellt: Da ich, mit wenigen Unterbrechungen seit über 40 Wochen im Homeoffice arbeite, erspare ich mir wöchentlich rund 12 Stunden Fahrtzeit (öffentlich). Macht einen netto Bonus von etwa 480 Stunden, das ist nicht schlecht. Diesen Bonus habe ich in Pausen investiert. Pausen von allem. Selbstfürsorge gelebt. Bewusst Pausen machen und wirklich nichts tun ist anfangs durchaus fordernd. Aber mit der Zeit war es sehr inspirierend und sehr kreativitätsfördernd, wenn man einfach nur den Gedanken und Blitzlichtern im Kopf Raum lässt. En block oder in kleinen Stücken genossen, wie eine Tafel Schokolade, sind Pausen wahre Genussmomente. Eine völlig neue Erfahrung. Pausen und OFF vom ON lege ich Ihnen ans Herz. Diese Zeit muss auch nicht erst irgendwo freigeschaufelt werden. Sie wird anders verwendet. Und für dieses Nichtstun braucht man auch kein schlechtes Gewissen haben. Lassen Sie statt Wegstreckenkilometern einfach die Gedanken reisen.

    Die für mich herausragende Kinderbuchautorin Astrid Lindgren soll in ihr Tagebuch 1964 folgenden Satz geschrieben haben: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.”

    Ob dieser Tipp unter den 12.700.000 Einträgen wohl zu finden ist?

  • Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    Abschlussarbeiten schreiben – Mein Problem mit der Problemstellung

    So, im letzten Blogbeitrag haben wir mal mein persönliches Forschungsinteresse („Warum schenken mir eigentlich meine Eltern kein Geld mehr?“) in ein Thema für eine Abschlussarbeit („Bedeutung von Geldgeschenken im Familienkontext“) überführt. Wie geht es jetzt weiter? Man braucht für die Einleitung der Abschlussarbeit ein Problem, oder besser gesagt eine Problemstellung. Diese soll angeben, warum das Thema überhaupt wichtig und interessant ist und steht gleich zu Beginn der Abschlussarbeit.

    Das Problem

    Gehen wir zurück zu meinen Eltern, die mir leider kein Geld mehr schenken. 😭 Hier könnte das Problem natürlich sein, dass ich zu wenig Geld habe, aber das ist kein wissenschaftliches Problem, das in eine Einleitung gehört, weil das ist ja nur mein Problem. Man muss das Problem also aus wissenschaftlicher Sicht aufbereiten. Zum Beispiel kann man mit Daten und Fakten zeigen, dass es sich um ein relevantes Thema handelt und viele Personen davon betroffen sind oder, dass es ein gesamtwirtschaftliches finanzielles Interesse gibt.

    Interesse für das Problem wecken!

    Also wieder zurück zu meinem Problem und wie ich bei Anderen – meinen zukünftigen Leser_innen – das Interesse dafür wecken kann: Es gibt bestimmt Statistiken dazu, wie viel Geld für Geschenke ausgegeben wird. Vielleicht finden sich sogar Statistiken dazu, wie viele Geldgeschenke in Österreich gemacht werden, um wie viel Geld es sich dabei durchschnittlich handelt und vielleicht auch noch in welcher Form (z.B. Gold- und Silbermünzen, Banknoten) diese gemacht werden. Findet man nichts österreichspezifisches oder zu wenig, sollte man nach internationalen Statistiken suchen. Meistens ist Österreich nicht viel anders als andere westliche Staaten, auch wenn wir das oft glauben wollen. Also auch aus internationalen Statistiken kann man die Wichtigkeit eines Themas für Österreich ableiten.

    Hm, wie könnte man das Interesse noch heben, ohne gleich die Forschungsfrage zu beantworten? Vielleicht gibt es auch Informationen zu anderen verwandten Themen. Gutscheine als Geschenke, Erben, ein kleiner historischer Abriss zur Entwicklung von Geldgeschenken, haben sich Geschenke über die Jahrhunderte geändert? usw. Oder vielleicht gibt es auch eine andere Perspektive auf das Thema (z.B. Erbschafts- und Schenkungssteuer). Da muss man manchmal etwas kreativ sein und kann auch auf Zeitungsartikel und ähnliches zurückgreifen!

    Nicht die Forschungsfrage beantworten!

    Aber Achtung, bei der Problemstellung wird das Problem aufgetan und auf eine Forschungsfrage hingearbeitet. Das heißt, dass Antworten auf die Forschungsfrage nichts in der Problemstellung zu suchen haben, sondern erst im Theorieteil der Arbeit aufgegriffen werden. Also Informationen, zu welchen Anlässen innerhalb der Familie Geschenke gemacht werden und warum, haben in der Problemstellung nichts zu suchen, das würde schon die Forschungsfrage beantworten.

    Auf jeden Fall komme ich auf Grund der berichteten Zahlen, Daten und Fakten in meiner Problemstellung auf meine Forschungsfrage, die ich auch am Ende der Problemstellung der Bachelorarbeit konkret ausformuliere: z.B. „Welche Bedeutung haben Geldgeschenke im Familienkontext?“ Und ja, die Forschungsfrage ist eine richtige Frage mit einem W-Fragewort und hat am Ende ein Fragezeichen! Diese Frage benötigt eine längere Antwort als „ja“ oder „nein“ und wird anschließend mit wissenschaftlicher Literatur beantwortet.

    Und wie man das mit der Literatursuche bei einer Abschlussarbeit am besten anstellt, darauf komme ich im nächsten Blogbeitrag zu sprechen.

  • Qualitätsarbeit bei Abschlussarbeiten – und wie auch Plagiate verhindert werden

    Qualitätsarbeit bei Abschlussarbeiten – und wie auch Plagiate verhindert werden

    Wenn einmal wieder das Thema „Plagiat“ in den Schlagzeilen auftaucht, zucken viele Studierende und Absolvent_innen kurz zusammen und fragen sich: „Bin ich bei meinen Arbeiten immer sorgfältig gewesen?“ Auch wir Lehrende zucken vielleicht kurz zusammen und fragen uns: „Habe ich die Plagiatsreports immer genau gelesen, habe ich mir jede Quelle genau genug angesehen?“

    Mit Blick auf die aktuell in der Öffentlichkeit stehenden beanstandeten Arbeiten (https://plagiatsgutachten.com/blog/diplomarbeit-christine-aschbacher/) können sich die Studierenden, Absolvent_innen und Lehrenden der FernFH sicherlich beruhigen. Man kann sehen, dass es sich bei diesen Fällen nicht um ein fehlendes Zitat handelt oder einen schlampig paraphrasierten Satz, sondern, dass über weite Strecken der Arbeit höchst unsauber gearbeitet und abgeschrieben wurde. Spätestens jetzt können unsere Studierenden verstehen, warum wir so pingelig sind, und sie während des gesamten Studiums mit den wissenschaftlichen Qualitätsstandards quälen.

    In diesem Beitrag möchte ich das Wissen um Plagiarismus schärfen und zeigen, wie der Qualitätssicherungsprozess an der FernFH aussieht, um damit Ängste und Unsicherheit bei allen Beteiligten abzubauen.

    Was ist überhaupt ein Plagiat?

    In einem Plagiat stelle ich Inhalte, Texte oder Ideen von jemand anderen als meine eigenen dar. Dabei wird nicht kenntlich gemacht, dass es sich um fremdes Eigentum handelt. Auch Übersetzungsplagiate, Ideenplagiate und Zitate ohne Beleg zählen zu den Plagiaten (vgl. auch Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis an der FernFH).

    Studierende plagiieren meist aus folgenden Gründen:

    • Sie kennen die wissenschaftlichen Standards nicht oder nicht ausreichend (fehlende Methodenkompetenz).
    • Sie sind unsicher und haben Angst etwas Dummes zu schreiben (inhaltliche Überforderung, fehlende Schreibkompetenz).
    • Sie schreiben die Arbeit unter Zeitdruck (zeitliche Überforderung).

    Wir Lehrende und Betreuende haben die Aufgabe, diese Kompetenzen bei den Studierenden aufzubauen, indem wir wissenschaftliches Arbeiten während des gesamten Studiums mit ihnen üben und zu ihren Texten Rückmeldung geben. Und zwar nicht nur in den Methoden-Lehrveranstaltungen, sondern in allen Lehrveranstaltungen und in allen Textarbeiten (und von denen gibt es mit den schriftlichen Projekt- und Übungsaufgaben an der FernFH ja viele).

    Wie kann ich als Studierende/r Plagiarismus nun vermeiden?

    Eigentlich ist es ja gemein: Einerseits soll meine wissenschaftliche Arbeit auf anderen Arbeiten aufbauen (State-of-the-Art) und anderseits soll ich nicht abschreiben. Wie soll denn das gehen?

    Auf den Schultern von Riesen

    Eine wissenschaftliche Arbeit basiert immer auf Theorien, Konzepten, Modellen von anderen Wissenschafter_innen. Wenn ich diese beschreibe oder auch nur erwähne (!), dann muss ich diese mit einem Zitat (einer Quellenangabe) belegen. Textplagiate kann ich mit dem Exzerpieren aus Texten vermeiden – ein Vorgehen, das etwas aus der Mode gekommen ist. Beim Exzerpieren fassen ich bereits bei der Literatursuche aus einer Literaturquelle jene Textstellen zusammen, die für meine Forschungsfrage relevant sind. Bereits hier formuliere ich die Ideen in meinen eigenen Worten. Beim Einarbeiten in den Text, werden die Textstellen nochmals paraphrasiert und natürlich zitiert, d.h. die Quelle genau nach bestimmten Vorgaben angeführt. So vermeiden Sie Plagiate.

    Schreibkompetenz und Vertrauen in das eigene Wissen

    Vor allem Einleitungen, Zusammenfassungen, Fazit, Ergebnisse, Schlussfolgerungen, Diskussion und die Conclusio in einer wissenschaftlichen Arbeit beruhen auf Ihren eigenen Ideen und Überlegungen. Aber auch allein die Entscheidung, welche Texte ausgewählt werden um Argumente zu belegen und welche nicht, erfordern Ihre individuelle Entscheidung. Für die Texterstellung ist also viel Mut, kritisches Denken, Kreativität und vor allem Vertrauen in Ihr eigenes Wissen erforderlich. Lösen Sie sich auch räumlich für das Schreiben Ihrer Gedanken von den Artikeln und Büchern, die Sie bis dahin gelesen haben. Sammeln und clustern Sie in einem ersten Schritt Ihre Ideen. Schreiben Sie dann eine erste Version mit Hilfe von Freewriting und verdichten Sie diese Rohtexte nach und nach (vgl. Wolfsberger 2009) und ergänzen Sie dann die Quellenverweise. So entstehen nicht nur eigenständige Texte, die auf Ihren Ideen beruhen, sondern macht das Schreiben auch noch Freude!

    Wie sichern wir die wissenschaftlichen Standards an der FernFH?

    Für die Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit steht den Studierenden der Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis zur Verfügung. Zusätzlich hat jede Studienrichtung bzw. jeder Studiengang auch noch fachspezifische Richtlinien zur Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. In den Begleitseminaren werden außerdem die erforderlichen Teilschritte erläutert, vorgestellt und diskutiert.

    Wie bereits erwähnt, ist für die Sicherung wissenschaftlicher Standards der Aufbau von Methoden- und Schreibkompetenz während des gesamten Studiums durch uns Lehrende zentral. Die Lehrenden müssen dabei auf ausreichende Ressourcen wie organisationale Strukturen, Aus- und Weiterbildungen und vor allem zeitliche Ressourcen für jede/n Studierende/n und jede Arbeit zurückgreifen können (siehe auch den Kommentar von Aigner im Standard vom 13.1.2021).

    Das zeigt auch der Begutachtungsprozess der Bachelor- und Masterarbeiten (hier am Beispiel der Studienrichtung Betriebswirtschaft & Wirtschaftspsychologie): Er ist gekennzeichnet von engmaschiger Betreuung und Rückmeldung.

    Der Begutachtungsprozess

    Im ersten Schritt begutachtet die Betreuung das Proposal. Dabei klopft sie die Forschungsfrage und Methode ab und diskutiert diese mit der/dem Studierenden. Die Studierenden erhalten Feedback zu formalen und inhaltlichen Aspekten. Erst nach Einarbeitung dieses Feedbacks wird das Proposal freigegeben und der abgestimmte „Plan“ von den Studierenden eigenständig ausgeführt. Im zweiten Schritt wird die sogenannte Erstversion oder vollständige Version automatisch mittels Plagiatssoftware geprüft. Der Plagiatsreport wird am Studiengang und von der Betreuung, die die relevante Literatur meist noch viel besser kennt als jedes Plagiatsprogramm, geprüft. Sollten bei dieser Überprüfung Auffälligkeiten auftauchen, kommt es zu Rückfragen und der Bitte um Stellungnahmen.  Sollte sich der Plagiatsverdacht erhärten, sieht das weitere Vorgehen wie im Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis beschrieben aus.

    Normalerweise erhalten die Studierenden aber an dieser Stelle einfach nochmals Hinweise und Vorschläge wie die inhaltliche und formale Qualität der Arbeit noch verbessert werden kann.  Erst nach Umsetzung dieser Anregungen und Überarbeitungen wird eine Druckversion erstellt und zur Beurteilung vorgelegt. Der letzte Schritt in der Qualitätssicherung ist das abschließende Kolloquium. Darin verteidigt die/der Studierende ihre/seine Arbeit vor einer Prüfungskommission. Spätestens dann kann auch ein Ghostwriting ausgeschlossen werden.

    Korrektes wissenschaftliches Arbeiten ist kein Selbstzweck, sondern zeugt von Respekt gegenüber den Ideen anderer. Wir arbeiten sorgfältig und hart daran, dass die Studierenden die erforderlichen wissenschaftlichen Kompetenzen, die auch im Berufsleben unerlässlich sind, erwerben, anwenden und in Ihren Abschlussarbeiten umsetzen.

    Quellen und weiterführende Links

    Aigner, Josef Christian (2021). Plagiate und andere akademische Peinlichkeiten. https://www.derstandard.at/story/2000123239318/plagiate-und-andere-akademische-peinlichkeiten. Abgerufen am 13.01.2021.

    Karall, Peter H. / Weikert, Aurelia (2010). Exzerpieren. https://www.univie.ac.at/ksa/elearning/cp/schreiben/schreiben-30.html. Abgerufen am 13.01.2021.

    Schultz, Jennifer (2019). Auf den Schultern von Riesen. https://www.citavi.com/de/nuetzliche-irrtuemer/artikel/auf-den-schultern-von-riesen. Abgerufen am 13.01.2021.

    Weber, Stefan (2021). Plagiate, falsche Zitate, mangelnde Deutschkenntnisse: Diplomarbeit der österreichischen Ministerin Christine Aschbacher unterbietet alle wissenschaftlichen Standards. https://plagiatsgutachten.com/blog/diplomarbeit-christine-aschbacher/. Abgerufen am 13.01.2021.

    Wolfsberger, Judith (2009). Frei geschrieben: Mut, Freiheit & Strategie für wissenschaftliche Abschlussarbeiten. UTB Taschenbuch.

    Leitfaden zur Sicherung wissenschaftlicher Praxis

    Freewriting – 10 Regeln

    https://de.wikipedia.org/wiki/Paraphrase_(Sprache). (2020). Abgerufen am 13.01.2021.

  • Masterpasswort – sicher, geheim und gut zu merken: geht das?

    Masterpasswort – sicher, geheim und gut zu merken: geht das?

    Mit Hilfe von Passwortmanagern können viele unterschiedliche Zugangsdaten und Passwörter sicher verwahrt und verwaltet werden.

    Dafür ist es nötig, ein sicheres Masterpasswort zu haben. Dieses soll schwer knackbar und zusätzlich auch gut zu merken sein. Natürlich gilt dies für jedes selbst zu merkende Passwort und nicht nur für ein Masterpasswort, da beispielsweise beim PC-Login ein Passwortmanager nur schwierig eingesetzt werden kann.

    Das alte und schwierige Passwort

    Bisher galten Passwörter bestehend aus einer Kombination von Sonderzeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, sowie Ziffern als Maß der Dinge. Auch Passwörter von mindestens 8 Zeichen wurden, bzw. werden teilweise immer noch empfohlen. Ein Beispiel dafür ist das Passwort „f9D22+P#“.

    Leicht zu merken ist ein solches Passwort allerdings nicht. Hinzu kommt, dass es einem Computersystem egal ist, wie unzusammenhängend der Aufbau des Passworts ist. Um ein Passwort zu knacken, werden einfach alle Möglichkeiten durchprobiert und in der Regel gibt es damit nach durchschnittlich 50 % der möglichen Kombinationen einen Treffer.

    Das leicht zu merkende und sichere Passwort

    Wie kann nun ein leicht zu merkendes Passwort erstellt werden, welches sogar deutlich komplexer ist als die oben genannte Kombination aus Groß- und Kleinschreibung, sowie Sonderzeichen und Ziffern?

    Ganz einfach: wir nehmen etwas, auf dessen „Speicherung“ unser Gehirn trainiert ist. Wörter aus dem Wörterbuch! Bereits durch vier zufällig gewählte Wörter aus einem deutschsprachigen Wörterbuch erhalten wir eine höhere Sicherheit als mit 8 beliebigen Zeichen. Beispielsweise durch das zufällige Passwort: „Dachs faul logisch Gerät“.

    Sogar, wenn ein angreifender Computer weiß, dass für das Passwort Wörter aus dem Wörterbuch genutzt wurden, muss er bei einem Wortschatz von 100.000 Wörtern 50 % der möglichen 100.000.000.000.000.000.000 (einhundert Trillionen) Kombinationen durchprobieren, um das genutzte Passwort zu finden (für ganz Interessierte: die Berechnungen dazu findet ihr am Ende der Seite). Das ist viel und dauert auch sehr lange 😉

    Probiert es einfach aus! Es ist sehr leicht zu merken und jedes weitere Wort des Passworts erhöht die Sicherheit um das 100.000-fache!

    Am Schluss noch ein Tipp: viele Systeme (beispielsweise der PC-Login) fordern immer noch eine Kombination aus Buchstaben, Sonderzeichen und Ziffern und lassen daher die Wörterbuch-Passwörter nicht zu. Diese Hürde kann ganz einfach überwunden werden, indem am Ende des Passworts eine Ziffer und ein Sonderzeichen gestellt werden. Da diese keine wirkliche Relevanz für die genannte Passwortsicherheit haben, können hier auch Zeichen genutzt werden, die schnell zu tippen sind. Das oben genannte Passwort könnte damit dann einfach „Dachs faul logisch Gerät 9+“ lauten.

    Dies ist das Ende meiner Serie zum Thema Passwortsicherheit. Wenn ihr Wünsche und Vorschläge zu weiteren Sicherheitsfragen aus der Alltagspraxis habt, dann würde ich mich über eure Anregungen in den Kommentaren sehr freuen 🙂

    Und wie wird die Komplexität und Sicherheit der Passwörter nun berechnet?

    Beispielsweise ein Passwort „f9D22+P#“ mit 8 Zeichen und Erfüllung aller oben genannten Kriterien hat somit folgende Komplexität:

    • 26 Großbuchstaben +
    • 10 Ziffern +
    • 36 Sonderzeichen (alle Sonderzeichen der deutschen Tastatur)
    • = 98 mögliche Zeichen pro Stelle.
    • Bei 8 Zeichen sind das 98^8 mögliche Passwortkombinationen.

    Ein Hochleistungs-PC, welcher 2.148.000.000 Passwörter in der Sekunde ausprobieren kann, benötigt somit durchschnittlich ca. 23 Tage um das Passwort herauszufinden (50% der Möglichkeiten).

    Bei der Nutzung von vier zufälligen Wörtern aus dem Wörterbuch (kein Satz, sondern tatsächlich zufällig gewählte Wörter wie beispielsweise „Dachs faul logisch Gerät“), ergibt sich bei Nutzung der 100.000 unterschiedlichen Wörter des Österreichischen Wörterbuchs (AF20) folgende Komplexität:

    • 100.000 mögliche Wörter pro „Stelle“ (ein Wort ist somit eine Stelle).
    • Bei 4 Wörtern sind das 100.000^4 mögliche Passortkombinationen.

    Ein Hochleistungs-PC (der selbe PC wie im ersten Beispiel), welcher 2.148.000.000 Passwörter in der Sekunde ausprobieren kann, benötigt somit durchschnittlich ca. 738 JAHRE um das Passwort herauszufinden (50% der Möglichkeiten).